Das Ende der Web 2.0 Tools ?!

Vor ein paar wenigen Jahren ist der Boom der Web 2.0 Tools losgegangen. Dabei gab es unterschiedliche Tools. Einerseits Dienste, die zentral betrieben wurden, andererseits Tools, die jeder selber installieren und betreiben konnte und drittens kleine hilfreiche persönliche Werkzeuge.

Über die Zeit sind ein paar Entwicklungen in diesem Bereich absehbar:

  • Ehemals kostenlose Angebote werden kostenpflichtig. Zum Teil kann man auf kostenpflichtige Pro-Accounts aufstocken, die zusätzliche Funktionen oder mehr Speicherplatz anbieten. In einigen Fällen wird der Leistungsumfang der kostenfreien Accounts beschnitten. Kürzlich stellte ich fest, dass bei Flickr das Uploadvolumen und die Dauer der Anzeige bei kostenfreien Accounts begrenzt sind.
  • Die Angebote werden um Werbung angereichert, ob ich will oder nicht.
  • Die Dienste werden eingestellt und die Daten gelöscht. Aktuelles Beispiel: Posterous und der RSS Dienst von Google.
  • Apps aus App-Stores werden gelöscht. eBooks auf dem Kindle werden von Amazon gelöscht.

Für mich ergeben sich daraus ein paar Probleme:

  • Bei allen Diensten, die wir nicht selber betreiben, sind wir nicht mehr Eigner der Daten. Jemand anderer entscheidet, ohne uns zu fragen, ob wir künftig noch auf unsere Daten zugreifen können.
  • Selbst bei scheinbaren Kaufverträgen, werden wir nicht Eigentümer einer dauerhaft nutzbaren Kopie der Software, des Buches, etc.

Alle Welt jubelt aktuell über die tollen einfachen und bequemen Cloud Dienste. Ich stelle mir jetzt vor, dass der Betreiber in der Cloud den Dienst einstellt und meine Daten löscht. Beim nächsten Online-Gang erfolgt die Synchronisation und meine lokalen Daten werden gelöscht, da ja die Cloud leergeräumt ist.

Für mich hat es zwei Konsequenzen:

  • Ich setze mehr auf selbst installierte Systeme bei denen ich persönliche die Kontrolle habe.
  • Bei der Nutzung von Cloud Diensten erstelle ich zusätzlich Sicherungen auf eigenen Datenträgern, ausserhalb der Verzeichnisse des Cloud-Dienst-Anbieters.

Wer hat andere Strategien?

  • Guido Stepken
    Kommentar von: Guido Stepken
    20.03.13 @ 23:11:22

    GNU Software verwenden! Nur bei dieser Lizenz ist garantiert, dass der Quellcode uneingeschränkt verfügbar ist. Man hat nur hier ein einklagbares Recht auf Herausgabe der letzten/veränderten Version des Codes, bevor die Firma/Organisation Werbung einführte/Pleite ging.

  • Joachim Schlosser
    Kommentar von: Joachim Schlosser
    28.03.13 @ 14:14:53

    Ja, diese Konsequenzen sind wohl anzuraten. Das Nutzen von selbst installierten Systemen fängt beim Schreiben an – Stichwort eigenes Blog – und hört bei einer vernünftigen eMail-Adresse noch lange nicht auf. Im Fall von Google Reader habe ich da meine eigene Meinung: http://www.schlosser.info/google-reader-diversitaet. Und zum Thema Sicherung von Cloud-Diensten habe ich zumindest für einige soziale Netze letzte Woche mal einen Beitrag geschrieben.

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