Kategorie: Grundlagen
Bohren, Schrauben, Schweißen: Werkzeuge des Wissensarbeiters
By Ralf Hilgenstock on Feb 9, 2010 | In Hintergrund, Entwicklungen, Grundlagen, Bildungsprozesse, Personal Learning Environment, Wissensmanagement | Send feedback »
Jochen Robes befasst sich im Weiterbildungsblog mit der Frage des Lernens bei Wissensarbeitern. Dabei konstatiert er für sich selber
die Selbstbeobachtung, dass ich schon lange nicht mehr in Seminaren, in Kursen oder durch Lehrbücher lerne, also bewußt aus meinem Arbeitsprozess heraustrete, um mir grundlegend einen Gegenstand zu erschließen.
Es geht mir ähnlich. Meine letzte Anmeldung zu einem Seminar liegt länger zurück. Bei Lehrbüchern müsste man noch einmal darüber reden,wie man den Begriff ‘Lehrbuch’ konkretisiert. Es gibt viel Bücher aus der letzten Zeit, die für mich lehrend waren.
Zunächst einmal erinnere ich mich jedoch an statistische Auswertungen zur berufsbezogenen Weiterbildung, die immer schon ausweisen, dass Mitarbeiter mit steigendem Alter jährlich weniger Fortbildungstage nutzen. Das gilt nicht nur für Deutschland sondern wohl international.
Klassisch zählt man den Besuch von Tagungen und Konferenzen zur organisierten Weiterbildung. Da Jochen einer der eifrigsten Konferenzbesucher ist, sollte auch bei ihm etwas davon hängen bleiben. ![]()
Eigentlich geht es jedoch um die Debatte über (in-)formelles Lernen. Während man unter formellem Lernen (fremd) organisierte Lernangebote versteht, meint informelles Lernen die vom Individuum selbst gesteuerten Lernprozesse. Zugleich handelt es sich auch um die ad hoc Lernvorgänge im Alltag durch Gespräche mit Kollegen, Kunden oder die persönliche Auswertung von Erfahrungen.
In der Informations- und Community-Gesellschaft verlagern sich Informationsquellen an extrem viele Orte (im Netz), mit einer früher nicht gekannten Dynamik (Neues kommt hinzu, anderes verschwindet) und dem Drang immer alles sofort mitzubekommen.
Den Anfang machte die Explosion der Zahl der gedruckten Zeitungen und Zeitschriften, dann der Hörfunk- und Fernsehsender. Seit relativ kurzer Zeit Webseiten, Blogs, Foren, Communities, Netzwerke.
Der Versuch up-to-date zu bleiben und die Verlagerung dieser Anforderung auf das Individuum führt zu nicht unerheblichem Zeitaufwand. Da es sich nicht um organisierte Arbeit handelt, verlagert sich dieses zunehmend in den Bereich der Privatzeit.
Manche Apologeten des Web-2.0 Lernens vertreten die Einschätzung formale Lernprozesse würden vollständig durch informelle Lernprozesse verdrängt. Ich folge dieser Ansicht ausdrücklich nicht.
Erstens gibt es arbeitgeberseitig einen Steuerungsbedarf für die Wissens- und Kenntnisstände der Mitarbeiter ausgerichtet an strategischen Überlegungen der Unternehmenssteuerung.
Zweitens kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle Mitarbeiter automatisch und eigenverantwortlich informell lernen, um den Wert der Arbeitskraft zu entwickeln.
Drittens stellt sich vielfach die Frage der Effektivität von informellem Lernen. Wenn 20 Mitarbeiter sich persönlich - ohne voneinander zu wissen - mit einem Themenfeld befassen, Quellen suchen, lesen, bewerten, verwerfen, exzerpieren, Transferüberlegungen anstellen dann wird häufig Doppelarbeit entstehen. Die klassische Aufgabe eines Trainers ist es ein Thema stellvertretend aufzubereiten und an andere zu vermitteln. Diese Professionalität hat ihren Wert. Bestandteil des Trainings kann natürlich in Workshopform die Bewertung und Transferüberlegung durch die Seminargruppe sein.
Genau dieser dritte Aspekt beschäftigt mich auch für meine persönlichen Entscheidungen. Wo ist es wichtig mich kurzfristig (quasi täglich) up-to-date zu halten? Wo ist es völlig ok, mich heute schlau zu machen und mit diesem Kenntnisstand die nächsten drei Monate glücklich zu leben, mich dann wieder umzuschauen, was ist passiert? Und letztlich auch zu entscheiden, wo ist es gut, mir jemanden zu suchen, der mich kompetent macht. Und letzteres wiederum kann ein formeller Lernprozess sein. Dazu zähle ich jetzt auch mal ein Netzwerktreffen mit Vortrag und Diskussion.
Betrachtet man die Diskussion über Lernplattformen und Persönliche Lernumgebungen (PLE) so wird hier gerade ziemlich viel Unsinn verbreitet. Auch die Überschrift der Podiumsdiskussion auf der CEBIT (Lernplattformen vs. PLE) kann eigentlich nur als Marketinggag verstanden werden.
Im gesamten Bildungsbereich hat sich gezeigt, dass neue Methoden und Techniken additiv ins Portfolio aufgenommen werden wenn sie sich bewähren. Sie ersetzen die alten nicht. Weder hat E-Learning den Klassenraumunterricht ersetzt, noch werden Blogs und Wikis aufbereitete Inhalte in Filmform ersetzen. Und: trotz Open-Space-Formaten gibt es weiter Vorträge.
Es gibt jedoch immer noch ein häufig anzutreffendes Verständnis von Lernplattformen als SCORM-Lernpaket-Abspielstation. Diese ‘klick dich schlau’ Konzeptionen von Lernen sind mehr oder minder unterhaltsam verpackte Frontalvorträge mit integriertem Verständnistest.
Ok. Genau dafür sind sie gut. Für eine vertiefte kooperative Auseinandersetzung mit dem Lernstoff. Für einen organisierten Lerntransfer in den Arbeitsalltag taugen sie jedoch nicht.
Wer mit einer Lernplattform wie Moodle arbeitet, begrenzt sich längst nicht darauf. Wir haben seit langem eine Arbeitsumgebung, die Lernen als kommunikativen kooperativen Prozess unterstützt.
10 Wege zum Online-Lernerfolg
By Ralf Hilgenstock on Dec 28, 2009 | In Grundlagen, Bildungsprozesse | Send feedback »
Von Cindy Wolfe, University of Phoenix
gefunden unter http://elearnmag.org/subpage.cfm?section=best_practices&article=62-1
Fernunterrichtsteilnehmer müssen eine wesentlich aktivere Rolle beim Lernen übernehmen und aktiver auf Informationen zugreifen als traditionelle Studenten im herkömmlichen Präsenzunterricht. Schriftliche Mitteilungen oder Nachrichten des Trainers und der Klassenkameraden ersetzen die direkte Kommunikation untereinander. Schulungsunterlagen werden nun online veröffentlicht. Anstatt einfach im Unterrichtsraum zu sitzen und abzuwarten was da kommt, müssen Sie die Initiative ergreifen und das Lernmaterial herunterladen und bearbeiten.
Als Fernunterrichtsstudent werden Sie feststellen, dass Proaktivität sich durch gute Noten und bessere Lernergebnisse auszahlt.
1. Lesen Sie den Lehrplan und nutzen Sie ihn als einen “Fahrplan”
Der Lehrplan wird Sie durch den Kurs leiten. Es enthält nicht nur Informationen über den Trainer, die Einstufung und Zuordnung des Lerninhalts und Zeitpläne, sondern auch Anleitungen zur Nutzung von Online-Foren und Online-Texten. Sie sollten sich diese Informationen herunterladen und speichern.
Ein guter Lehrplan ist eine Art “Fahrplan” zum Erfolg. Lesen Sie ihn gründlich und stellen Sie Fragen, wenn Ihnen Punkte unklar sind. Möglicherweise müssen Sie Ihre Frage per E-Mail stellen oder in einem Forum posten. Manchmal können Sie diese auch am Telefon klären. Nutzen Sie nicht alle Mittel der Kommunikation zugleich, die Ihnen zur Verfügung stehen.
Der Lehrplan hilft Ihnen häufig auch einen Überblick über den gesamten Lernstoff zu behalten. Drucken Sie ihn aus und verschaffen Sie sich einen Überblick. Dies wird Ihnen helfen, die Bearbeitung der Aufgaben zu planen, und trotzdem Zeit für Ihr Privatleben zu haben.
2. Achten Sie auf die Abgabezeiten für Aufgaben
Der Trainer kann Ihre Aufgaben nicht bewerten, wenn Sie diese nicht abgeben. Die meisten Trainer legen Abgabezeitpunkte fest. Manchmal ist nach Zeitablauf keine Abgabe mehr möglich oder es erfolgt sogar ein Punktabzug bei verspäteter Abgabe.
Mit Online-Kursen haben die Studierenden weniger Ausreden. Man kann nie sagen: “Ich schob es pünktlich unter der Tür durch. Was meinen Sie damit, Sie haben es nie erhalten?". Online wird ein Zeitstempel vergeben, wenn Sie eine Aufgabe abgegeben haben. Dieser gibt Ihnen die Sicherheit pünktlich abgegeben zu haben und dem Trainer einen Nachweis, falls Sie zu spät waren.
Stellen Sie sicher, dass Sie selber erkennen könne, dass Ihre Lösung online eingereicht wurde, bevor Sie sich ausloggen.
3. Verfolgen Sie die Online-Ressourcen sorgfältig Woche für Woche
Die meisten Online-Kurse nutzen ein Online-Lernsystem wie Blackboard, Moodle oder eine andere Inhouse-Kurs-Management-Softwaretool. Ihr Trainer kann zusätzliche Lernanregungen jederzeit einfügen. Dies wird er auf ihre Lerngruppe, Vorerfahrungen und Kenntnisse abstimmen.
Die Schulleitung wird ebenfalls in der virtuellen Lernumgebung Informationen hinterlegen und aktualisieren.
Der Trainer behält sich vor, den Kurs zu aktualisieren und diese Änderungen über das Online-Lernsystem kommunizieren. Online finden Sie herunterladbare Texte und Aufgaben zur Bearbeitung und zur Rückgabe. Machen Sie einen Rundgang durch das System und machen Sie sich mit all seinen Eigenschaften vertraut, sobald Sie einen Zugang erhalten haben.
4. Suche nach eine neue Idee in jeder Lerneinheit
Sie sind letztlich verantwortlich für das, was Sie im Kurs lernen. Jedes Mal wenn Sie in einer Forumsdiskussion Antworten lesen, einen Text lesen, eine Aufgabe alleine oder mit anderen zusammen bearbeiten, sollten Sie ein paar neue Ideen oder Gedanken zum Thema gewinnen.
Wenn Sie durch den Lernstoff eilen, ohne ihn zu reflektieren, werden Sie nur wenige Informationen behalten. Wenn Sie jedoch aktiv nach Wissen suchen, werden Sie es finden. Ich schlage Ihnen vor, sich in einem Notizbuch aufzuschreiben, was Sie als Neues entdeckt und erfahren haben. Greifen Sie darauf zu Beginn jedes neuen Lernabschnitts zu. Nutzen Sie diese Informationen heute als einen Baustein für das, was Sie morgen lernen wollen.
5. Unterstützung und Förderung der anderen Teilnehmer
Pflegen Sie eine positive Atmosphäre zu pflegen mit Ihren Kommilitonen. Bauen Sie eine konstruktive Beziehung mit den anderen auf. Sie werden davon selber ebenfalls profitieren.
Sie werden sich schnell an das zeitversetzte Lernen gewöhnen und selbst herauszufinden, wie Sie andere am besten mit geschriebenen Texten unterstützen und können. Stellen Sie sicher, dass Ihre Beiträge konstruktiv positiv sind, auch wenn Sie auf einen Fehler hinweisen. Machen Sie Vorschläge zur Verbesserung, geben Sie konkrete Anregungen.
6. Beteiligen Sie sich an Diskussionen
Eines der Geheimnisse für Fernunterricht ist Engagement. Studierende, die sich an den Diskussionen beteiligt zeigen, dass sie Wissen und Verständnis suchen.
Übernehmen Sie eine aktive Rolle am Lernprozess. Beteiligen Sie sich an Diksussionen. Trainer/innen wissen, wer aktiv mitarbeitet und wer nicht. Sie haben Zugang zu allen Foren. Oft können sie auch sehen, wie viele Diskussions-Beiträge jeder Teilnehmer geöffnet und gelesen hat, auch wenn Sie darin nichts geschrieben haben.
In einem asynchronen Umgebung können Gespräche werden sehr lebendig und aktiv, und groß geworden Lernorte-Vergewissern Sie sich, machen Sie sich ein Teil von ihr.
7. Bleiben Sie organisiert
Organisation ist der Schlüssel für den Online-Lernerfolg! Ich empfehle Ihnen die zusammengehörigen Materialien an einer Stelle zusammeln z. B. Lehrpläne, Aufgaben und Texte und Materialsammlungen; oder gliedern Sie die Unterlagen nach einer zeitlichen Struktur in Woche 1, Woche 2, und so weiter. Eine reale materielle Strukturierung der Lernmaterialien unterstützt Sie zeitlich flexibel zu sein. Das ist übrigens für die meisten Online-Lerner der zentrale Beweggrund, sich für E-Learning zu entscheiden. Ich bin zeitlich und räumlich unabhängig.
8. Nicht zu lange hinauszögern
Sie müssen proaktiv an den gestellten Aufgaben arbeiten. Trainer/innen können in der Regel leicht erkennen, wenn Sie eine Aufgabe in der letzten Minute zusammengeschustert haben. Beginnen Sie gestellte Aufgaben frühzeitig und arbeiten Sie Tag für Tag daran. Zum Beispiel, wenn Sie füreine Aufgabe eine Woche Zeit haben, erschließen Sie sich an den ersten beiden Tagen das Thema, strukturieren Sie die Lösung am dritten Tag und nutzen Sie nächsten beiden Tage zum Schreiben des Textes. Der sechste Tag eigent sich gut, den Text Korrektur zu lesen und zu prüfen, ob alle Zitate gekennzeichnet wurden.
9. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Erfahrungen in die Diskussionen einbringen können
Bildung muss relevant sein und einen Unterschied machen in Ihrem Leben. Überlegen Sie sich, wie Sie ihre bisherigen Erfahrungen in die Diskussion zum Thema einbringen können und wie das neu gelernte für Ihren Job oder zukünftige Ausbildung wichtig werden kann. Einige Kurse bauen auf den Erfahrungen derTeilnehmenden auf, wie z.B. in Wirtschaft, Soziologie oder Psychologie.
Trainer/innen erwarten von Ihnen mehr als das Lesen und Wiedergeben von Texten . Sie wollen sehen, dass Sie die Informationen verstanden haben und auch effektiv nutzen können. Sie werden feststellen, dass Foren zur Diskussion angeboetn werden. Nehmen Sie sich die Zeit diese zu lesen, formulieren Sie eine hilfreiche und verständliche Antwort. Oder stellen Sie selber eine Frage. Dies zeigt, dass Sie sich aktiv mit demLerninhalt auseinandersetzen und hilft Ihnen, den Lernstoff zu verinnerlichen.
10. Setzen Sie sich langfristige Ziele
Ihre praktische Lernerfahrung hilft Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen. Als Lernender nutzen Sie die Flexibilität des Lernens und gleichzeitig die Lebens-und Berufszeile zu verfolgen. Setzen Sie sich bewusst kurz-und langfristige Ziele. Sie geben Ihnen wichtige Implulse.
Moodle und Web 2.0: Diskurs Ralf Hilgenstock - Peter Baumgartner
By Ralf Hilgenstock on Dec 19, 2009 | In Grundlagen, Anwendung, Bildungsprozesse, Web 2.0, Lernkonzepte, Content | Send feedback »
In den letzten Monaten trafen Peter Baumgartner und ich uns mehrfach am Rande von Konferenzen. Dabei ergaben sich spannende Gespräche über Moodle und Lernen im Web 2.0-Umfeld.
In Ilmenau wurden wir zu einem spontanen Diskurs eingeladen. Das Video ist nun veröffentlicht. (Technische Universität Ilmenau und Thüringer Institut für Lehrerfortbildung Multimedia Workshop. Das Motto der Tagung lautet: “eLearning in Schulen und Hochschulen".)
Wie viele Funktionen benötigt Ihr Moodle-System?
By Ralf Hilgenstock on Oct 15, 2009 | In Grundlagen, Administration | Send feedback »
In den letzten Wochen und Monaten erreichten uns immer wieder Anfragen von Kunden nach Moodle-Systemen mit deutlich weniger Funktionen. Diese Woche war ich in einer Veranstaltung in der Teilnehmer über den Auswahlprozess für eine Lernplattform diskutierten und beklagten, das größte Problem sei es meist, Funktionen loszuwerden, die man nicht benötige.
Wir haben uns daran gemacht Moodle auch einmal ganz reduziert anzubieten. Wir können nun auch Moodle-Systeme mit ganz wenig Funktionen anbieten:
Lernaktivitäten
- Forum
- Test (nur mit Single- und Multiple-Choice-Fragen)
- Textseiten, Dateien und Links
Kursbearbeitungsfunktionen reduziert auf
- Bewertungen
- Dateiupload
- Testfragenerstellung
Hier ein paar Bilder von http://mini.moodle.de
Die Systeme stehen nunmehr auch im Hosting von http://eledia.de auf Anfrage zur Verfügung.
Wie viel Moodle brauchen Sie?
Zukunft: Bildung
By Ralf Hilgenstock on Oct 2, 2009 | In Hintergrund, Szene, Grundlagen, Bildungsprozesse, Lernkonzepte, Personal Learning Environment, Portfolios, Hypes | 1 feedback »
Link: http://www.ifeb.uni-bremen.de/wordpress_staedtler/?p=1249
Die Diskussion rund um E-Learning flammt immer wieder auf. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie
- Brauchen wir E-Learning?
- Bewirkt E-Learning etwas?
- Ist E-Learning nicht schon längst überholt?
Für alle Fragen lassen sich bestätigende und verwerfende Antworten finden. Helge Staedtler hat einige Beiträge der letzten Wochen zusammengefasst.
Die Antworten hängen vielfach stark von den Blickrichtungen und Antrieben der Antwortgeber ab.
Wer aus der Schule heraus argumentiert, befasst sich überwiegend mit formellen Lernprozessen. Wer im Unternehmen sich mit Wissensmanagement befasst hat informelles Lernen am Arbeitsplatz oder ad hoc Lernen als primären Focus. Wer an der Hochschule ab einem Entwicklungsprojekt für neue Software-Konzepte arbeitet schaut weit voraus und wird alles Alte als überholt sehen und die Zukunft aus dem eigenen Projekt ableiten.
Forschung und Projekte müssen selbstredend immer das Neue erfinden und in die Welt tragen. Sonst gibt es kein Geld und keine Aufmerksamkeit. Bekanntes Muster dafür ist alles Bestehende als altmodisch, nicht zeitgerecht, nicht zukunftsgerecht etc. zu bezeichnen.
In der Web-Diskussion prallen all diese Diskussionsstränge zusammen und werden vermischt. Der Mash-up der Informationen und Meinungen verdrängt häufig den Kontext aus dem heraus argumentiert wird.
Jeder hat die Zukunft für sich gepachtet.
Ich will anfangen ein wenig für mich zu sortieren und werde das sicher in mehreren kurzen Beiträgen tun.
1. formelles und informelles Lernen
Beides hat es immer nebeneinander gegeben. Gehen und Sprechen lerne ich informell. Schreiben lerne ich meist formell. Das Handwerk des Mechatroniker lerne ich formell, Meisterschaft in diesem Handwerk informell. Ohne tägliches Lernen ist ein moderner Arbeitsplatz heute kaum vorstellbar. Es passiert u.a. durch selbständiges Suchen von Informationen oder Befragen von Kollegen.
Über den gesamten Lebensverlauf ist der Umfang der informellen Lernprozesse deutlich höher, wie der der formellen Lernprozesse.
Es ist eine kulturelle und soziale Errungenschaft formelle Lernprozesse zu etablieren bis heute und wohl auch in Zukunft. Chancengerechtigkeit baut darauf auf. Über die Ausprägung und Gestaltung erfolgreichen formellen Lernens an Schule, in Ausbildung oder in der Hochschule lässt sich weiter streiten. Über den ersatzlosen Verzicht auf formelles Lernen diskutiert niemand ernsthaft.
2. Lernen im Lebensverlauf
Mit Kindergarten und Schule steigen wir in formelle Lernprozesse ein. Nach der Berufsausbildung nimmt der zeitliche Umfang an formellen Lernprozessen ab. Damit verbunden ist ein völlig unterschiedlicher Grad an Selbst- und Fremdsteuerung im Lernprozess.
3. Werkzeuge zur Unterstützung des Lernens
Welche Werkzeuge unterstützen nun in unterschiedlichen Phasen und Kontexten die verschiedenen Anliegen?
Im informellen Lernen benötige ich für selbst-/intrinsisch motivierte Menschen Räume - real (Kaffeeküche, Marktplatz, Expertenstammtische) und virtuell (Foren, Blogs, Wikis) offene Räume. Hier treffen sich Gleiche unter Gleichen.
Im formellen Lernen hat ein Lehrender temporär eine informationsgebende, lenkende, leitende oder unterstützende Funktion. Hierzu braucht es andere Instrumente.
Nun ist die Welt nicht so einfach als ob es nicht Übergänge und Vermischungen gäbe.
… später mehr…
Happy Birthday Moodle! Happy Birthday Martin Dougiamas!
By Ralf Hilgenstock on Aug 19, 2009 | In Hintergrund, Grundlagen | 1 feedback »
Es ist nunmehr sieben Jahre her. Am 20. August 2002 erblickt die erste stabile Version 1.0 von Moodle das Licht der Öffentlichkeit.
Martin Dougiamas, der mit der Entwicklung drei Jahre zuvor begonnen hatte, stellte eine Lernplattform ins Netz und bot anderen an, diese zu nutzen und die Verbesserung zu diskutieren.
Der 20. August ist zugleich der Geburtstag von Martin Dougiamas, der damals und heute Kopf der Entwicklung von Moodle ist.
Ein Prototyp von Moodle war bereits 2001 im Einsatz. Martin hat hierzu einen Report (http://dougiamas.com/writing/herdsa2002/) verfasst.
Im November 2001 hatte es die erste Ankündigung und im Dezember 2001 erste downloadbare Versionen gegeben. ‘Zeitgeschichtlich’ Interessierte können die ersten Schritte im Ankündigungsforum (http://moodle.org/mod/forum/view.php?f=1&page=1) gut nachverfolgen.
Was danach passierte, war für alle eine Überraschung. Innerhalb weniger Jahre wuchs die Community und die Zahl der Anwender. Moodle ist im Unterschied zu vielen anderen Open Source Projekten gelungen, eine stabile Community und eine wirtschaftliche Basis aufzubauen. 45 professionelle Support-Unternehmen bieten als Moodle-Partner heute Beratung und Dienstleistungen für Moodle an. Sie finanzieren die Pflege des Moodle-Programms und dessen Weiterentwicklung. eLeDia (http://eledia.de) ist als deutscher Moodle-Partner erster Ansprechpartner für Beratung, Hosting, Support, Schulung und Entwicklung von Inhalten oder neuen Funktionen.
Derzeit wird an der Moodle-Version 2.0 gearbeitet. Im Herbst rechnen wir mit einer Beta-Version und die stabile Version wird nun im Winter erwartet. In Kürze können wir auch mehr Details über neue Funktionen präsentieren.
Zunächst wünschen wir Martin Dougiamas einen schönen Geburtstag, Gesundheit und alles Gute.
Suchpraktikant Egon findet Moodle nicht
By Ralf Hilgenstock on Aug 19, 2009 | In Grundlagen, Anwendung, Anwender | Sende Feedback »
Zufällig gerade bei einem Verlag die Suchanfrage Moodle auf der Webseite eingegeben. Danach meldet sich der Suchpraktikant Egon:
Nett, aber Bücher zu Moodle finden Sie am vollständigsten auf http://moodle.de. Zusätzlich gibt es Online-Lernvideos in unserem Lernvideoshop.
Hier erstmals zwei Beispiele zum Einstieg:
Das Kursraumprinzip in Moodle
Funktionsweise von Moodle
Schulen: Wenig Unterrichtsausfall bei Neuer Grippe durch Lernplattform Moodle
By Ralf Hilgenstock on Aug 10, 2009 | In Schule, Grundlagen, Anwendung, Hosting | Send feedback »
Fast 5.000 Schulen optimal vorbereitet
Zu Beginn des neuen Schuljahres bereiten sich die Schulen akribisch auf das steigende Infektionsrisiko durch die Neue Grippe zum Schuljahresbeginn vor. Mit Hilfe der Schulträger und der Landesbehörden werden Hygienemaßnahmen verbessert, um Ansteckungsgefahren zu reduzieren. Schüler, die selber erkrankt sind oder deren Angehörige erkranken, sollen zu Hause bleiben. Das gleiche gilt für Lehrer.
Fast 5.000 Schulen in Deutschland können mit Hilfe neuer Lerntechnologien auch den Unterrichtsausfall reduzieren. Sie haben sich in den letzten Jahren für den Einsatz der Open-Source-Lernplattform Moodle entschieden. “Diese Schulen können nun kurzfristig einen Teil des Unterrichts online abwickeln und Unterrichtsausfall reduzieren” erklärt Ralf Hilgenstock (Geschäftsführer des deutschen deutschen Moodle-Partners eLeDia), der Moodle in Deutschland eingeführt hat.
“Lehrer finden in der Lernplattform online Unterrichtsräume für ihre Klassen und können darin Lernmaterial, Hausaufgaben, Übungen und Gruppenarbeiten hinterlegen. Schüler und Lehrer können ohne Infektionsgefahr miteinander kommunizieren. Schulen aller Schulformen arbeiten zum Teil bereits seit Jahren mit der lizenzkostenfreien Software und sind daher bestens auf die neue Situation vorbereitet. Andere Schulen können kurzfristig eine Lernplattform über uns nutzen” erläutert Ralf Hilgenstock. “Als deutscher Moodle Supportpartner (http://eledia.de) bieten wir neben dem Hosting der Lernplattform für Schulen ein umfangreiches Supportpaket mit Beratung, Dokumentation, Handbüchern, Lernvideos und Schulung an.”
Lehrer können sich mit Hilfe der Lernvideos innerhalb von eineinhalb Stunden mit den Grundzügen der Arbeit mit der Lernplattform vertraut machen.
Moodle (http://www.moodle.de http://moodle.org) ist die weltweit meistgenutzte Online-Lernplattform und ist in 200 Ländern im Einsatz. Neben Schulen und Hochschulen nutzen immer mehr Unternehmen die Möglichkeiten von Moodle. In Deutschland unterstützen die Landesbehörden von Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Berlin die Schulen beim Einsatz von Moodle.
eLeDia - eLearning im Dialog (http://www.eledia.de) ist offizieller deutscher Moodle-Partner und bietet professionellen Support für die Lernplattform. Ralf Hilgenstock ist deutscher Moodle-Experte, Fachautor und Geschäftsführer von eLeDia.
Weitere Informationen über Moodle:
http://moodle.de
http://moodle.org
http://eledia.de
Mit Moodle einfacher starten
By Ralf Hilgenstock on Jul 19, 2009 | In Ankündigungen, Grundlagen, Anwendung, Lernaktivitäten, Support | Send feedback »
Uns erreichen immer wieder Anfragen wie man mit Moodle starten kann ohne gleich den vollen Umfang der Funktionen zu nutzen. Eine Reduzierung auf das zunächst Wichtigste sei ganz hilfreich.
Wir haben daher nunmehr ach Moodle-Hosting-Angebote bei denen durch Vorkonfiguration viele Funktionen zunächst nicht verfügbar sind.
Hier ein paar Beispiele:
Eine neue Trainer/Lehrer-Rolle hat nicht auf alle Funktionen der Kursraumverwaltung Zugriff. Damit wird der Umfang der Auswahloptionen, reduziert. Seltener genutzte Funktionen sind ausgeblendet.
Eine andere Konfiguration ist die Reduzierung der Blocke und Lernaktivitäten. Hier das Auswahlmenu:
Das moodle-System als Ganzes bleibt dabei voll funktionsfähig. Jederzeit können alle Aktivitäten und Funktionen durch Rollenzuordnung oder Administrationseinstellung verfügbar gemacht werden.
Wir bieten diese Konfiguration auf Wunsch für Moodle-Systeme im Rahmen unserer Hostingangebote an. Informationen bite anfragen: info@eledia.de
Moodle mit Lego erklärt - deutsche Version
By Ralf Hilgenstock on Jun 27, 2009 | In Grundlagen, Bildungsprozesse | 1 feedback »
Gestern habe ich die Präsentation gesucht. Jetzt habe ich sie wieder gefunden.