Kategorie: "Grundlagen"

Weitere deutsche Sprachversionen für Moodle

April 11th, 2012

Nein, keine Sorge, Moodle fängt weder mit sächsischen, schwäbischen oder plattdeutschen Sprachversionen an.  Dennoch gibt es Neues.

Die Standard-Sprachversion für moodle ist ‘de’ und redet alle Nutzer mit Sie an. Die Variante ‘de_du’ enthält nur solche Sprachelemente mit persönlicher Ansprache und ersetzt das ’sie’ durch ‘du’.

Im letzten Jahr haben wir ganz zaghaft mit der Version ‘de_kids’ begonnen. Ausgangspunkt war die Feststellung, dass viele Begriffe für Erwachsene verständlich, nicht aber für z.B. Grundschulkinder.  Idee dieserVersion ist es, die Sprachelemente in einfacher Sprache zu hinterlegen. Dies ist auch ein Aspekt von Barrierefreiheit. Inzwischen gab es für diesen Ansatz auch positive Rückmeldung aus dem Bereich ‘Deutsch als Fremdsprache’

Ab sofort  beginnt die Arbeit an einer weiteren Version ‘de_comm’. Kern dieser Anpassung ist die Feststellung, dass immer häufiger Moodle-Räume für Arbeitsgruppen und Communities verwandt werden.  Hier kann es irritierend sein, wenn der Begriff Kurs auftaucht.

Die Anpasszung der Sprachelemente erfolgt im Wesentlichen auf der Ebene der Nutzeroberfläche. Hintergrundelemente für Trainer und Administartoren werden nicht angepasst.

Alle Sub-Sprachversionen  benötigen das Standard ‘de’-Paket als Basis, da die Unterversion nur die Änderungen umfasst.

Dringend: Moodle 1.9 updaten

März 22nd, 2012

Es ist wahrlich eine Tugend des Bildungssektors manchmal etwas langsam zu reagieren.  In manchen Bereichen ist das Beharren an Bewährtem jedoch nicht zu empfehlen. Daher ergeht nun erneut der ganz dringliche Apell bis zur Jahresmitte alle Moodle-System der Reihe 1.9 upzudaten.

Warum? Moodle 2 ist im November 2010 veröffentlicht worden. Die Kernentwicklung nimmt noch bis Juni Sicherheitsupdates für Moodle 1.9 vor. Danach wird dies eingestellt.

Online Anwendungen sollten einer kontinuierlichen Sicherheitsüberwachung unterliegen. Die Moodle Kernentwicklung legt hierauf großen Wert. Lernplattformen verwalten eine Vielzahl sensibler Daten über Nutzer, den Lernprozess und häufig auch firmeninterne Lerninhalte, die nicht in fremde Hände gehören.

Mit der Einstellung der Pflege für Moodle 1.9 werden neu bekannt werdende Sicherheitsrisiken nicht mehr beseitigt. Über kurz oder lang könnte versucht werden ältere Moodle-Systeme anzugreifen, um Daten auszulesen oder zu manipulieren.  Diesem Risiko kann man aus demWeg gehen indem das eigene System auf die aktuellen Versionen von Moodle 2 upgegradet wird. Danach profitiert man wieter von der fortlaufenden Programmcodeüberwachung und -aktualisierung.

Prüfen Sie daher umgehend den Versionsstand Ihres Moodle-Systems. Die Information finden Administratoren im Block Website-Administration auf der Startseite unter Mitteilungen. Bei Moodle 2 Systemen finden Sie einen Block Einstellungen mit dem Unterpunkt Website Administration und dann dort den Unterpunkt Mitteilungen.

Aktuell ist derzeit die Version 2.2.2+. Im Juni wird Moodle 2.3. veröffentlicht.

eLeDia hat inzwischen viel Erfahrung auch mit Major-Updates von Moodle und kann Sie bei der Umsetzung unterstützen.
Kontakt: info@eledia.de

Moodle-Datenschutzerklärung for Kids

Februar 5th, 2012

Es wird völlig zurecht viel über Datenschutz diskutiert. Auch Moodle Lernplattformen verarbeiten personenbezogene Daten.  Daher ist es erforderlich, die Nutzer darauf aufmerksam zu machen und sie dies bestätigen zu lassen. Dies kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen.  Moodle ermöglicht es eine Datenschutzerklärung zu hinterlegen. Danach muß jeder Nutzer diese zur Kenntnis nehmen und bestätigen, um sich einzuloggen.

Der Inhalt einer solchen Erklärung muß Informationen darüber beinhalten welche Daten gespeichert, wozu sie verwendet und wann sie gelöscht werden. Man kann nun solch eine Erklärung in wunderbarem Juristendeutsch abfassen. Das ist jedoch nicht der Sinn der Sache. Der Text sollte auf die jeweilige Zielgruppe angepasst sein.

Ende Januar habe ich gemeinsam mit Ralf Krause vom Moodle-Treff der Bezirksregierung Düsseldorf und eifrigem Übersetzer von Moodle eine Datenschutzerklärung in einfachem Deutsch für Kinder abgefasst.

Die Datenschutzerklärung ist als Information für die Kinder gedacht. In manchen Bundesländern ist es erforderlich, die Zustimmung der Eltern einzuholen. Daher reicht diese Erklärung nicht überall alleine aus.

 

 

Hallo,

du hast dich gerade im Moodle-Lernbereich deiner Schule angemeldet. Das ist schön so. Wir haben viele tolle Sachen vorbereitet und möchten, dass du hier ohne Gefahr arbeiten, lernen und Spaß haben kannst.

Wenn du im Internet unterwegs bist, werden viele Informationen über dich und die von dir aufgerufenen Seiten gesammelt. Nicht immer weißt du, wer diese Informationen speichert und was er damit macht.

Auch im Moodle-Lernbereich deiner Schule werden Dinge über dich gespeichert. Du hast dich z.B. gerade angemeldet. Dein Name und die aktuelle Uhrzeit wurden gespeichert, zusätzlich die Adresse deines Computers. Außerdem kennt der Moodle-Lernbereich noch deine E-Mail-Adresse und die Kurse, in denen du angemeldet bist. Vielleicht ist auch ein Foto von dir hochgeladen worden.

In deinen Kursen wird gespeichert, was du anklickst und welche Aufgaben du bearbeitest. Du kannst diese Sachen selber in deinem Profil nachschauen. Wenn du in einem Forum schreibst, sehen es alle Personen im Kurs, deine Mitschüler/innen und die Lehrperson. Wenn du eine Aufgabe abgibst oder einen Test bearbeitest, sieht nur die Lehrperson deine Ergebnisse.

Deine Lehrer/innen in der Schule nutzen die Informationen aus dem Moodle-Lernbereich, um dir Hinweise und Tipps zugeben, wie du noch besser lernen kannst.

Alle Informationen werden auf einem Server im Internet gespeichert, aber ausschließlich Leute aus deiner Schule können diese Informationen sehen. Andere Leute dürfen diese Daten nicht sehen und darauf achtet deine Schule sehr sorgfältig. Spätestens am Ende des Schuljahres werden die gesammelten Informationen werden gelöscht, nur dein Zugangskonto bleibt bestehen. Es ist sehr wichtig, dass deine Schule alle Informationen in einem geschlossenen Bereich verwaltet und an niemanden außerhalb weitergibt.

Leider gibt es im Internet viele unsichere Server, bei denen deine Daten und die über dich gesammelten Informationen niemals gelöscht werden. Solche unsicheren Server möchten mit deinen Daten Geld verdienen. Vertraue nicht jeder Internetseite deine Daten an. Sei vorsichtig und frage deine Eltern und die Lehrer/innen in der Schule, was alles passieren könnte.

Du kannst selber mithelfen, deine Daten sorgfältig zu verwalten. Achte besonders gut auf den Namen und das Kennwort für die Anmeldung. Gib es nicht an andere weiter, auch nicht an deine Freunde. Andernfalls könnten andere mit deinem Zugang Blödsinn machen oder Schaden anrichten.

Alle Dinge im Moodle-Lernbereich und in den Kursen gehören jemandem. Er/sie hat geschrieben, gemalt oder fotografiert. Er/sie entscheidet selber darüber, wer es lesen und benutzen darf. Du darfst deswegen nichts an andere weitergeben, ohne denjenigen vorher um Erlaubnis zu fragen, der es gemacht hat.

Wenn du das hier ganz sorgfältig gelesen und verstanden hast, drück auf den Knopf. Damit wird gespeichert, dass du den Text gelesen hast.

Wenn dir noch etwas unklar ist, gehe zu deiner Lehrperson und frage sie.


Ralf Krause, Moodletreff Düsseldorf
Ralf Hilgenstock, eLearning im Dialog
27. Januar 2012

Der Text wird unter der Creative Commons Lizenz (CC) BY veröffentlicht. Er kann von jedermann genutzt, geändert und weiter publiziert werden.



 

eLeDia weitet Schulungsangebot 2012 aus.

November 27th, 2011

Bewährtes und Neues findet sich im Seminarangebot von eLeDia für das erste Halbjahr 2012. Neben den klassischen Train-the-Trainer- und Administrationsschulungen für Moodle finden sich neu im Angebot:

  • Moodle Train-the-Trainer Online Schulung im LiveClassroom 4 x 1,5 Stunden
  • Moodle Train-the-Trainerin. Spezialseminar: Nur für Frauen.
  • Kollaboratives Lernen mit Moodle
  • Texte für das Online-Lernen
  • Urheberrecht im E-Learning.
  • SCORM-Seminar. SCORM Lernpakete besser verstehen.
  • Datenschutzaspekte beim e-Learning
  • Webinare mit OpenMeetings
  • Moodle und ELIS: Elis ist eine zusätzliche Verwaltung für Online- und Präsenzangebot emit leistungsstarkem Berichtssystem auf Grundlage von Moodle
  • E-Portfolios mit Mahara

Terminübersicht und Angebotsdetailbeschreibungen finden Sie hinter den Links.

eLeDia veröffentlicht neues Hostingangebot für 2012

November 27th, 2011

Ab sofort gültig ist das neue Hosting Angebot für

  • Moodle
  • Moodle+Mahara
  • Moodle+Openmeetings Webinare
  • Moodle+ELIS

von eLeDia.  Download hier.

Mit ELIS bietet eLeDia nun eine erweiterte Verwaltungsplattform für Präsenz-und Online-Seminare, Curricula-Verwaltung und zur mandantenorientierten Nutzer- und Angebotsverwaltung.  ELIS speichert Lernergebnisse aus Kursen kursunabhängig und kann damit eine Lernerhistorie abbilden. Das Berichtssystem erlaubt zudem gezielte Berichte automatisch erzeugen und per Mail versenden zu lassen.

Mehr Informationen zu ELIS senden wir Ihnen gerne zu:  Bitte  Mail an  info [at] eledia.de.

Die Entwicklung der Lernplattform Fronter wird eingestellt.

Mai 22nd, 2011

Die Universität Wien hat in den letzten Jahren zwei Lernplattformen parallel betrieben. Neben Moodle kam auch Fronter zum Einsatz. Nun berichtet die Universität Wien auf Ihrer Webseite, dass sie den Betrieb von Fronter auslaufen lässt und ab kommendem Wintersemester keine neuen Kurse mehr auf Fronter eröffnen wird.

Grund hierfür ist nicht nur die hohe Akzeptanz für Moodle im alltäglichen Betrieb, sondern auch die Einstellung der Weiterentwicklung von Fronter.

Fronter war in Norwegen entwickelt und vor einigen Jahren von der Pearson Verlagsgruppe aufgekauft worden. Indizien für Probleme gab es bereits im letzten Jahr als Fronter vom amerikanischen Markt genommen wurde.

Hinweis: eine Bestätigung der Information zur Einstellung der Entwicklung von Fronter an anderer Stelle konnte noch nicht gefunden werden.

Moodle & Usability

März 19th, 2011

Weder ist das Thema Usability neu, noch ist es für Moodle ein Fremdwort.  Dennoch ist es für eine Lernumgebung eine besondere Herausforderung. Diese Woche führten die Technische Universität Ilmenau, das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien und eLeDia einen Moodle Usability Workshop. Mit dabei weitere Vertreter von der Universität Bremen, der Hochschule Offenburg und der Fernfachhochschule der Schweiz.

Ich werde in Kürze ausführlicher über die Ergebnisse berichten.

Für heute nur ein kurzer Einstieg: Warum ist Usability bei Lernplattformen recht komplex? Die Zahl derer, die aktiv Usability  beeinflussen ist groß. Bei einer Software, die ich auf meinem PC installiere erstellen Softwareentwickler ein Programm und ichinstalliere es. Vielleicht mache ich noch ein paar Einstellungen.

Bei einer Lernplattform wie Moodle gibt es auch den Softwareentwickler und einen Endanwender, den Teilnehmer an einem Kurs.  Dazwischen gibt es nun jedoch noch den Übersetzer der Oberfläche, den Administrator, den Oberflächendesigner und den Trainer, der einen Kurs einrichtet.

An Hand von eindrucksvollen Beispielen, Diskussionen und eigenen Versuchen konnten wir nicht nur Probleme, sondern auch Lösungsansätze zur Verbesserung  herausarbeiten.

Die Usability Diskussion wird im Rahmen der MoodleMoot im Programm und am Rande in einer Arbeitsgruppe fortgesetzt werden. Derzeit wird ein Kursraum mit Ergebnissen und zur weiteren Diskussion auf http://moodle.de vorbereitet.

Moodlekurse anlegen ohne Nachrichtenforum

März 19th, 2011

Beim Anlegen eines neuen Moodlekurses wird automatisch das Nachrichtenforum angelegt. Dieses ist nicht in jedem Fall gewünscht. Der Administrator kann in den Standardeinstellungen für die Anzahl neuester Nachrichten den Wert ‘Null’ setzen.



Das Nachrichtenforum ist direkt verknüpft mit dem Block ‘Neueste Nachrichten’.

Wenn zugleich noch in der Konfigurationsdatei config.php ein Eintrag vorgenommen wird, damit das Nachrichtenforum nicht automatisch im Kurs angelegt wird, erscheint auch das Nachrichtenforum nicht mehr von alleine im Kurs.


$CFG->defaultblocks_override = 'participants,activity_modules,search_forums, admin,course_list:news_items,calendar_upcoming, recent_activity';

Diese Zeile steuert die Standardarstellung der Kursblöcke links und rechts. Wenn man den durchgestrichenen Teil entfernt wird der Block nicht mehr automatisch angelegt.


Beide Einstellungen wirken sich nur auf neu angelegt Kurse aus. Bestehende Kurse werden nicht geändert.

Falls das Nachrichtenforum gewünscht wird, reicht es im Kurs unter Administration den entspchrenden Wert wieder hochzusetzen und ggfs. den Block wieder im einzelnen Kurs zu aktivieren.

Verschenken oder verkaufen Sie Zugänge zu Ihren Moodlekursen

März 6th, 2011

eLeDia bietet mit einer Zusatzfunktion nun die Möglichkeit, Moodle-Kurse zu verkaufen oder im Rahmen des Marketing Einmal-Zugangscodes zu Kursen zu vergeben. Die Anfrage kam aus dem Bereich professioneller Kursanbieter und von Verlagen. Wie können wir ein möglichst einfaches Verfahren in Moodle umsetzen, um Nutzern den Zugang zu einem bestimmten Kurs zu ermöglichen oder an einen Lehrer 25 Zugänge für einen Kurs zu verkaufen?

Nun ist die Lösung da:

Mit Hilfe eines neuen Kurseinschreibungsverfahrens werden Zugangscodes für einen Kurs erzeugt. Diese werden per E-Mail versandt. Jeder Zugangscode kann einmal und nur für den Kurs für den sie erzeugt wurden eingesetzt werden. Danach wird der Code ungültig.

Nutzer können sich auf der Moodle-Plattform selber registrieren und erhalten durch Eingabe des Zugangscodes Zugriffsrechte als Teilnehmer.

Kursanbieter können damit einzelne oder mehrere Teilnahmeplätze in einem Kurs verkaufen und an die Teilnehmer weiter geben. Eine doppelte Nutzung ist unmöglich.

Die neue Funktion für Moodle wird auf jedem Moodle-System separat installiert und kann für alle oder einzelne Kurse aktiviert werden. Gerne versenden wir dazu Informationen: info@eledia.de

Datenschutz: Vorsicht bei Einbindung externer Dienste in Lernplattform

Februar 23rd, 2011

In den letzten Tagen gab es Berichte bei Heise und Spiegel über eine datenschutzrechtliche Auseinandersetzung  zwischen einem Webseitenbetreiber und der niedersächsischen Datenschutzbehörde. Da diese auch auf bestimmte Nutzungen von Lernplattformen Auswirkungen hat, berichte ich hier darüber.

Der Betreiber der Webseite hat sowohl Werbeschaltungen für Amazon, als auch statistische Analysewerkzeuge über die Nutzung der Webseite eingebunden. Bei diesen Funktionen wird beim Aufruf der Seite die IP-Adresse des Aufrufenden weitergeleitet an einen Dritten (Amazon, Google, etc.) und dort ausgewertet.

Nach Auffassung der Datenschutzbehörde erfordert eine solche Weitergabe der IP-Adresse die aktive Zustimmung der Person, die die Seite aufruft. Die IP-Adresse sei ein personenbezogenes Datum und deren Verarbeitung oder Weiterleitung unterliegt der Zustimmungspflicht.

Die IP-Adresse identifiziert den Rechner, der eine Webseite aufruft.  Sie ist erforderlich, damit der Server auf dem der Webseiteninhalt liegt einen Empfänger für den Versand der Datenpakete mit den Seiteninhalt hat.

Was hat das nun mit Lernplattformen zu tun?

Zunächst die gute Nachricht. Lernplattformen wie Moodle geben von sich aus keine personenbezogenen Daten oder IP-Adressen an andere Betreiber weiter. Durch die Einbindung einer entsprechenden Zustimmungserklärung in den Loginprozess kann die gesetzliche Anforderung der Information und der Zustimmung zur Speicherung personenbezogener Daten gesetzeskonform  abgewickelt werden.

Nun wo liegt dann das Problem? In der letzten Zeit hat es sich eingebürgert, dass in Lernplattformkurse durch Trainer/Lehrer externe Quellen eingebunden werden. Dazu drei Beispiele:

  • Ein Video von Youtube/Lehrertube oder einer anderen Quelle wird über einen Filter oder einen Code in die Seite eingebunden. Damit das Video angezeigt werden kann, muß an den Betreiber der Videoplattform die IP-Adresse des aufrufenden Nutzers übergeben werden, damit das Video ausgeliefert und im Browser angezeigt werden kann.
  • Ein externer Web 2.0 Dienst wie Wallwisher oder andere wird eingebunden. Auch hierzu wird die IP-Adresse übergeben.
  • Ein extern betriebenes Live Classroom System wird angebunden, um Live Präsentationen  durchzuführen. Und auch hier müssen Nutzerinformationen an einen anderen Dienstleister übergeben werden. Dies gilt besonders wenn ein Single-Sign-On verwendet wird.

Was ist nun wirklich das Problem? Die Seiten sind doch schließlich meist öffentlich verfügbar. Jeder kann sie in den Browser eingeben und den Inhalt aufrufen. Juristisch ist es ein Unterschied, ob der Nutzer des Kurses, dies aus eigener Entscheidung heraus tut, oder ob ohne seine Zustimmung und sein Wissen der Betreiber der Seite/des Kurses dies tut und damit die IP-Adresse weitergibt. Dies ist nach der aktuellen Auffasung der Datenschutzbehörde eine Weitergabe personenbezogener Informationen.

Die Einbindung von statistischen Auswertungsdiensten wie Google Analytics wird inzwischen als nicht datenschutzkonform betrachtet. Bei Lernplattformen ist mir bisher jedoch nicht bekannt, dass entsprechende Funktionen regelmässig eingebunden werden. Wer das dennoch getan hat, sollte sich hier genauer informieren.

Die Nutzung von externen RSS-Feeds in Moodle Kursen ist nicht von diesem Problem betroffen. In dem Fall fragt das Moodle System regelmässig die externen Quellen ab und stellt die Informationen in  einem Block dar.  Nutzerdaten sind nicht im Spiel.

Wie schätze ich die Situation ein? Zunächst sollten alle, die entsprechende externe Funktionen in ihre Kurse eingebaut haben, die Diskussion weiter aufmerksam verfolgen. Denn es gibt unterschiedliche Rechtsauffassungen über die Frage, ob eine IP-Adresse bereits ein personenbezogenes Datum sei. Ein Hamburger Gericht hat dies erst kürzlich verneint. 

Wer ganz vorsichtig sein will, kann folgendes tun:

  • Information der Nutzer in der Zustimmungserklärung, dass bei eingebundenen Inhalten in Kursen IP-Adressen an andere Dienstleister weitergeleitet werden.
  • Verzicht auf externe Dienste, Youtube-Videos auf der Startseite und in öffentlich ohne Registrierung zugänglichen Bereichen.
  • Verlinkung auf entsprechende Seiten, statt Einbindung, ggfs. mit der Information, dass es sich hierbei um externe seiten handelt.

Hinweis: Die hier gegebenen Informationen sind meine persönliche Einschätzung. Ich bin kein Jurist und gebe keine Rechtsberatung.