MoodleMoot: Meine Traum-Moot

Es wird Zeit, den Blick nach vorne zu richten. Nach nunmehr zehn MoodleMoots an denen ich in irgendeiner Weise beteiligt war, kann ich mir weiterhin Dinge vorstellen, die man noch anders machen kann. Hier ein paar meiner “spinnerten Ideen":

  • mehr Aktionsorientierung. Kann eine Moodlemoot in Teilen einen Werkstattcharakter bekommen? Parallel zu Vorträgen und Diskussionen wird praktisch gearbeitet. Es entstehen neue Kurse und neue didaktische Szenarien.
  • weniger Präsentationsfolien. Wie gelingt es mehr dialogisch zu werden?
  • etwas Un-Konferenz. Nein, ich meine nicht, eine Moot solle ein Barcamp werden. Aber vielleicht in Teilen. In Österreich wurde in diesem Jahr zum - ich glaube  zweiten Mal am zweiten Konferenztag ein Barcamp durchgeführt. Dag Klimas hat in Berlin auf der Moot einen Open-Space-Tag angeboten und realisiert.
  • Offener Anfang und offenes Ende. Muß ein Konferenz am ersten Tag anfangen und am zweiten Tag enden? Könnte nicht auch die Konferenz ein Mittendrin sein? Die Konferenz fängt sechs Wochen vorher an und hört drei Monate danach erst auf.
  • Brauchen wir Keynotes? Es ist gar nicht so einfach, Keynote-Speaker zu finden, die gute Impulse setzen. Haben die Teilnehmer nicht auch gemeinsam Potenzial zu einer Eröffnungsveranstaltung. Max Woodtli hat in der Schweiz mal eine MootMoot mit einem World Cafe eröffnet. Was ist die Funktion einer Keynote und was ist die Funktion einer Eröffnungsveranstaltung?
  • Die Teilnehmer unserer Kurse einbeziehen. Wo ist die Lernerperspektive?
  • Anti-Buzz-Word-Moot. Durch das Dorf des Lernens wird jedes Jahr wieder eine neue Sau getrieben. Ein neues Schlagwort soll alles, was vorher war, innerhalb kürzester Zeit grundlegend ablösen. Lernen erfolgt nur über Wikis. Twitter als Lernplattform. Alles nur mobil. Nur noch Spielerisch lernen hat Zukunft.  E-Book-Lernen.  Web 2.0. MOOCH oder MOOC. Facebook ersetzt Lernplattformen. Informelles Lernen. Whiteboard statt LMS. Lernen mit Badges. … 
    Wer Aufmerksamkeit will muß erklären: ich bin die alleinige Zukunft. Alles andere  ist Vergangenheit. Mal eine eLearning Konferenz ohne Marketing-Geschwafel. Manche dieser Begriffe sind so heiße Luft, dass sie beim kondensieren nicht einmal am Boden ankommen, geschweige denn bei den Lernern.
  • Nachhaltigkeit. Vieles versendet sich. Auch die online gestellten Dokus guckt kaum jemand an. Liest noch jemand ein Buch? Etwas das mit Weitblick und Gültigkeit über den Tag hinaus zusammengestellt wird. Könnte aus ausgewählten Beiträgen der Moot mit weiteren Texten ein Moodle-Jahrbuch entstehen?

Träum weiter, Ralf. Na klar. Ich lass es mir nicht nehmen. Aber ich denke, es gibt viele weitere Menschen mit Ideen. Her damit. Jede nächste Moot kann anders werden.

In Leipzig 2014 wird es darum gehen nicht nur eine MoodleMoot, sondern eine MoodleMaharaMoot auf die Beine zu stellen. Damit wird das Thema Personal Learning Environment wichtiger. Sigi Jakob Kühn hat in den letzten Jahren das Thema Portfoliosoftware mit Mahara gepuscht. Auch eine Neuerung.

 

  • Michael Ditsch
    Kommentar von: Michael Ditsch
    19.03.13 @ 08:25:43

    Einerseits ist die MoodleMoot für mich eine Anwenderkonferenz für ein bestimmtes Softwareprodukt. Daher war der Theme Workshop mt Julian für mich sehr interessant. Andererseits will ich nicht nur in meiner Moodle-Suppe schwimmen, sondern ich möchte auch über den Tellerrand hinausschauen. Daher waren die Keynotes und andere Vorträge, in denen Moodle nicht das zentrale Thema war, auch sehr interessant. Ich denke, es ist wichtig, dass die Moot die Balance hält, zwischen Angeboten zum eigentlichen Produkt (Moodle / Mahara) und Angeboten, die sich umfassender mit den Themen Lehre und Lernen auseinandersetzen. Vielleicht kann bei jeder Moot experimentiert und etwas Neues ausprobiert werden (Barcamp, etc.) und das im Rahmen bewährter Strukturen. Vorträge (auch gern mit Präsentationsfolien) , Preconference Workshops, die Abendveranstaltung, etc. wollte ich auf keinen Fall missen.

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