Kategorie: "Grundlagen"

Gruppenmitglieder sollen selber Kalendereinträge vornehmen

Januar 20th, 2011



Hier nun der zweite Beitrag zur Diskussion mit dem Team vom KDA.

Die Frage lautete: Kann man den Mitgliedern einer Gruppe das Recht geben, für ihre Gruppe Termine im Kalender einzutragen? Ja es geht.

Normalerweise können dies nur Trainer durchführen. Mit einer kleinen Änderungen bei den Berechtigungen für Teilnehmer/innen lässt es sich anpassen.

Die Änderung kann vom Admin auf Systemebene oder auf Kursebene vorgenommen werden. Die Änderung auf Kursebene erfolgt im Kurs unter Verwaltung - Rollen zuweisen -> Tab ‘Zugriffsrechte ändern’. Sie wirkt sich nur auf den Kurs aus. Sie kann systemweit im Block  Website-Administration erfolgen.

 

Es gibt für Kalendereinträge zwei Berechtigungen. Da ‘Alle Kalendereinträge verwalten’ zu weit geht, wähle ich ‘Kaleneinträge für Gruppe verwalten’. Dies beschränkt die Eintragsmöglichkeiten für Teilnehmer wirksam auf solche, die die eigene Gruppe  betreffen. Einträge des Trainers bleiben unberührt.



Nun ist es noch erforderlich  alle Teilnehmer in eine Gruppe einzutragen.  Legen Sie dazu eine Gruppe im Kurs an. Tragen Sie alle Teilnehmer des bestehenden Kurses in die Gruppe ein.

Falls Sie mit Kurzugangsschlüsseln arbeiten können Sie dies automatisieren. Vergeben Sie beim Anlegen der Gruppe einen Gruppenschlüssel. Tragen Sie für den Kurs unter Administration - Einstellungen einen Kursschlüssel ein.  Teilen Sie den Teilnehmern nur (!) den Gruppenschlüssel mit. Wird der Gruppenschlüssel als Zugangsberechtigung  zum Kurs von den Teilnehemrn verwendet erhalten Sie Kurszugang und werden automatisch der Gruppe zugeordnet.

Die Kommunikation in sozialen Netzen verändert unsere Arbeitswelt

September 19th, 2010

… und wie reagiert die Bildung darauf?

 

Eine sehr eindrucksvolle Präsentation der Veränderungen der letzte Jahre hat Teemu Arina mit seinem Team erstellt.

 

 

Für Unternehmen lauten einige Fragen daraus:

  • wie verlaufen künftig Informationsflüsse im Unternehmen und mit seinen Umwelten?
  • wie laufen künftig Entscheidungen ab?
  • wer lässt sich von wem und warum führen und welche Form von Personalführung benötigen wir?
  • was bedeutet Transparenz und offene Kommunikation in stark geregelten Arbeitsbereichen?
  • was wirkt sich auf welche Arbeitsplätze aus?

Ich lese gerade The working smarter fieldbook von Jay Cross, Jane Hart u.a.m. die sich umfassend mit dem Thema befassen. Ihr Hintergrund ist die Feststellung, dass der überwiegende Teil unseres Lernens (80-90%) informell erfolgt. Die Konzentration unserer Lernprozesse erfolgt jedoch auf formales Lernen.

  • Welche Konsequenzen müssen wir daraus für die professionelle Lernorganisation ziehen?

Das Buch ist sehr anregend aber leider sehr zusammengeschustert. Die einzelnen Kapitel sind nicht aufeinander abgestimmt und in Teilen wirkt es als seien Blogbeiträge der Autoren hintereinander kopiert worden.

Vor einem anderen Hintergrund befasst sich der Kurs Personal Learning Environments Network and Knowledge 2010 mit der gleichen Fragestellung. Hier wird hinterfragt wie Persönliche Lernumgebungen und Persönliche Netzwerke moderne und künftige Lernprozesse beeinflussen.

Der Kurs selber ist schon ein Phänomen. Über 1500 eingetragenen Teilnehmer beleuchten bis Mitte November das Thema. Wöchentlich gibt es Impulse, Diskussionen und zwei Live Sitzungen. die Teilnahme ist kostenfrei. Der Ort ist weltweit das Internet.

 

 

10 Wege zum Online-Lernerfolg

Dezember 28th, 2009

Von Cindy Wolfe, University of Phoenix
gefunden unter http://elearnmag.org/subpage.cfm?section=best_practices&article=62-1

Fernunterrichtsteilnehmer müssen eine wesentlich aktivere Rolle beim Lernen übernehmen und aktiver auf Informationen zugreifen als traditionelle Studenten im herkömmlichen Präsenzunterricht. Schriftliche Mitteilungen oder Nachrichten des Trainers und der Klassenkameraden ersetzen die direkte Kommunikation untereinander. Schulungsunterlagen werden nun online veröffentlicht. Anstatt einfach im Unterrichtsraum zu sitzen und abzuwarten was da kommt, müssen Sie die Initiative ergreifen und das Lernmaterial herunterladen und bearbeiten.

Als Fernunterrichtsstudent werden Sie feststellen, dass Proaktivität sich durch gute Noten und bessere Lernergebnisse auszahlt.

1. Lesen Sie den Lehrplan und nutzen Sie ihn als einen “Fahrplan”

Der Lehrplan wird Sie durch den Kurs leiten. Es enthält nicht nur Informationen über den Trainer, die Einstufung und Zuordnung des Lerninhalts und Zeitpläne, sondern auch Anleitungen zur Nutzung von Online-Foren und Online-Texten. Sie sollten sich diese Informationen herunterladen und speichern.

Ein guter Lehrplan ist eine Art “Fahrplan” zum Erfolg. Lesen Sie ihn gründlich und stellen Sie Fragen, wenn Ihnen Punkte unklar sind. Möglicherweise müssen Sie Ihre Frage per E-Mail stellen oder in einem Forum posten. Manchmal können Sie diese auch am Telefon klären. Nutzen Sie nicht alle Mittel der Kommunikation zugleich, die Ihnen zur Verfügung stehen.

Der Lehrplan hilft Ihnen häufig auch einen Überblick über den gesamten Lernstoff zu behalten. Drucken Sie ihn aus und verschaffen Sie sich einen Überblick. Dies wird Ihnen helfen, die Bearbeitung der Aufgaben zu planen, und trotzdem Zeit für Ihr Privatleben zu haben.

2. Achten Sie auf die Abgabezeiten für Aufgaben
Der Trainer kann Ihre Aufgaben nicht bewerten, wenn Sie diese nicht abgeben. Die meisten Trainer legen Abgabezeitpunkte fest. Manchmal ist nach Zeitablauf keine Abgabe mehr möglich oder es erfolgt sogar ein Punktabzug bei verspäteter Abgabe.

Mit Online-Kursen haben die Studierenden weniger Ausreden. Man kann nie sagen: “Ich schob es pünktlich unter der Tür durch. Was meinen Sie damit, Sie haben es nie erhalten?". Online wird ein Zeitstempel vergeben, wenn Sie eine Aufgabe abgegeben haben. Dieser gibt Ihnen die Sicherheit pünktlich abgegeben zu haben und dem Trainer einen Nachweis, falls Sie zu spät waren.

Stellen Sie sicher, dass Sie selber erkennen könne, dass Ihre Lösung online eingereicht wurde, bevor Sie sich ausloggen.

3. Verfolgen Sie die Online-Ressourcen sorgfältig Woche für Woche

Die meisten Online-Kurse nutzen ein Online-Lernsystem wie Blackboard, Moodle oder eine andere Inhouse-Kurs-Management-Softwaretool. Ihr Trainer kann zusätzliche Lernanregungen jederzeit einfügen. Dies wird er auf ihre Lerngruppe, Vorerfahrungen und Kenntnisse abstimmen.

Die Schulleitung wird ebenfalls in der virtuellen Lernumgebung Informationen hinterlegen und aktualisieren.

Der Trainer behält sich vor, den Kurs zu aktualisieren und diese Änderungen über das Online-Lernsystem kommunizieren. Online finden Sie herunterladbare Texte und Aufgaben zur Bearbeitung und zur Rückgabe. Machen Sie einen Rundgang durch das System und machen Sie sich mit all seinen Eigenschaften vertraut, sobald Sie einen Zugang erhalten haben.

4. Suche nach eine neue Idee in jeder Lerneinheit

Sie sind letztlich verantwortlich für das, was Sie im Kurs lernen. Jedes Mal wenn Sie in einer Forumsdiskussion Antworten lesen, einen Text lesen, eine Aufgabe alleine oder mit anderen zusammen bearbeiten, sollten Sie ein paar neue Ideen oder Gedanken zum Thema gewinnen.

Wenn Sie durch den Lernstoff eilen, ohne ihn zu reflektieren, werden Sie nur wenige Informationen behalten. Wenn Sie jedoch aktiv nach Wissen suchen, werden Sie es finden. Ich schlage Ihnen vor, sich in einem Notizbuch aufzuschreiben, was Sie als Neues entdeckt und erfahren haben. Greifen Sie darauf zu Beginn jedes neuen Lernabschnitts zu. Nutzen Sie diese Informationen heute als einen Baustein für das, was Sie morgen lernen wollen.

5. Unterstützung und Förderung der anderen Teilnehmer
Pflegen Sie eine positive Atmosphäre zu pflegen mit Ihren Kommilitonen. Bauen Sie eine konstruktive Beziehung mit den anderen auf. Sie werden davon selber ebenfalls profitieren.

Sie werden sich schnell an das zeitversetzte Lernen gewöhnen und selbst herauszufinden, wie Sie andere am besten mit geschriebenen Texten unterstützen und können. Stellen Sie sicher, dass Ihre Beiträge konstruktiv positiv sind, auch wenn Sie auf einen Fehler hinweisen. Machen Sie Vorschläge zur Verbesserung, geben Sie konkrete Anregungen.

6. Beteiligen Sie sich an Diskussionen

Eines der Geheimnisse für Fernunterricht ist Engagement. Studierende, die sich an den Diskussionen beteiligt zeigen, dass sie Wissen und Verständnis suchen.

Übernehmen Sie eine aktive Rolle am Lernprozess. Beteiligen Sie sich an Diksussionen. Trainer/innen wissen, wer aktiv mitarbeitet und wer nicht. Sie haben Zugang zu allen Foren. Oft können sie auch sehen, wie viele Diskussions-Beiträge jeder Teilnehmer geöffnet und gelesen hat, auch wenn Sie darin nichts geschrieben haben.

In einem asynchronen Umgebung können Gespräche werden sehr lebendig und aktiv, und groß geworden Lernorte-Vergewissern Sie sich, machen Sie sich ein Teil von ihr.

7. Bleiben Sie organisiert
Organisation ist der Schlüssel für den Online-Lernerfolg! Ich empfehle Ihnen die zusammengehörigen Materialien an einer Stelle zusammeln z. B. Lehrpläne, Aufgaben und Texte und Materialsammlungen; oder gliedern Sie die Unterlagen nach einer zeitlichen Struktur in Woche 1, Woche 2, und so weiter. Eine reale materielle Strukturierung der Lernmaterialien unterstützt Sie zeitlich flexibel zu sein. Das ist übrigens für die meisten Online-Lerner der zentrale Beweggrund, sich für E-Learning zu entscheiden. Ich bin zeitlich und räumlich unabhängig.

8. Nicht zu lange hinauszögern

Sie müssen proaktiv an den gestellten Aufgaben arbeiten. Trainer/innen können in der Regel leicht erkennen, wenn Sie eine Aufgabe in der letzten Minute zusammengeschustert haben. Beginnen Sie gestellte Aufgaben frühzeitig und arbeiten Sie Tag für Tag daran. Zum Beispiel, wenn Sie füreine Aufgabe eine Woche Zeit haben, erschließen Sie sich an den ersten beiden Tagen das Thema, strukturieren Sie die Lösung am dritten Tag und nutzen Sie nächsten beiden Tage zum Schreiben des Textes. Der sechste Tag eigent sich gut, den Text Korrektur zu lesen und zu prüfen, ob alle Zitate gekennzeichnet wurden.

9. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Erfahrungen in die Diskussionen einbringen können

Bildung muss relevant sein und einen Unterschied machen in Ihrem Leben. Überlegen Sie sich, wie Sie ihre bisherigen Erfahrungen in die Diskussion zum Thema einbringen können und wie das neu gelernte für Ihren Job oder zukünftige Ausbildung wichtig werden kann. Einige Kurse bauen auf den Erfahrungen derTeilnehmenden auf, wie z.B. in Wirtschaft, Soziologie oder Psychologie.

Trainer/innen erwarten von Ihnen mehr als das Lesen und Wiedergeben von Texten . Sie wollen sehen, dass Sie die Informationen verstanden haben und auch effektiv nutzen können. Sie werden feststellen, dass Foren zur Diskussion angeboetn werden. Nehmen Sie sich die Zeit diese zu lesen, formulieren Sie eine hilfreiche und verständliche Antwort. Oder stellen Sie selber eine Frage. Dies zeigt, dass Sie sich aktiv mit demLerninhalt auseinandersetzen und hilft Ihnen, den Lernstoff zu verinnerlichen.

10. Setzen Sie sich langfristige Ziele

Ihre praktische Lernerfahrung hilft Ihnen, Ihre Ziele zu erreichen. Als Lernender nutzen Sie die Flexibilität des Lernens und gleichzeitig die Lebens-und Berufszeile zu verfolgen. Setzen Sie sich bewusst kurz-und langfristige Ziele. Sie geben Ihnen wichtige Implulse.

Wie viele Funktionen benötigt Ihr Moodle-System?

Oktober 15th, 2009

In den letzten Wochen und Monaten erreichten uns immer wieder Anfragen von Kunden nach Moodle-Systemen mit deutlich weniger Funktionen. Diese Woche war ich in einer Veranstaltung in der Teilnehmer über den Auswahlprozess für eine Lernplattform diskutierten und beklagten, das größte Problem sei es meist, Funktionen loszuwerden, die man nicht benötige.

Wir haben uns daran gemacht Moodle auch einmal ganz reduziert anzubieten. Wir können nun auch Moodle-Systeme mit ganz wenig Funktionen anbieten:

Lernaktivitäten

  • Forum
  • Test (nur mit Single- und Multiple-Choice-Fragen)
  • Textseiten, Dateien und Links

Kursbearbeitungsfunktionen reduziert auf

  • Bewertungen
  • Dateiupload
  • Testfragenerstellung

Hier ein paar Bilder von http://mini.moodle.de

Wenige Lernaktivitäten Ganz wenige Blöcke

Weniger Administrationsfunktionen

Die Systeme stehen nunmehr auch im Hosting von http://eledia.de auf Anfrage zur Verfügung.
Wie viel Moodle brauchen Sie?

Suchpraktikant Egon findet Moodle nicht

August 19th, 2009

Zufällig gerade bei einem Verlag die Suchanfrage Moodle auf der Webseite eingegeben. Danach meldet sich der Suchpraktikant Egon:

Nett, aber Bücher zu Moodle finden Sie am vollständigsten auf http://moodle.de. Zusätzlich gibt es Online-Lernvideos in unserem Lernvideoshop.

Hier erstmals zwei Beispiele zum Einstieg:

Das Kursraumprinzip in Moodle





Funktionsweise von Moodle





Moodle mit Lego erklärt - deutsche Version

Juni 27th, 2009

Gestern habe ich die Präsentation gesucht. Jetzt habe ich sie wieder gefunden.

Zehn Stufen des E-Learnings

April 11th, 2009

In den letzten Keynotes hat Martin Dougiamas immer wieder zehn Phasen bei der Nutzung von E-Learning vorgestellt, die ich hier mal mit 10 Stufen übersetzen möchte:

  1. Content veröffentlichen (Arbeitsmaterialien, SCORM-Lernpakete
  2. Ein passives Forum betrieben (meint: ein Forum ist vorhanden und steht den Teilnehmern zur Nutzung zur Verfügung)
  3. Tests und Aufgaben
  4. Wikis, Glossare und Datenbanken kommen zum Einsatz (besserer Content)
  5. Ernsthafte aktive Nutzung des Forums (meint: aktives Fragen stellen und aktive Moderation)
  6. Aktivitäten werden zu Sequenzen, die sich aufeinander beziehen, kombiniert
  7. Die Funktionen der Lernaktivitäten werden intensiver reflektiert und auch zunächst verborgene Funktionen werden genutzt (z. B. Frage-und-Antwort-Forentyp oder von Nutzrn erstellte Glossare
  8. Das Umfragemodul wird genutzt, um den Lernprozess zu erheben und zu reflektieren
  9. Peer-Feedback (z. B. aus dem Workshop-Modul) wird angewandt
  10. Der Austausch von Ideen, aktive Inhaltserarbeitung und Selbststudien werden zum Unterrichtsgegenstand

"Vorsicht Moodle"

März 14th, 2009

Moodle hat sich weltweit im Markt der E-Learningplattforen in allen Bildungsbereichen durchgesetzt. Das ist erfreulich, zugleich aber auch Last.

Moodle ist kein Hype. Unter Hype verstehe ich Produkte und Trends, die hochgepuscht werden, viel öffentliche Aufmerksamkeit erleben, aber sich nicht tatsächlich durchsetzen.

Erst Moodle hat z. B. in Deutschland dazu geführt, dass tausende von Bildungseinrichtungen Lernplattformen zur Unterstützung des Präsenzlernens einsetzen. Der hohe Bekanntheitsgrad von Moodle und die Flexibilität haben zugleich den Erwartungsdruck erhöht und unrealistische Vorstellungen entstehen lassen.

Einige Beispiele:
‘Moodle verbessert den Unterricht.’
Das ist tatsächlich richtig, wenn der Lehrer Moodle dazu benutzt. Moodle bietet ein gut geeignetes Werkzeug dies zu tun. Der eigentliche Verbesserer ist und bleibt aber der Lehrende. Moodle schafft das nicht automatisch und das ist auch gut so.

‘Moodle ist einfach zu nutzen.’
Auch das ist tatsächlich der Fall. Wenn man es vergleicht mit anderen Werkzeugen. Man muss sich jedoch auch auf eine Systematik einlassen. Ein Test ist per se keine einfache Sache. Lehrende entwickeln ihn häufig intuitiv. Die einzelnen Schritte verlaufen nicht unbedingt bewusst reflektiert. Beim Anlegen eines Tests muss man sich die formalen Schritte (Einsatzszenario, Fragentyp, Fragentext, Antworten, Feedback, Bewertung, Zusammenstellung, Auswertungen und Gesamtfeedback) klar machen. Diese sind dann in Moodle zu hinterlegen. Im Alltag eines Lehrers werden diese häufig zeitversetzt gemacht. Bewertung und Feedback werden meist erst während der Bewertung selber entwickelt. In Moodle erscheint daher die Erstellung eines Tests aufwendig.
P.S.: Ganz sicher sind Formulare in Moodle für Aufgaben und Tests optimierungsfähig und gerade daran wird aktuell auch heftig gearbeitet.

Simple-Moodle vs. Funktionserweiterung
Auf der einen Seite wird erwartet, dass man Moodle auf wenige Funktionen beschränken können solle, da Moodle viel zu umfangreich sei. Andererseits wird argumentiert, man könne Moodle überhaupt nur dann nutzen wenn diese und jene zusätzliche Funktion genau auf diese oder jene Art und Weise zur Verfügung stünde. Das Phänomen ist, dass diese Aussagen u. U. in der gleichen Institution gestellt werden. Entweder geht es um eine gruppendynamische Auseinandersetzung in einem Kollegium mit ganz anderen Zielen oder um mangelnde Fähigkeit, nicht genutzte Funktionen einfach zu ignorieren. (Verweigern die Simplifizierer eigentlich auch den Einsatz einer Textverarbeitung, weil sie selber nur 5 % der Funktionen nutzen? Oder warum sind die ‘Funktionsforderer’ nicht mit Workarounds zufrieden, wenn diese das angestrebte Ziel erreichen?) Übrigens viele der Simplifizierungen sind durch die einfache einmalige Konfiguration von Moodle (Abschalten von Lernaktivitäten und Blöcken, anderer Aufbau neuer Kursräume) leicht gestaltbar. Manchmal muss man halt jemanden fragen, der isch damit auskennt.

Moodle erreicht heute Personen, die wenig Kenntnisse in der Medienentwicklung haben.
Heute arbeiten Menschen mit Moodle, die bisher mit Fotokopierer und Klebstoff Lernmaterialien zusammengebastelt haben. Manche von Ihnen schaffen es gerade eben, in eine Word-Datei ein Bild einzufügen. Ganz zu schweigen davon, in Powerpoint eine wirkungsvolle, nicht überladene, Animation zu erstellen. Die gleichen Menschen erwarten nun, dass sie mit Moodle Seiten und Inhalte hochprofessionell erstellen und das natürlich einfach von der Hand geht, sich selbst erklärt, weder Schulung noch Übung erfordert.

Manche dieser Forderungen sind schlicht unrealistisch. Andere sind Herausforderungen bei der Weiterentwicklung von Moodle.

Aktuell findet eine sehr engagierte Diskussion um Nutzerführung und Design in Moodle statt. Dabei geht es genau um solche Fragen der Orientierung und der Nutzerführung, aber auch um die visuelle Identität und Anpassbarkeit. Die Diskussion findet im Wesentlichen unter http://moodle.org - Kursraum Using Moodle im Developerforum, im Forum Theme und im Quiz-Forum statt.

Moodle: solide wirtschaftliche Basis

März 14th, 2009

Vielen ist nicht bekannt wie sich ein Open Source Produkt wie Moodle eigentlich finanziert. Es ist ja schon merkwürdig: Da kann man ein hochprofessionelles Produkt kostenlos herunterladen und nutzen. Es gibt festangestellte Mitarbeiter und eine weltweite Koordination der Arbeiten. Wo kommt das Geld dafür her?

Gestern fand ich zufällig diese Grafik.

Vergleich Sakai-Moodle Finanzierung

Sakai ist eine in Deutschland kaum bekannt open source Plattform. Sie wird ganz wesentlich aus Stiftungsmitteln der Carnergie Mellon Foundation und einem Netz aus Hochschulen finanziert. Die Grafik zeigt, dass Sakai im Unterschied zu Moodle massiv durch Stiftungsmittel gepäppelt wurde.

Viele Lernplattformen fristen ihre Existenz aus öffentlichen (Förder-)Mitteln oder haben diese immer wieder angezapft. Ilias und Metacoon sind zwei Beispiele dafür. Sie wurden neben einer Reihe von anderen Projekten, die mittlerweile das zeitliche gesegnet haben, aus den Förderprogrammen des BMBF finanziert. Selbst kommerzielle Produkte haben häufig eine öffentliche Förderung im Hintergrund oder als Basis. Beispiele hierfür sind u.a. die SAP Learning Solution, die aus einem öffentlichen Forschungsprojekt hervorging, Clix, das immer wieder in größeren EU-Programmen involviert ist, und Edunex von T-System, das eine Fortführung der von mehreren Kultusministerien finanzierten, letztlich aber erfolglosen, Plattform einzelner Schulbuchverlage ist.

Öffentliche Förderung ist nicht gut oder schlecht. Entscheiden ist jedoch, ob es gelingt, eine nachhaltige Akzeptanz am Markt und eine solide wirtschaftliche Grundlage zu entwickeln. Dies wird m.E. bei öffentlichen Förderprogrammen immer wieder unterschätzt. Das aktuelle Förderprogramm der Bildungsministeriums in Deutschland setzt den Focus wiederauf reine Technologieentwicklung und vernachlässigt die nachhaltige Markteinführung mit einer soliden wirtschaftlichen Grundlage.

Kann Moodle ohne solche eine Förderung leben? Und was steckt wirtschaftlich hinter Moodle?

Tatsächlich ist Moodle nicht aus einer öffentlichen oder Stiftungsfinanzierung hervorgegangen. In den letzten Jahren hat es tatsächlich Auftragsentwicklungen von Microsoft (MS SQL) oder der Open University (z.B. neues Gradebook) gegeben.

Der wesentliche wirtschaftliche Background ist jedoch ein weltweites Netz von Supportunternehmen, den Moodle-Partnern. Diese refinanzieren durch eine Umsatzabgabe und Partnergebühren die weitere Entwicklung. Inzwischen fast 40 Unternehmen auf allen Kontinenten bieten professionelle Dienstleistungen an. Dies sichert Moodle einen kontinuierlichen Mittelzufluss und Unabhängigkeit von sporadischen und zeitlich befristeten Förderungen.

Letztlich profitieren die deutschen Behörden und Ministerien davon in enormer Weise, da ihnen ein Werkzeug an die Hand gegeben wird für das keine Lizenzkosten anfallen. Nur auf diesem Wege können derzeit in vielen Bundesländern Schulen (nahezu) kostenfrei eine Lernplattform nutzen. Ein Geschenk, das ihnen letztlich nur deshalb zur Verfügung steht, weil andernorts Dienstleistungen bezahlt werden.

Ich betone dies deshalb so deutlich, weil in manchen Foren etwas unwirsch darauf reagiert wird, wenn bestimmte Supportleistungen nur gegen Entgelt angeboten werden oder Handbücher
und Lernvideos auch verkauft werden.

Innerlich geht mit manchmal die - nicht vorhandene - Hutschnur hoch wenn mal wieder gefordert wird, alles müsse kostenfrei sein. Aus der Sicht eines Lehrers, der keinen Zugriff auf Budgets hat, kann ich das verstehen. Nur ist Moodle oder ein Dienstleister nicht der passende Adressat einer solchen Forderung. Vielmehr sind dort dann Schulträger oder Ministerien der richtige Anlaufpunkt. Weder Schulbuchverlage noch Ausstatter von Schulräumen verschenken ihre Leistungen, auch Lehrer sind nicht ehrenamtlich, wenn auch unterbezahlt, tätig. Wir als eLeDia sind Anbieter professioneller Dienste rund um Moodle. Zusätzlich bieten wir auf moodle.de und moodle.org deutschsprachigen Support in Foren und beantworten täglich ohne Berechnung Nutzeranfragen. Viele Rückmeldungen schätzen besonders, dass wir noch dazu außerordentlich schnell Support bieten. Wo gibt es das schon sonst.

Letztlich machen nur bezahlte Leistungen insgesamt die Entwicklung und Pflege von Moodle möglich.

P.S. Eine Moodlekonferenz wie in Bamberg mit über 400 Teilnehmern 100 Vorträgen, 50 Helfern, Gästen aus Australien, Neuseeland, England, Belgien, Österreich und der Schweiz erfordert etwa zehn Monate Vorbereitung. Wir danken der Universität Bamberg für die Bereitstellung der Räume und von Mitarbeitern, die unermüdlich im Hintergrund alles vorbereitet haben. Wir danken den Teilnehmern und den Ausstellern, deren Teilnahme- und Ausstellergebühren diese Veranstaltung ermöglichen. Etwaige Überschüsse fließen ebenfalls in die Entwicklung von Moodle zurück.

In medias res: Was Moodle kann und was nicht ...

Februar 22nd, 2009

So langsam nimmt die pädagogische Debatte rund um Moodle Fahrt auf. Das ist gut so.

Es ist nicht Moodle, das den Unterricht verändert. Moodle ist ein Instrument unter vielen in der Hand des Lehrenden, das das Potenzial hat Unterricht zu verändern. Aber es geht nicht von alleine.

Mathias Funk und Sven Gänger berichten in einem Beitrag über die Ergebnisse eines hessischen Modellversuchs zu e-Portfolios (Das E-Portfolio als Werkzeug zur Förderung selbstbestimmten Lernens? in:Zeitschrift für e-learning, 2-2008). Im Fazit schreiben sie u.a. “dass die Nutzung einer strukturierten E-Portfolio-Plattform nicht der Garant dafür ist, dass sich Unterricht in Richtung Selbstbestimmung und Individualisierung entwickelt.”
Hintergrund ist die Fallstudie dreier Lehrer, deren Einsatz von E-Portfolio zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führt und die Lehrpraxis und die Haltung der Lehrer entscheidend ist. Abschließend formulieren Sie, dass die Veränderung der Lernkultur bereits eingeleitet, zumindest aber ein erklärtes Ziel darstellen solle wenn E-Portfolios eingeführt würden.

Letztlich wird damit betont, nicht das Werkzeug ist das Ziel.

In der Taz findet sich am 28.1.2009 ein Beitrag über Blogs für das Lernen 2.0. Darin wird Kritik über Moodle laut:

Prinzipiell ist Scheppler mit Moodle nicht unzufrieden. Anderswo heimste die Plattform dagegen jede Menge Kritik ein und gilt unter Lehrern vielfach als das viel geförderte Tool, das niemand benutzen möchte. Vielen ist es zu kompliziert. Unterrichtsblog-Pionier Thomas Rau ist es zu hässlich, zu wenig öffentlich - und es fehlt die Möglichkeit, Schüler zur Heimarbeit mit Moodle zu verpflichten. Auch weil eben noch immer nicht davon ausgegangen werden kann, dass jeder Schüler einen Computer mit funktionierendem Internetanschluss zu Hause stehen hat.

Drei Stichworte liefert uns Lehrer Rau:
kompliziert: Die wesentlichen Dinge sind einfach. Man kann die einfachsten Dinge sehr effektiv nutzen. Man muss nicht alles haben. Es wird kein Tool geben, dass alle Lehrer lieben. Das ist Gesetz.
hässlich: Moodle kann angepasst werden. Es gibt viele Beispiele, die zeigen dass Moodle ganz anders aussehen kann, wenn man will. z.B: http://ecdl-moodle.de oder http://playpen.riverview.nsw.edu.au/moodle19/ oder http://quantum.riverview.nsw.edu.au/. Alles Moodle-Systeme, jedoch mit grafischen Anpassungen. Dass Schulen häufig die altbackensten Oberflächen auswählen, liegt nicht unbedingt an Moodle.
zu wenig öffentlich: Dies ist eine Frage des Öffnens und des Wollens. Da das Internet ein Gedächtnis hat, das nicht kontrollierbar ist, ist die Nicht-Öffentlichkeit ein ganz wesentlicher Schutzraum. Dennoch ein Lehrer kann jederzeit seinen Kurs für Gäste öffnen und damit öffentlich machen. Viele in der Lehre genutzte Blogs setzen aus meiner Sicht Schüler und Studenten einer Öffentlichkeit schutzlos aus.

Und nochmal Lehrer Rau aus der taz zitiert:

Nicht das Einzige, was Rau, der selbst an seiner Schule “Moodle-Beauftragter” ist, stört. “Das selbstorganisierte Lernen läuft damit auch nicht optimal", mäkelt er und gibt aber dennoch zu: “Aber es ist besser als gar nichts.”

Fink und Gänger (s.o.) machen sich in ihrem Beitrag eine Begriffsunterscheidung von Thomas Häcker zu eigen.

Von selbstgesteuertem Lernen spricht er, wenn die Lernenden lediglich bei den regulativen Prozessen des Lernens mitentscheiden können, also bei der Auswahl von Lernformen und Methoden. Von selbstbestimmten Lernen ist dagegen erst zu sprechen wenn … auch die Mitbestimmung bei den Inhalten und Lernzielen sowie bei der Einschätzung und Bewertung des Lernprozesses und der Lernergebnisse eine Bedeutung erhält.

Was ist nun selbstorganisiertes Lernen? Gabi Reinmann hat kürzlich in zwei Aufsätzen kritisiert, dass es in der Debatte an begrifflicher Klarheit fehlt.

Maik Rieken zieht nun eine persönliche Bilanz seiner Arbeit mit Moodle (hier und hier)

# Moodle muss den Lernenden (denen in der Teilnehmendenrolle) noch weit mehr Möglichkeiten geben, an der inhaltlichen und strukturellen Ausgestaltung von Kursinhalten zu partizipieren. Das geschieht bereits in einigen Lernaktivitäten, aber dieser Weg muss für mich noch konsequenter fortgeführt werden. Die Kommentarfunktion wäre da ein Beispiel. Ein individell frei gestalbarer Bereich für jeden Teilnehmenden - wie etwa durch Portfoliosystem (exabis) sind da für mich ein Schritt in die richtige Richtung, wenn diese Portfolios auch verschiedengradig öffentlich gemacht werden können: z.B. Gruppe, Kursbereich, Moodlesystem, Welt. Mahara macht es für ich in diesem Bereich exzellent vor.
# Inhalte aus Moodlekursen müssen losgelöst von personenbezogenen Daten für jedermann von überall auf der Welt recherchierbar sein. Nur so würde für mich die Schaffung von Kursinhalten effizient. Ich nutze die Inhalte in meinem Unterricht und bekomme von außerhalb meines Unterrichts dazu zusätzlich als Input. Mit “außerhalb” meine ich dabei nicht andere Lehrer oder Schüler.
# Moodle ist ein Unterrichtsinstrument, eine für mich geniale Zusammenführung verschiedener Methoden, von denen keine neu ist - ein Instrument verändert Unterricht durch die Art seiner Benutzung. Es ist für mich fahrlässig zu behaupten, dass ein Instrument von sich aus Unterricht verändert - wie es allgemeinen Hype um Moodle manchmal geschieht. Ohne eine Einführung in das Prinzip, welches hinter dem Kontruktivismus steht, wird Moodle m.E. keinen wirklichen Fortschritt bringen können, sondern lediglich bestehende Strukturen virtuell abbilden.

Ich stimme Maik an vielen Stellen zu. Ich finde eine Differenzierung besonders wichtig: Was schafft Moodle und was schaffen die Menschen, die mit Moodle arbeiten (wollen). Die Aussage ‘Moodle muss..’ ist für mich falsch. Hier ist zu allererst der Lehrende zu sehen. Er kann diese Rechte an vielen Stellen in Moodle schon längst vergeben. Man muss es halt geschickt kombinieren. Der Moodle-Weg erlaubt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Würde Moodle überall die Kommentierung und Gestaltung zulassen, dann wäre ein lehrerzentrierter Unterricht mit Moodle kaum mehr möglich. Und auch er hat seine Berechtigung.

Inhalte aus Moodlekursen müssen losgelöst von personenbezogenen Daten für jedermann von überall auf der Welt recherchierbar sein.” Hier bin ich mir nicht sicher, wie weit das denn wirklich gewollt ist. Wenn ein Lehrender das will, dann kann er es auch tun. Aber wollen die Lehrer das?

Ohne eine Einführung in das Prinzip, welches hinter dem Kontruktivismus steht, wird Moodle m.E. keinen wirklichen Fortschritt bringen können, sondern lediglich bestehende Strukturen virtuell abbilden.” Und da sind wir bei der Integration in Unterrichts- oder Schulentwicklungsprozesse. Aber das ist nicht die Verantwortung von Moodle.

Und nochmal Maik Rieken:

Viele meiner Konsequenzen sind bereits heute mit Moodle umsetzbar, wenn ich als Lehrender bereit bin, den Lernenden mehr zu vertrauen und ich den Mut aufbringe, mich ihrer wichtigen Kritik bzw. Rückmeldung auch auszusetzen. Ich wünschte mir in diesem Bereich mehr “Best-Practise”-Beispiele - völlig unabhängig von Moodle.

Und da, Maik, bin ich voll bei dir. Danke für deine kritische Sicht.