Kategorie: "Tipps"

Moodle für Trainer: Internationaler MOOC-Kurs

August 12th, 2013

MoodleMooc

Am 1. September 2013 startet der erste weltweite Moodle-Trainerkurs online. Der vierwöchige Kurs wird als Massive Open Online Course (MOOC) organisiert. Selbstverständlich wird er auf einer Moodle-Lernplattform realisiert.

Trainer, Dozenten und Lehrer erhalten eine Einführung in die wichtigsten Grundlagen zur Gestaltung eines Online Kurses mit Moodle. Parallel erstellen Sie selber einen eigenen Kurs.

Der internationale englischsprachige Kurs ist kostenfrei. Die Anmeldung beginnt am 20. August. Kursstart ist der 1. September.  eLeDia wird als deutscher Moodle-Spezialist mit Rat und Tat bei Bedarf zur Verfügung stehen.

Schwerpunkte:

1. Woche: einen Überblick gewinnen, einen Kurs anlegen, Blöcke verstehen und Nutzer einschreiben.

2. Woche: Lerninhalte anlegen, kollaborative Aktivitäten im Kurs.

3. Woche: Lernkontrollaufgaben, Tests und der Bewertungsbereich.

4. Woche: Vertiefende Funktionen, Kurssicherung und -wiederverwendung.

Der Kurs wurde von Mary Cooch aus England entwickelt und wird von ihr betreut. Alle weiteren Informationen befinden sich auf http://learn.moodle.net/.

Deutschsprachige Moodle-Kurse für Trainer und Administratoren bietet eLeDia an. Die nächsten Termine: 10.-12. September und 23.-24. September. Ort: Berlin. Der Seminarkatalog hält ausführliche Informationen für Sie bereit.

Von Powerpoint zum Lernprogramm

Juni 5th, 2013

In diesen Tagen bin ich wieder mehrfach mit der Frage konfrontiert: können wir nicht einfach unsere Powerpoint-Folien ins Lernprogramm ‘beamen’ und fertig ist der eLearning-Kurs. Es gibt eine ganze Reihe von Werkzeugen, mit deren Hilfe man seine Powerpoint-Folien konvertieren kann, um sie in eine Lernplattform einzustellen.

Damit daraus ein wirkungsvolles Werkzeug im Lernprozess wird, gehört jedoch etwas mehr dazu. Hier ein paar Gedanken:

  • Ein Powerpoint-Präsentation wird erstellt, um einen mündlich gehaltenen Vortrag zu visualisieren. In der Regel enthält die Präsentation die verbalen Anker und Stichworte des Vortrags. Das Wesentliche wird jedoch mündlich vermittelt.
    Von vielen Konferenzen werden die Präsentationen online gestellt. Als Nicht-Teilnehmer sind sie zumeist jedoch von geringem Wert für mich, da wesentliche Teile - der gesprochene Text - fehlen.
  • Nun kann man die Folien auch vertonen. Das macht schon mehr Sinn. Aber auch Arbeit. Zugleich setzt es voraus, dass die Teilnehmer am Lern-Arbeitsplatz vertonte Informationen nutzen können. Ist ein Headset oder ein Lautsprecher verfügbar?
  • Bei einem einstündigen Vortrag kann niemand so einfach entfliehen, ohne dass es auffällt. Mit dem Handy spielen, Tagträumen folgen, mit dem Nachbarn lästern sind beliebte Strategien, sich langweiligen und zu langen Vorträgen zu entziehen. Als Lernprogramm tun sich nur HardCore Lerner so etwas an. Viele Vorträge müssen daher online anders gestaltet werden.  Kurze Schnipsel von 5-10 Minuten sind wesentlich sinnvoller.
  • Wie sieht es um den Lerneffekt aus? Worauf kommt es dabei eigentlich an? Ich bin seit über dreißig Jahren im Trainings- und Schulungsbereich tätig. Eine Binsenweisheit ist folgende:
    Rein gelesene Informationen werden  zu 5-10 % behalten. An gesehene und gehörte Informationen erinnert man sich später zu 30-50%. Nur wenn man Dinge selber praktisch gemacht hat, kann man sie später zu 90% memorieren.  Das hat ganz wesentliche Konsequenzen für den online Lernprozess. Die reine Powerpoint-Lernpaket-Strategie deckt bestensfalls eine Informationsverhaltenswirkung von 30-50% ab. Zur Umsetzung in den beruflichen Alltag ist es dann aber noch ein weiter Weg.

Ein paar Tipps zur Online-Lernsituation:

  1. Schaffen Sie kurze Einheiten zur Informationsvermittlung (5-10 Minuten Dauer)
  2. Visualisieren Sie diese sorgfältig. Keine reinen Textfolien
  3. Nutzen Sie abwechselnde Kanäle (Text, Bild, Audio, Video).
  4. Geben Sie Möglichkeiten zu Nachfragen; z.B. Foren. Antworten Sie dann zügig.
  5. Bieten Sie den Teilnehmern Möglichkeiten, eigene Erfahrungen einzubringen.
  6. Fordern Sie die Teilnehmer zu aktivem Tun auf. Geeignet ist dazu z.B. die Aufforderung, sich eigene Praxisanwendungssituationen zu überlegen.
  7. Testfragen können zur Selbstvergewisserung (Habe ich das Wesentliche verstanden?) genutzt werden?  Aber nur wenn sie sinnvolles Feedback geben und nicht sinnloses Abfragen.  Ich hatte kürzlich Gelegenheit mir die Umsetzung bei einem unserer Kunden anzusehen. Nach einer Testfrage bekamen die TN ein mindestens halbseitiges Feedback zu einer angemessenen guten Beantwortung der Frage. Das war wirklich informativ. Wer die Frage gut beantwortet hatte, bekam dadurch Bestätigung, wer sie nicht so gut beantwortet hatte, fand hilfreiche weiterführende Informationen. Das Ergebnis dieses sorgfältig geplanten Kurses war auch beeindruckend: Der Kurs läuft über fast sechs Monate. Es gilt für die TN wöchentlich Aufgaben zu bearbeiten. Das Abbrecherquote liegt bei genau ‘Null’. Kein Abbrecher. Gratulation.

Verkaufen Sie die Teilnehmer nicht für dumm. In der Schule haben wir Vokabeln für den nächsten Vokabeltest gelernt. Danach war der größte Teil schnell wieder vergessen. Würden Sie im Live-Vortrag alle vier Minuten die Teilnehmer bitten, auf einem Blatt Papier Testfragen zu den letzten beiden Folien zu beantworten bei denen der Inhalt der Folien abgefragt wird? Sicher nicht. So sind aber manche der Powerpoint->Lernprogramm-Inhalte aufgebaut.

Simplify ?! So einfach wie ....

Juni 5th, 2013

… Facebook. So einfach soll eine Lernplattform funktionieren. Das ist der Wunschtraum vieler Nutzer.

Ich habe in den letzten Monaten zwei Dinge beobachtet:
- ein Teil der Nutzer findet die Nutzung derLernplattform als zu kompliziert
- ein anderer Teil der Nutzer staunt: so einfach geht das?

Dem bin ich auf die Spur gegangen. Ich habe dabei drei Dinge entdeckt:

1. Lehr-/Lernprozesse werden simplifiziert. Das klappt in der Praxis nicht. Wer einfach eine Powerpoint-Präsentation für ein Lernprogramm hält vergisst, dass die Folien nicht der Vortrag sind und der gehörte Vortrag noch lange nicht gelernter Inhalt.

2. Plattformen wie Facebook werden glorifiziert. Sie können bestimmte wenige Dinge, die zum Lernen sinnvoll wären, recht einfach wie liken, Statusstatements abgeben und kommentieren. Anderes können sie gar nicht, nur sehr seher mühsam oder nur durch Zusatzprogramme.

3. Lernplattformen werden zu selten individuell konfiguriert.

Ich hatte im Mai Gelegenheit im Rahmen der iMoot - einer internationalen online Moodle-Konferenz das Thema zu diskutieren.

Meine Folien dazu finden sich hier: http://eledia.de/de/content/simplify-moodle. Eine deutsche Version folgt in Kürze.

eLeDia Webseite neu gestaltet

Juni 5th, 2013

Komplett neu aufgebaut wurde die Webseite von eLeDia - eLearning im Dialog. Unsere Firma bietet alle Dienstleistungen rund um den Einsatz von Moodle, das Community- und ePortfolio-System Mahara und OpenMeetings als LiveClassroom System.

Mehr unter http://eledia.de.

23. Dezember 2012: Ein schönes Kapitel: Videos einbinden.

Dezember 23rd, 2012

Ein Video in einen Webseite einzubinden, kann einen ganz schön Nerven kosten. Nicht so in Moodle. Sofern die Administration Ihres System den Multimediafilter aktiviert hat reicht ein Link auf eine Multimediadatei.  Moodle erkennt, diese automatisch und baut einen Player drum herum.

Wenn man ein Video aus den bekannten Plattformen Vimeo oder Yoztube verwenden möchte, reicht es einen Link auf die Seite mit dem Video zu setzen. Schreiben Sie dazu einen Text, markieren diesen und fügen Sie im Editor einen Link auf diesen Textteil. Tragen Sie im Eingabefenster die URL der Seite mit dem Video ein. Nach dem Speichern ‘fischt’ der Moodle-Filter automatisch das Video aus der Seite und zeigt von der Seite nur das Video an.

22. Dezember 2012: Glossareinträge weiter verwenden

Dezember 22nd, 2012

Glossareinträge sind an den Nutzeraccount gebunden. Häufig ist es gewünscht die Glossareinträge nach Ende des Kurse separat zu speichern und für andere Kurse weiter zu verwenden.

Das Glossarmodul hat eine eigene Exportfunktion. Diese erlaubt es den Inhalt zu exportieren. Die Einträge werden dabei von den Verknüpfungen mit dem ursprünglichen Ersteller gelöst. Man kann die dabei erzeugte Datei nun in einem anderen Kurs importieren und damit die Inhalte weiter nutzen.

21. Dezember 2012: Eine Webseite mit Lerninhalt in Moodle einbinden

Dezember 21st, 2012

Es gibt verschiedene Situationen in denen man ein ganzes Paket mit Lerninhalt auf HTML-Basis hat und dies in Moodle verwenden möchte. Zwei Beispiele:

- Lerninhalt wurde in HTML erstellt und enthält mehrere Unterseiten und integrierte Grafiken

- Sie haben ein Video erstellt. Ihre Software bündelt das mit einem Player und das Ganze besteht aus einer Reihe von Dateien.

Wie integrieren Sie dies in den  Moodle-Kurs?

Zunächst erstellen Sie aus der Gesamtheit Ihres Inhalts ein zip-Paket. Nun erstellen Sie in Moodle eine neuer Aktivität vom Typ Arbeitsmaterial-Datei. Obwohl ja nur eine Datei genutzt werden soll, laden Sie das gesamte Zip-Paket hoch. Nach dem Hochladen entpacken Sie das Paket durch anklicken.

In ihrem Paket ist eine Datei die Startdatei. Meist heißt sie index.html oder start.html. Klicken Sie auf diese Datei und auf den Button ‘Hauptdatei setzen’. Damit wird diese Datei als Startdatei gekennzeichnet. Nach dem Speichern wird beim Aufruf durch Moodle zunächst diese Datei gestartet und dann von ihre die weiteren Inhalte aufgerufen.

20. Dezember 2012: Sichtbarkeit nach Lernfortschritt

Dezember 20th, 2012

Ich gebe zu, mit dieser Funktion habe ich lange gehadert. Lernaktivitäten können je nach individuellem Lernfortschritt freigegeben werden.

Unter ‘Bedingte Verfügbarkeit’ in den Einstellungen einer Aktivität wird festgelegt, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Nutzer Zugriff haben. So kann man festlegen, dass vor dem Zugriff auf eine Aufgabenstellung ein bestimmtes Dokument aufgerufen worden sein muß.

Dies erlaubt es Lernpfade zu definieren.

Warum habe ich mit der Funktion gehadert: ich habe die Sorge, dass sie dazu gebraucht wird sehr dirigistisch Teilnehmern vorzuschreiben wie sie zu lernen haben. Tu erst das, dann darfst du das, dann erst bekommt du Zugriff auf jenes. Darin kann ein Stück weit Bevormundung stecken.
Im Laufe der Zeit habe ich erkannt, dass man damit aber auch Orientierung geben kann. Es kommt darauf an, wie man damit umgeht.

19. Dezember 2012: Zeitliche Steuerung des Zugriffs

Dezember 19th, 2012

Das Thema zeitliche Steuerung habe ich in dieser Reihe von Tipps schon einmal angeprochen. Dabei ging es um Forenbeiträge.

Genau so ist es möglich einzelne Lernaktivitäten erst zu einem bestimmten Tag sichtbar zu machen. In den Einstellungen zu den Lernaktivitäten wird dazu unter ‘Bedingte Verfügbarkeit’ ein Anfangs- und auf  Wunsch auch der letzte Tag zu dem eine Aktivität verfügbar ist definiert.

Sollte diese Funktion bei Ihnen nicht sichtbar sein, kann ein Administrator sie unter ‘Zusatzoptionen’ aktivieren.

18. Dezember 2012: Wie benennen Sie Ihre Aktivitäten und Materialien im Kurs?

Dezember 18th, 2012

Die meisten Lernaktivitäten werden sehr sachlich benannt. Z.B. “Präsentation von Peter Meier über….” oder “Lektion3: Grundlagen der Psychokybernetik". Manchmal werden einfach Dateinamen verwendet: Präsentation vom 8. Dezember 2012 oder ‘doc_10022012_rh’. Letzteres hat nur für wirklich eingeweihte einen Informationswert. Zu vermeiden sind sicher die kryptischen Bezeichnungen der digitalen Kameras wie ‘DSC_0043.jpg’.

Diese Sachlichkeit gibt eine Information, wirkt aber wenig motivierend.

Eine Alternative ist die Beschriftung des Links mit weiteren Informationen anzureichern:

  • Lektion 3: Psychokybernetik: Eine kurze und verständliche Einführung in die Grundlagen".

Eine andere Variante würde stärker die Handlungsaufforderung ‘Klick mich an’ enthalten:

  • Lesen Sie hier drei  Tipps zum Zeitmanagement, die wirklich helfen, den E-Mail-Terror zu reduzieren.

Welche Form geeignet ist, hängt sicher vom Charakter der Schulung und vom Umfeld ab. Letztlich haben die Beschriftungen jedoch mehrere Funktionen zu erfüllen:

  • Information
  • Aufmerksamkeit wecken
  • Orientierung
  • Abgrenzung von einander
  • Motivation
  • Handlungsaufforderung

Bereits in den 50er Jahren wurde in der Werbung die AIDA-Formel entwickelt. AIDI steht für Attention- Interest-Desire-Action, also Aufmerksamkeit wecken, Interesse erzeugen, Wunsch auslösen und Handlung starten.

Schauen Sie sich einfach mal kritisch die eigenen Kursgestaltungen unter diesem Aspekt an.