Kategorie: Bildungsprozesse
Bohren, Schrauben, Schweißen: Werkzeuge des Wissensarbeiters
By Ralf Hilgenstock on Feb 9, 2010 | In Hintergrund, Entwicklungen, Grundlagen, Bildungsprozesse, Personal Learning Environment, Wissensmanagement | Send feedback »
Jochen Robes befasst sich im Weiterbildungsblog mit der Frage des Lernens bei Wissensarbeitern. Dabei konstatiert er für sich selber
die Selbstbeobachtung, dass ich schon lange nicht mehr in Seminaren, in Kursen oder durch Lehrbücher lerne, also bewußt aus meinem Arbeitsprozess heraustrete, um mir grundlegend einen Gegenstand zu erschließen.
Es geht mir ähnlich. Meine letzte Anmeldung zu einem Seminar liegt länger zurück. Bei Lehrbüchern müsste man noch einmal darüber reden,wie man den Begriff ‘Lehrbuch’ konkretisiert. Es gibt viel Bücher aus der letzten Zeit, die für mich lehrend waren.
Zunächst einmal erinnere ich mich jedoch an statistische Auswertungen zur berufsbezogenen Weiterbildung, die immer schon ausweisen, dass Mitarbeiter mit steigendem Alter jährlich weniger Fortbildungstage nutzen. Das gilt nicht nur für Deutschland sondern wohl international.
Klassisch zählt man den Besuch von Tagungen und Konferenzen zur organisierten Weiterbildung. Da Jochen einer der eifrigsten Konferenzbesucher ist, sollte auch bei ihm etwas davon hängen bleiben. ![]()
Eigentlich geht es jedoch um die Debatte über (in-)formelles Lernen. Während man unter formellem Lernen (fremd) organisierte Lernangebote versteht, meint informelles Lernen die vom Individuum selbst gesteuerten Lernprozesse. Zugleich handelt es sich auch um die ad hoc Lernvorgänge im Alltag durch Gespräche mit Kollegen, Kunden oder die persönliche Auswertung von Erfahrungen.
In der Informations- und Community-Gesellschaft verlagern sich Informationsquellen an extrem viele Orte (im Netz), mit einer früher nicht gekannten Dynamik (Neues kommt hinzu, anderes verschwindet) und dem Drang immer alles sofort mitzubekommen.
Den Anfang machte die Explosion der Zahl der gedruckten Zeitungen und Zeitschriften, dann der Hörfunk- und Fernsehsender. Seit relativ kurzer Zeit Webseiten, Blogs, Foren, Communities, Netzwerke.
Der Versuch up-to-date zu bleiben und die Verlagerung dieser Anforderung auf das Individuum führt zu nicht unerheblichem Zeitaufwand. Da es sich nicht um organisierte Arbeit handelt, verlagert sich dieses zunehmend in den Bereich der Privatzeit.
Manche Apologeten des Web-2.0 Lernens vertreten die Einschätzung formale Lernprozesse würden vollständig durch informelle Lernprozesse verdrängt. Ich folge dieser Ansicht ausdrücklich nicht.
Erstens gibt es arbeitgeberseitig einen Steuerungsbedarf für die Wissens- und Kenntnisstände der Mitarbeiter ausgerichtet an strategischen Überlegungen der Unternehmenssteuerung.
Zweitens kann nicht davon ausgegangen werden, dass alle Mitarbeiter automatisch und eigenverantwortlich informell lernen, um den Wert der Arbeitskraft zu entwickeln.
Drittens stellt sich vielfach die Frage der Effektivität von informellem Lernen. Wenn 20 Mitarbeiter sich persönlich - ohne voneinander zu wissen - mit einem Themenfeld befassen, Quellen suchen, lesen, bewerten, verwerfen, exzerpieren, Transferüberlegungen anstellen dann wird häufig Doppelarbeit entstehen. Die klassische Aufgabe eines Trainers ist es ein Thema stellvertretend aufzubereiten und an andere zu vermitteln. Diese Professionalität hat ihren Wert. Bestandteil des Trainings kann natürlich in Workshopform die Bewertung und Transferüberlegung durch die Seminargruppe sein.
Genau dieser dritte Aspekt beschäftigt mich auch für meine persönlichen Entscheidungen. Wo ist es wichtig mich kurzfristig (quasi täglich) up-to-date zu halten? Wo ist es völlig ok, mich heute schlau zu machen und mit diesem Kenntnisstand die nächsten drei Monate glücklich zu leben, mich dann wieder umzuschauen, was ist passiert? Und letztlich auch zu entscheiden, wo ist es gut, mir jemanden zu suchen, der mich kompetent macht. Und letzteres wiederum kann ein formeller Lernprozess sein. Dazu zähle ich jetzt auch mal ein Netzwerktreffen mit Vortrag und Diskussion.
Betrachtet man die Diskussion über Lernplattformen und Persönliche Lernumgebungen (PLE) so wird hier gerade ziemlich viel Unsinn verbreitet. Auch die Überschrift der Podiumsdiskussion auf der CEBIT (Lernplattformen vs. PLE) kann eigentlich nur als Marketinggag verstanden werden.
Im gesamten Bildungsbereich hat sich gezeigt, dass neue Methoden und Techniken additiv ins Portfolio aufgenommen werden wenn sie sich bewähren. Sie ersetzen die alten nicht. Weder hat E-Learning den Klassenraumunterricht ersetzt, noch werden Blogs und Wikis aufbereitete Inhalte in Filmform ersetzen. Und: trotz Open-Space-Formaten gibt es weiter Vorträge.
Es gibt jedoch immer noch ein häufig anzutreffendes Verständnis von Lernplattformen als SCORM-Lernpaket-Abspielstation. Diese ‘klick dich schlau’ Konzeptionen von Lernen sind mehr oder minder unterhaltsam verpackte Frontalvorträge mit integriertem Verständnistest.
Ok. Genau dafür sind sie gut. Für eine vertiefte kooperative Auseinandersetzung mit dem Lernstoff. Für einen organisierten Lerntransfer in den Arbeitsalltag taugen sie jedoch nicht.
Wer mit einer Lernplattform wie Moodle arbeitet, begrenzt sich längst nicht darauf. Wir haben seit langem eine Arbeitsumgebung, die Lernen als kommunikativen kooperativen Prozess unterstützt.
Moodle Seminare 2010 - 1. Halbjahr
By Ralf Hilgenstock on Feb 6, 2010 | In Weiterbildung, Anwendung, Bildungsprozesse, Anwender, Administration, Veranstaltungen | Send feedback »
Link: http://moodle.de/mod/resource/view.php?id=2191
Nun ist das Seminarprogramm für das erste Halbjahr fertig.
Im Mittelpunkt stehen Schulungen für Trainer und Dozenten sowie für Administratoren. Die Seminare finden in Berlin und Köln statt.
Zusätzliche Themen:
- Mit Moodle Lernfortschritte, Lernziele prüfen
- Mit Moodle Nutzer/ innen befragen.
- Moodle – Lerninhalte gestalten teilnehmen
- Moodle Rollen und Rechte
Ab März gibt es zusätzliche Live Online Sessions, sogenannte Webinare.
Digitale Lehrbücher nur noch mieten statt kaufen
By Ralf Hilgenstock on Jan 6, 2010 | In Hintergrund, Bildungsprozesse, Ressourcen | 4 feedbacks »
Stephen Downes verweist auf ein Video amerikanischer Buchverleger hin. Darin zeigen sie eine interessante Vision der künftigen Nutzung von Lehrbüchern.
Diese werden nur noch digital zeitlich befristet zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe von Tablet-PCs kann in ihnen gearbeitet werden. Schaut man sich die Vorberichterstattung zur amerikanischen PC-Consumermesse (CES) an so scheint es im Bereich der Tablett-PCs in Kürze zu einem Boom zu kommen. Mit Spannung wird die Vorstellung eines solchen Geräts von Apple erwartet. Auch das One-Laptop-per-child Projekt geht in diese Richtung.
Coursesmart bietet nunmehr digitale Bücher im Auftrag diverser großer Verlage an. Dazu gehören Elsevier, John Wiley & Sons, McGraw Hill Higher Education, Pearson u.a.
Die Bücher können als Online-Version oder als downloadbare Version geordert werden. Die Bücher kommen dann jedoch nicht einfach als PDF daher, sondern in einem eigenen Format. Dadurch werden Anmerkungen, Markierungen und ähnliches möglich gemacht.
Entscheidend ist jedoch, dass man das Buch nicht erwirbt, sondern nur mietet. Im Prinzip handelt es sich um eine kommerzielle digitale Leibibliothek. Der Zugriff wird für 180 oder 360 Tage zur Verfügung gestellt.
Die Bücher sind dafür günstiger als die gedruckten Versionen. In den USA hat sich ein umfangeicher Markt beim Handel mit gebrauchten Lehrbüchern entwickelt. Dies scheint nun ein Weg zu sein, ein alternatives Vertriebsmodell zu etablieren.
Der Einsatz von Tablet-PCs ist die technologische Voraussetzung, um diese digitalen Bücher sinnvoll und effektiv zu nutzen.
Digitale Bücher machen Sinn. Sie entlasten den Schulranzen und wenn sie auch noch Anmerkungen zu lassen können Schüler sich die Inhalte ‘aneignen’. Selbst selbstgemalte ‘Kunstwerke’ oder grafische ‘Verschönerungen’ aus Schülerhand könnte man sich am Rande vorstellen. Der Preis für diese Inhalte müsste jedoch deutlich unter denen der gedruckten Versionen liegen.
Die allgegenwärtige Praxis des schulinternen Ausgebens eines Schulbuchs für ein Jahr ist der Wegbereiter für die digitale Version. Man ist bereits gewohnt, das Buch nur im aktuellen Schuljahr zu nutzen und später nicht mehr darauf zugreifen zu können.
Das sollte dann aber auch zur Konsequenz haben, dass ein volles Bücherregal mit gelesenen Büchern nicht mehr als Nachweis des Bildungsbürgertums gilt. Besitzen von Büchern ist dann out. Man hat sie mal zur Verfügung gehabt. Vielleicht kann man dann einen digitalen Bilderrahmen im Wohnzimmer aufstellen, der die Cover der letzten 1.000 gelesenen Bücher im Wechsel anzeigt.
Kannst du mir Moodle beibringen?
By Ralf Hilgenstock on Dec 29, 2009 | In Anwendung, Bildungsprozesse | 11 feedbacks »
Ich bin gerade ganz begeistert von einer Reihe von Blogbeiträgen von Tomasz aus Perth. Er unterrichtet an einer Schule und hat dort die gleichen Fragestellungen, die auch ich aus Schulen kenne. Ich übersetze daher einfach mal einen seiner Beiträge:
Heute Nachmittag kam eine Kollegin auf mich zu und sagte: “Tomaz, ich mitbekommen, dass du mit diesem Moodle arbeitest. Du musst mir das unbedingt zeigen und beibringen.” Das war tatsächlich Musik in meinen Ohren. Aber dann gab ich ihr zur Antwort, was mittlerweile ein Standardsatz von mir - und eine Herausforderung ist: “Ich werde es vermutlich nicht können!”
Sie stand da, war verwundert aber noch freundlich mir gegenüber. Puhh, hatte ich weiter ihre Aufmerkamkeit?
Ich setzte dann fort:”Ich würde dir gerne Moodle erläutern und zeigen, aber zuerst solltest du dir einmal unseren ‘Sandkasten’ (Demoraum) anschauen und vielleicht das eine oder andere Infovideo. Du hast dann einen ersten Überblick darüber, was du mit Moodle tun kannst. Wenn du das gemacht hast, überleg dir ein konkretes Unterrichtsproblem. Wir können dieses dann gemeinsam in Angriff nehmen und dazu Moodle nutzen. Was hältst du davon?”
“Ok. Dann sehen wir uns am Montag bei unserem kleinen privaten Moodle-Workshop” war die umgehende und enthusiastische Antwort.
Allzu oft versuchen wir Software einzuführen indem wir den Menschen Features erklären. “Das sind die Funktionen. Klicken Sie hier, klicken Sie dort….” und dann überlassen wir die Menschen sich selber und ihrem Vorstellungsvermögen was sie denn nun damit anfangen können. Wir schaffen dabei eines der zentralsten Kommunikationsprobleme. Wir reden über die Köpfe der Menschen hinweg. Es geht dann um die Software, nicht um die Menschen.
Wenn wir es nun aber umdrehen, geht es besser. Wir lösen ein reales Problem im Klassenraum, eine Herausforderung, ein konkretes Szenario. Die Kollegen eignen sich damit die Software an. Sie wird für sie zum Werkzeug. “Ja, damit kann ich arbeiten” werden sie sagen.
Lehrer sind sehr pragmatisch veranlagt. Sie suchen wirklich nach gut geeigneten Werkzeugen. Zeig Ihnen, dass Moodle dies kann und sie werden es nutzen. Wenn eine Lehrerin in Naturwissenschaften eine tolle Lösung mit Moodle umgesetzt hat, ein Problem gelöst hatund davon erzählt, eine Deutschlehrerin davon hört, dann, ja dann würde ich wetten kommt sie und fragt ob und wie sie Moodle auch nutzen kann. Wenn Sie dies von einer anderen Kollegin hört und nicht gerade von mir, der ich als Moodle Enthusiast ja schon bekannt bin, dann ist das besonders wirksam. ("Wenn die damit umgehen kann, dann werde ich das ja wohl auch können.")
‘Klassenraumlösungen (mit Software)’ versus ‘Softwarelösungen (im Klassenraum)’.
Moodle-Monopoly
By Ralf Hilgenstock on Dec 29, 2009 | In Anwendung, Bildungsprozesse | Send feedback »
Ich habe gerade Tomaz Lasics Videos über den Einsatz an seiner Schule in Perth veröffentlicht. Auf seiner Webseite habe ich dann eine sehr schöne Idee zur Nutzung des Moodle-Wikis gefunden: Moodle Monopolife.
Einsatz: 9./10. Klasse - unteres Leistungsniveau
Zielsetzung: eigene Informationssuche, kritisches Denken
In einem Wiki für die gesamte Gruppe wird auf der Startseite eine Monopolyspielbrett abgebildet. Dazu wird eine Tabelle mit 13x13 Feldern abgebildet (am vbesten in der vergrößerten Editoransicht. Die äußeren Rahmenteile werden eingefärbt. Die Strassen, Bahnhöfe und Ecken entsprechend benannt.
Darunter wird in eckigen Klammern für jeden Schülern eine Unterseite angelegt. Also:
[Claudia]
[Claus)
[usw.]
Auf jeder dieser Unterseiten wird dann eine Aufgabenstellung einkopiert.
Aufgabenstellung
Sucht im Internet die durchschnittlichen Miet- und Kaufpreise für Häuser in den verschiedenen Stadtvierteln. Tragt Eure Ergebnisse hier ein.
Denkt Euch zehn eigene Gemeinschafts- und Ereigniskarten aus, die zu uns und unserer Stadt passen..
Schreibt die Texte hier hinein.
Die Schüler werden diese Aufgaben unterschiedlich schnell bewältigen, können sich dann aber gegenseitig bei der Arbeit im Wiki helfen.
Tomaz hat auf seiner Webseite noch ein paar Ideen formuliert wie man das Spielergenis für weitere Diskussionen nutzen kann.
10 Wege zum online Lehrerfolg
By Ralf Hilgenstock on Dez 29, 2009 | In Hintergrund, Anwendung, Bildungsprozesse, Lernkonzepte | Sende Feedback »
Gestern habe ich 10 Wege zum Online Lernerfolg von Cindy Wolfe als Anregung übersetzt. Nun beginne ich die Punkte zu übertragen auf die Frage “Wie strukturiert ein Lehrender den erfolgreichen Online-Lernprozess?”
Lernende sollen im Fernunterricht wesentlich aktiver werden wie im Präsenzunterricht. Dies ist eine Notwendigkeit, da nur so eine Aneignung des Lerninhalts gesichert werden kann. Intrinsische Motivation, die zur Anmeldung zu einem online Kurs geführt hat, darf nicht extrinsisch zerstört werden.
1. Stellen Sie eine gute Übersicht über den Kurs zur Verfügung.
Der Lehrplan solte nicht nur die Strukturierung des Kurses, sondern auch eine zeitliche Übersicht und die Anforderungen an die Lernenden umfassen.
Zeigen Sie wofür vermutlich wieviel Zeit benötigt wird. Machen Sie klar, wo Eigenarbeit und wo Kleingruppenarbeit oder Großgruppendiskussion erwartet wird. Zeigen Sie auf, welche Form der Unterstützung Ihrerseits zur Verfügung steht und wann und wo Sie als Lehrender zur Verfügung stehen.
2. Setzen Sie klare Termine für Aufgaben und machen Sie deutlich wie Sie bewerten werden
Die Termine der Veröffentlichung von Aufgaben und die Abgabetermine sind sehr wichtig.
Formulieren Sie klar und deutlich, welche Leistung Sie erwarten. Eine halbseitige Erläuterung macht für die Teilnehmenden wesentlich weniger Arbeit als ein achtseitiger Aufsatz. Machen Sie auch klar, welche Anforderungen an Strukturierung, Form, Zitierweise etc. Sie stellen.
Denken Sie daran, dass eine online-Gruppenarbeit durch zeitversetzte Diskussion mehr Zeitraum benötigt wie eine Gruppenarbeit in Präsenz wo diese Arbeitspahse konzentriert in einer halben Stunde erfolgt.
3. Geben Sie eine deutliche zeitliche Strukturierung des Kurses
Es fällt vielen Menschen schwer, den Lernstoff selber zeitlich zu struktrieren. Lerneinheiten sind manchmal für eine Woche, ein anderes mal für drei Wochen vorgesehen. Als Trainer haben Sie den Überblick und können dies besser einschätzen als die Teilnehmer.
Zur zeitlichen Strukturierung gehört auch der Hinweis, wenn sich im Laufe des Kurses der Zeitaufwand erhöht. Mehr Teilnehmer als Sie denken sind ‘Quartalendlerner’. Sie lernen erst gegen Ende der vorgesehenen Zeit oder vor einer Prüfung intensiv. Wenn sie dann keine Orientierung haben, schaffen Sie es nicht oder nur schwer, alles zu bearbeiten.
Informieren Sie aktiv über Änderungen im Kurs, neues Material und geben Sie z.B. bei Diskussionen Zusammenfassungen.
4. Jede Lerneinheit enthält Neues
Strukturieren Sie die Lerneinheiten so, dass immer etwas Neues zu entdecken ist.
Regen Sie die Teilnehmer an, selber Inhaltszusammenfassungen vorzunehmen. Fragen Sie sie aktiv, welche neuen Erkenntnisse sie in der Kurseinheit erhalten haben. Selbst wenn nur wenige antworten werden (z. B. in einem Forum) war es für andere eine Denkanregung, noch einmal für sich selber zusammenzufassen oder eigene Gedanken mit denen der anderen Teilnehmer abzugleichen.
5. Geben Sie Raum zur Kommunikation
Kommunikation passiert online nicht von alleine. Stellen Sie zum Lernstoff Fragen, die nicht nur Wissen abfragen, sondern auch einen Transfer auf andere Felder herausfordern. ‘Zetteln Sie eine Diskussion an.’
Fordern Sie die Teilnehmer heraus, sich gegenseitig zu unterstützen. Fragen Sie nach, was andere an bestimmten Ideen interessant, neu oder herausfordernd empfinden.
Focussieren Sie auf die richtigen, hilfreichen und nicht primär auf die falschen, problematischen Aspekte von Diskussionsbeiträgen. Dies ist ein wichtiger Teil der Vertrauensbildung und zur Förderung der Bereitschaft der Lerngruppe sich einzubringen.
6. Geben Sie den Teilnehmenden die Chance sich selber einzubringen
Zu leicht ist die Diskussion trainerzentriert. Halten Sie eigene Antworten und Einschätzungen zurück. Machen Sie jedoch deutlich, dass Sie einen Beitrag wahrgenommenn haben. Ermuntern Sie andere Teilnehmer zur Beantwortung. Spielen Sie den Eisbrecher!
Die Teilnehmer wissen zunächst nicht was angemessene Beiträge sind und wie sie passend formuliert werden. Da können Sie helfen durch Nachfragen an die Gruppe.
7. Geben Sie Arbeitshilfen
Strukturierung des Arbeitsprozeses ist für Teilnehmer eine wichtige Herausforderung. Viele Lerner haben nie oder nie über einen längeren Zeitraum selber Lernen strukturiert. Geben Sie Anregungen wie es gut gelingen kann. Soll Material ausgedruckt werden? Soll man sich Notizen machen? Soll man sich eigene Lernfragen an das Curriculum als Teilnehmer erstellen?
8. Geben Sie Anregungen für die zeitliche Mikrostrukturierung
Die Bearbeitung einer Aufgabe, die in einer Woche abgegeben werden soll ist eine Herausforderung. Machen Sie einen Vorschlag wie sich die Bearbeitung über die nächsten sieben Tage verteilen kann.
9. Lernen fällt leichter wenn es einen Bezug zur Lebenswelt hat
Beziehen Sie fragend die Erfahrungswelt der Teilnehmenden mit ein. Dies wirkt aktivierend und macht die Relevanz des Lernstoffs deutlich. Wo lassen sich Ähnlichkeiten oder auch deutliche Unterschiede zur vermuteten Lebenswelt der Teilnehmer entdecken. Deuten Sie diese an und stellen Sie Fragen. ‘Wann und wo haben Sie Ähnliches erlebt?’
10. Fordern Sie die Teilnehmer auf, den Lernstoff und die praktische Anwendung in Angriff zu nehmen
Wann und wo wollen und können Sie den Lernstoff selber im Alltag ausprobieren? Was sind die ersten drei Schritte zum konkreten ausprobieren?
Natürlich müssen diese Fragen auf den jeweiligen Lernkontext und Inhalt angepasst werden.
10 Wege zum Online-Lernerfolg
By Ralf Hilgenstock on Dec 28, 2009 | In Grundlagen, Bildungsprozesse | Send feedback »
Von Cindy Wolfe, University of Phoenix
gefunden unter http://elearnmag.org/subpage.cfm?section=best_practices&article=62-1
Fernunterrichtsteilnehmer müssen eine wesentlich aktivere Rolle beim Lernen übernehmen und aktiver auf Informationen zugreifen als traditionelle Studenten im herkömmlichen Präsenzunterricht. Schriftliche Mitteilungen oder Nachrichten des Trainers und der Klassenkameraden ersetzen die direkte Kommunikation untereinander. Schulungsunterlagen werden nun online veröffentlicht. Anstatt einfach im Unterrichtsraum zu sitzen und abzuwarten was da kommt, müssen Sie die Initiative ergreifen und das Lernmaterial herunterladen und bearbeiten.
Als Fernunterrichtsstudent werden Sie feststellen, dass Proaktivität sich durch gute Noten und bessere Lernergebnisse auszahlt.
1. Lesen Sie den Lehrplan und nutzen Sie ihn als einen “Fahrplan”
Der Lehrplan wird Sie durch den Kurs leiten. Es enthält nicht nur Informationen über den Trainer, die Einstufung und Zuordnung des Lerninhalts und Zeitpläne, sondern auch Anleitungen zur Nutzung von Online-Foren und Online-Texten. Sie sollten sich diese Informationen herunterladen und speichern.
Ein guter Lehrplan ist eine Art “Fahrplan” zum Erfolg. Lesen Sie ihn gründlich und stellen Sie Fragen, wenn Ihnen Punkte unklar sind. Möglicherweise müssen Sie Ihre Frage per E-Mail stellen oder in einem Forum posten. Manchmal können Sie diese auch am Telefon klären. Nutzen Sie nicht alle Mittel der Kommunikation zugleich, die Ihnen zur Verfügung stehen.
Der Lehrplan hilft Ihnen häufig auch einen Überblick über den gesamten Lernstoff zu behalten. Drucken Sie ihn aus und verschaffen Sie sich einen Überblick. Dies wird Ihnen helfen, die Bearbeitung der Aufgaben zu planen, und trotzdem Zeit für Ihr Privatleben zu haben.
2. Achten Sie auf die Abgabezeiten für Aufgaben
Der Trainer kann Ihre Aufgaben nicht bewerten, wenn Sie diese nicht abgeben. Die meisten Trainer legen Abgabezeitpunkte fest. Manchmal ist nach Zeitablauf keine Abgabe mehr möglich oder es erfolgt sogar ein Punktabzug bei verspäteter Abgabe.
Mit Online-Kursen haben die Studierenden weniger Ausreden. Man kann nie sagen: “Ich schob es pünktlich unter der Tür durch. Was meinen Sie damit, Sie haben es nie erhalten?". Online wird ein Zeitstempel vergeben, wenn Sie eine Aufgabe abgegeben haben. Dieser gibt Ihnen die Sicherheit pünktlich abgegeben zu haben und dem Trainer einen Nachweis, falls Sie zu spät waren.
Stellen Sie sicher, dass Sie selber erkennen könne, dass Ihre Lösung online eingereicht wurde, bevor Sie sich ausloggen.
3. Verfolgen Sie die Online-Ressourcen sorgfältig Woche für Woche
Die meisten Online-Kurse nutzen ein Online-Lernsystem wie Blackboard, Moodle oder eine andere Inhouse-Kurs-Management-Softwaretool. Ihr Trainer kann zusätzliche Lernanregungen jederzeit einfügen. Dies wird er auf ihre Lerngruppe, Vorerfahrungen und Kenntnisse abstimmen.
Die Schulleitung wird ebenfalls in der virtuellen Lernumgebung Informationen hinterlegen und aktualisieren.
Der Trainer behält sich vor, den Kurs zu aktualisieren und diese Änderungen über das Online-Lernsystem kommunizieren. Online finden Sie herunterladbare Texte und Aufgaben zur Bearbeitung und zur Rückgabe. Machen Sie einen Rundgang durch das System und machen Sie sich mit all seinen Eigenschaften vertraut, sobald Sie einen Zugang erhalten haben.
4. Suche nach eine neue Idee in jeder Lerneinheit
Sie sind letztlich verantwortlich für das, was Sie im Kurs lernen. Jedes Mal wenn Sie in einer Forumsdiskussion Antworten lesen, einen Text lesen, eine Aufgabe alleine oder mit anderen zusammen bearbeiten, sollten Sie ein paar neue Ideen oder Gedanken zum Thema gewinnen.
Wenn Sie durch den Lernstoff eilen, ohne ihn zu reflektieren, werden Sie nur wenige Informationen behalten. Wenn Sie jedoch aktiv nach Wissen suchen, werden Sie es finden. Ich schlage Ihnen vor, sich in einem Notizbuch aufzuschreiben, was Sie als Neues entdeckt und erfahren haben. Greifen Sie darauf zu Beginn jedes neuen Lernabschnitts zu. Nutzen Sie diese Informationen heute als einen Baustein für das, was Sie morgen lernen wollen.
5. Unterstützung und Förderung der anderen Teilnehmer
Pflegen Sie eine positive Atmosphäre zu pflegen mit Ihren Kommilitonen. Bauen Sie eine konstruktive Beziehung mit den anderen auf. Sie werden davon selber ebenfalls profitieren.
Sie werden sich schnell an das zeitversetzte Lernen gewöhnen und selbst herauszufinden, wie Sie andere am besten mit geschriebenen Texten unterstützen und können. Stellen Sie sicher, dass Ihre Beiträge konstruktiv positiv sind, auch wenn Sie auf einen Fehler hinweisen. Machen Sie Vorschläge zur Verbesserung, geben Sie konkrete Anregungen.
6. Beteiligen Sie sich an Diskussionen
Eines der Geheimnisse für Fernunterricht ist Engagement. Studierende, die sich an den Diskussionen beteiligt zeigen, dass sie Wissen und Verständnis suchen.
Übernehmen Sie eine aktive Rolle am Lernprozess. Beteiligen Sie sich an Diksussionen. Trainer/innen wissen, wer aktiv mitarbeitet und wer nicht. Sie haben Zugang zu allen Foren. Oft können sie auch sehen, wie viele Diskussions-Beiträge jeder Teilnehmer geöffnet und gelesen hat, auch wenn Sie darin nichts geschrieben haben.
In einem asynchronen Umgebung können Gespräche werden sehr lebendig und aktiv, und groß geworden Lernorte-Vergewissern Sie sich, machen Sie sich ein Teil von ihr.
7. Bleiben Sie organisiert
Organisation ist der Schlüssel für den Online-Lernerfolg! Ich empfehle Ihnen die zusammengehörigen Materialien an einer Stelle zusammeln z. B. Lehrpläne, Aufgaben und Texte und Materialsammlungen; oder gliedern Sie die Unterlagen nach einer zeitlichen Struktur in Woche 1, Woche 2, und so weiter. Eine reale materielle Strukturierung der Lernmaterialien unterstützt Sie zeitlich flexibel zu sein. Das ist übrigens für die meisten Online-Lerner der zentrale Beweggrund, sich für E-Learning zu entscheiden. Ich bin zeitlich und räumlich unabhängig.
8. Nicht zu lange hinauszögern
Sie müssen proaktiv an den gestellten Aufgaben arbeiten. Trainer/innen können in der Regel leicht erkennen, wenn Sie eine Aufgabe in der letzten Minute zusammengeschustert haben. Beginnen Sie gestellte Aufgaben frühzeitig und arbeiten Sie Tag für Tag daran. Zum Beispiel, wenn Sie füreine Aufgabe eine Woche Zeit haben, erschließen Sie sich an den ersten beiden Tagen das Thema, strukturieren Sie die Lösung am dritten Tag und nutzen Sie nächsten beiden Tage zum Schreiben des Textes. Der sechste Tag eigent sich gut, den Text Korrektur zu lesen und zu prüfen, ob alle Zitate gekennzeichnet wurden.
9. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Erfahrungen in die Diskussionen einbringen können
Bildung muss relevant sein und einen Unterschied machen in Ihrem Leben. Überlegen Sie sich, wie Sie ihre bisherigen Erfahrungen in die Diskussion zum Thema einbringen können und wie das neu gelernte für Ihren Job oder zukünftige Ausbildung wichtig werden kann. Einige Kurse bauen auf den Erfahrungen derTeilnehmenden auf, wie z.B. in Wirtschaft, Soziologie oder Psychologie.
Trainer/innen erwarten von Ihnen mehr als das Lesen und Wiedergeben von Texten . Sie wollen sehen, dass Sie die Informationen verstanden haben und auch effektiv nutzen können. Sie werden feststellen, dass Foren zur Diskussion angeboetn werden. Nehmen Sie sich die Zeit diese zu lesen, formulieren Sie eine hilfreiche und verständliche Antwort. Oder stellen Sie selber eine Frage. Dies zeigt, dass Sie sich aktiv mit demLerninhalt auseinandersetzen und hilft Ihnen, den Lernstoff zu verinnerlichen.
10. Setzen Sie sich langfristige Ziele
Ihre praktische Lernerfahrung hilft Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen. Als Lernender nutzen Sie die Flexibilität des Lernens und gleichzeitig die Lebens-und Berufszeile zu verfolgen. Setzen Sie sich bewusst kurz-und langfristige Ziele. Sie geben Ihnen wichtige Implulse.
Zwischen den Jahren: quergebürstet
By Ralf Hilgenstock on Dec 24, 2009 | In Hintergrund, Bildungsprozesse | Send feedback »
Zwischen den Jahren ist manchmal etwa Zeit, um Dinge zu reflektieren oder anderen in Ruhr zuzuhören.
Unter dctp.tv finden sich einige ausführliche Videos mit Meinungsmachern im Netz. Dazu gehören mehrere aktive Blogger.
Sehr spannend das Interview mit Sascha Lobo: Ich - das Produkt. Aberauch die anderen Interviews sind sehr sehens- und hörenswert.
Moodle und Web 2.0: Diskurs Ralf Hilgenstock - Peter Baumgartner
By Ralf Hilgenstock on Dec 19, 2009 | In Grundlagen, Anwendung, Bildungsprozesse, Web 2.0, Lernkonzepte, Content | Send feedback »
In den letzten Monaten trafen Peter Baumgartner und ich uns mehrfach am Rande von Konferenzen. Dabei ergaben sich spannende Gespräche über Moodle und Lernen im Web 2.0-Umfeld.
In Ilmenau wurden wir zu einem spontanen Diskurs eingeladen. Das Video ist nun veröffentlicht. (Technische Universität Ilmenau und Thüringer Institut für Lehrerfortbildung Multimedia Workshop. Das Motto der Tagung lautet: “eLearning in Schulen und Hochschulen".)
Moodle auf dem Demokratie-Kongress der Konrad Adenauer Stiftung
By Ralf Hilgenstock on Dec 8, 2009 | In Tipps, Anwendung, Bildungsprozesse | Send feedback »
Am 8. Dezember präsentieren wir Moodle auf dem Demokratie-Kongress der Konrad Adenauer Stiftung im Hotel Intercontinental in Berlin (Budapester Strasse).