Zukunft: Bildung
By Ralf Hilgenstock on Oct 2, 2009 | In Hintergrund, Szene, Grundlagen, Bildungsprozesse, Lernkonzepte, Personal Learning Environment, Portfolios, Hypes
Link: http://www.ifeb.uni-bremen.de/wordpress_staedtler/?p=1249
Die Diskussion rund um E-Learning flammt immer wieder auf. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie
- Brauchen wir E-Learning?
- Bewirkt E-Learning etwas?
- Ist E-Learning nicht schon längst überholt?
Für alle Fragen lassen sich bestätigende und verwerfende Antworten finden. Helge Staedtler hat einige Beiträge der letzten Wochen zusammengefasst.
Die Antworten hängen vielfach stark von den Blickrichtungen und Antrieben der Antwortgeber ab.
Wer aus der Schule heraus argumentiert, befasst sich überwiegend mit formellen Lernprozessen. Wer im Unternehmen sich mit Wissensmanagement befasst hat informelles Lernen am Arbeitsplatz oder ad hoc Lernen als primären Focus. Wer an der Hochschule ab einem Entwicklungsprojekt für neue Software-Konzepte arbeitet schaut weit voraus und wird alles Alte als überholt sehen und die Zukunft aus dem eigenen Projekt ableiten.
Forschung und Projekte müssen selbstredend immer das Neue erfinden und in die Welt tragen. Sonst gibt es kein Geld und keine Aufmerksamkeit. Bekanntes Muster dafür ist alles Bestehende als altmodisch, nicht zeitgerecht, nicht zukunftsgerecht etc. zu bezeichnen.
In der Web-Diskussion prallen all diese Diskussionsstränge zusammen und werden vermischt. Der Mash-up der Informationen und Meinungen verdrängt häufig den Kontext aus dem heraus argumentiert wird.
Jeder hat die Zukunft für sich gepachtet.
Ich will anfangen ein wenig für mich zu sortieren und werde das sicher in mehreren kurzen Beiträgen tun.
1. formelles und informelles Lernen
Beides hat es immer nebeneinander gegeben. Gehen und Sprechen lerne ich informell. Schreiben lerne ich meist formell. Das Handwerk des Mechatroniker lerne ich formell, Meisterschaft in diesem Handwerk informell. Ohne tägliches Lernen ist ein moderner Arbeitsplatz heute kaum vorstellbar. Es passiert u.a. durch selbständiges Suchen von Informationen oder Befragen von Kollegen.
Über den gesamten Lebensverlauf ist der Umfang der informellen Lernprozesse deutlich höher, wie der der formellen Lernprozesse.
Es ist eine kulturelle und soziale Errungenschaft formelle Lernprozesse zu etablieren bis heute und wohl auch in Zukunft. Chancengerechtigkeit baut darauf auf. Über die Ausprägung und Gestaltung erfolgreichen formellen Lernens an Schule, in Ausbildung oder in der Hochschule lässt sich weiter streiten. Über den ersatzlosen Verzicht auf formelles Lernen diskutiert niemand ernsthaft.
2. Lernen im Lebensverlauf
Mit Kindergarten und Schule steigen wir in formelle Lernprozesse ein. Nach der Berufsausbildung nimmt der zeitliche Umfang an formellen Lernprozessen ab. Damit verbunden ist ein völlig unterschiedlicher Grad an Selbst- und Fremdsteuerung im Lernprozess.
3. Werkzeuge zur Unterstützung des Lernens
Welche Werkzeuge unterstützen nun in unterschiedlichen Phasen und Kontexten die verschiedenen Anliegen?
Im informellen Lernen benötige ich für selbst-/intrinsisch motivierte Menschen Räume - real (Kaffeeküche, Marktplatz, Expertenstammtische) und virtuell (Foren, Blogs, Wikis) offene Räume. Hier treffen sich Gleiche unter Gleichen.
Im formellen Lernen hat ein Lehrender temporär eine informationsgebende, lenkende, leitende oder unterstützende Funktion. Hierzu braucht es andere Instrumente.
Nun ist die Welt nicht so einfach als ob es nicht Übergänge und Vermischungen gäbe.
… später mehr…
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