Moodle in Webhostingpaketen: wir raten dringend ab.
Immer wieder sind wir mit Problemen bei der Nutzung von Moodle in Standard-Webhostingpaketen konfrontiert. Unser Ergebnis: wir können davon nur dringend abraten.
Webhostingpakete zum kleinen Preis funktionieren weil auf einem Server viele Kunden (oft weit mehr als hundert) das System möglichst wenig nutzen. Der Anbieter bietet meist viele Tools und Funktionen, was sich sehr gut anhört.
Was meist nicht gesagt wird ist folgendes: Wenn ein Nutzer anfängt, das System intensiv zu nutzen wird automatisch ausgebremst. Am Bekanntesten sind dabei die Grenzen beim sog. unlimited Traffic. Im Kleingedruckten heißt es dann, wer zu viel braucht, erhält nur noch eine ganz niedrige Bandbreite. Übersetzt ist das wie ‘Flatrate-Saufen’. Nur nach dem ersten Glas erhalten Sie einen so dünnen Strohhalm, dass Sie für den Rest des Abends mit Mühe und Not ein zweites Glas schaffen.
Der Engpass bei den Webhosting-Paketen ist nicht der Traffic, sondern der Arbeitsspeicher des Servers (RAM) und die Arbeitszeit. Damit alle vielleicht 250 Kunden, die auf einem Server zusammengepfercht sind, zu ihrem Recht kommt, darf kein einzelner Kunde zu viele Ressourcen beanspruchen.
Wer eine Webseite in einem Webhostingpaket betreibt, hat fast ausschließlich Nutzer, die Informationen aus statischen HTML-Seiten oder einer Datenbank (CMS-System) abfragen. Selbst der Betrieb eines Shop-Systems verzeichnet nur ganz vereinzelte Anfragen an die Datenbank, wenn mal wieder etwas in den Warenkorb gelegt wird.
Anders bei einer Lernplattform. Je nach Anwendung erfolgt ein dauerhafter Datenaustausch zwischen dem Anwender, dem Server und der Datenbank. Eine Schule, die ein Moodle-System betreibt und mit 25 Schülern einen Test in der dritten Stunde durchführt, benötigt während des Tests schnell mal 1.000 MB RAM. Und das als einzelner Anwender.
Gut verständlich, dass der Provider hier einen Riegel vorschiebt und sagt, dass kein einzelner Kunde auf einem Webhostingpaket so viele Ressourcen beanspruchen darf. Im Ergebnis erhält der Nutzer einen Bildschirm, dass die Datenbank gerade nicht erreichbar ist oder Testdaten können nicht abgespeichert werden und verschwinden im Nirvana.
Übrigens: auch sog. virtuelle Server haben dieses Problem. Meist ist der verfügbare RAM auch hier sehr knapp und reicht kaum für einen erfolreichen Betrieb bei zeitgleicher Nutzung mehrerer Anwender.
Was macht ein moodle-Partner wie eLeDia anders bei seinem Webhosting. Der zentrale Punkt ist, dass er sicher stellt, dass immer ausreichend Ressourcen verfügbar sind. Dazu werden für jeden Server nur wenige Kunden zugelassen. Darüber hinaus werden die Anforderungen verschiedener Server gegeneinander ausbalanciert. Ein Server, der gerade nicht ausgelastet ist, kann seine Ressourcen einem anderen Server zur Verfügung stellen. Ausserdem können die recht unterschiedlichen Anforderungen an die Datenbank, das eigentliche Programm und den Dateibereich auf verschiedene Server verlagert werden, die direkt beieinander stehen und damit ’schnelle Wege’ zur Kommunikation haben.
Wer also ein Moodle-System nicht nur als Hobby zum Testen betreibt, sondern damit ernsthaft Lernprozesse gestalten will, ist beim Moodle Partner besser aufgehoben.
Einen abgebrochenen Test, verärgerte Teilnehmer oder fehlende Daten kann sich kein Lehrender erlauben.
| Print article | This entry was posted by Ralf Hilgenstock on 03.03.08 at 18:36:49 . Follow any responses to this post through RSS 2.0. |
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