Verändern freie Bildungsressourcen die Bildungsangebote mittelfristig?

Ein Themenschwerpunkt des BielefelderEducamps vom 19.-20. November 2011 war die Diskussion um Open Educational Ressources (OER). International wird seit längerem über die Bereitstellung freier Materialien für den Einsatz als Lernstoff  diskutiert. Und längst wird nicht mehr nur diskutiert. Inzwischen gibt es große Bildungseinrichtungen (z.B. MIT, Open University oder die private Initiative Khan University (mit Unterstützung der Gates Stiftung), die frei verfügbar Lernpläne und Lernmedien zur Verfügung stellen. Auch Wikipedia hat im Bereich Wikibook entsprechende Ansätze geschaffen.

Vor Jahren war es noch aufwendig zu einem Lernthema zielgruppengerecht aufbereitetes Material zu finden. Heute gibt es dieses Material zu nahezu jedem Thema zuhauf und es ist die größte Herausforderung, die Spreu vom Weizen zu trennen und damit nicht allzuviel Zeit zu verlieren.

Im Rahmen des Educamps habe ich nun verschiedene Diskussionsstränge wahrgenommen:

  • die Auffindbarkeit frei verfügbaren Materials soll verbessert werden
  • das Wissen über Veröffentlichungs- und Weiternutzungsmöglichkeiten muss verbessert werden, um Urheberrechtsprobleme zu vermeiden
  • wenn Inhalte verfügbar sind, ist es nicht mehr die Aufgabe des Lehrenden Inhalte zu vermitteln. Die neue Aufgabe einer Lernbegleitung muß verstärkt ins Bewusstsein gehoben werden
  • die Leistung eines Bildungsanbieters /-verkäufers ist neu zu definieren,wenn er nicht mehr für Inhaltsbeschaffung und -aufbereitung bezahlt wird, da dies ein frei verfügbares Gut ist.

Interessant war, dass dies nicht Forderungen an irgendwen waren, sondern die Teilnehmer selber in die Hand nehmen wollen.

Urheberrecht: Eskalation der Debatte

Das Urheberrecht im Zusammenhang mit Bildung war hier schon öfter Thema. Derzeit ergeben sich ein paar neue Aspekte und der Diskussionston verändert sich.

Aber von Anfang an:

  • Wenn jemand ein Werk schafft (z.B. diese Artikel), dann ist er Urheber des Werkes.  Das Werk des Urhebers ist automatisch geschützt. Häufig (meist) beauftragt der Autor einen Verlag mit der Verbreitung und überträgt dazu das Verwertungsrecht an den Verlag. Der Verlag verkauft die Zeitschrift mit dem Artikel oder das Buch.
  • Wenn nun jemand, dieses Werk vervielfältigen möchte, wendet er sich an den Verlag, stimmt die Nutzung ab und zahlt eine Gebühr. Dies alles ist im Urhebergesetz geregelt. Jede nicht autorisierte Vervielfältigung ist ein Verstoss gegen das Urheberrechtsgesetz.
  • Es gibt jedoch Ausnahmen:

    • zu einen ist der urheberrechtliche Schutz zeitlich begrenzt. 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers erlischt der Schutz. das Werk wird gemeinfrei und jeder darf es unentgeltlich vervielfältigen. Beispiel: Tucholsky ist 1935 gestorben. 2005 erlosch der Schutz für seine Werke, Brecht starb 1956. Seine Werke sind bis 2026 geschützt. Die Erben werden nach dem Tod zu Rechteinhabern. Bei Tonträgern gelten 50 Jahre als Schutzgrenze.
    • Man darf aus Werken zitieren. Zitate sind in der Regel einzelne Sätze oder Absätze, nie jedoch das gesamte Werk. Zitate sind entgelt- und genehmigungsfrei.
    • Schulen, Hochschulen, nichtgewerblichen Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung dürfen aus urheberrechtlich geschützten Werken kleine Teile zurVeranschaulichung im Unterricht vervielfältigen (§ 52a UrhG).

      • Keine Ausnahme ohne Ausnahme. Dieses Nutzungsrecht gilt nicht für Werke, die  zum Unterrichtsgebrauch an Schulen erstellt wurden (z.B. Schulbücher).
    • Kopien zu persönlichen Zwecken sind zulässig (§ 53 UrhG). Dazu ist jedoch ein rechtmässig erstelltes  Exemplar zu verwenden und die Nutzung darf nicht gewerblich erfolgen. Eine Weitergabe der persönlichen Kopie ist nicht erlaubt.
  • Digitalisierungen (einscannen) ist bei urheberrechtlich geschützten Werken nicht zulässig. § 44a erlaubt vorübergehende Vervielfältigungshandlungen. Darunter ist z.B. zu verstehen, dass heutige Fotokopierer Scanner sind, die den zu kopierenden Inhalt digitalisieren, auf einer Festplatte ablegen und dann ausdrucken. Dieser Vorgang wird ausdrücklich als Teil einer rechtmässigen Nutzung ohne eigene wirtschaftliche Bedeutung verstanden sofern die anderen Voraussetzungen gegeben sind.
  • Urheber haben ein Recht auf Vergütung bei der Vervielfältigung/Nutzung des Werkes. Dies kann einzelvertraglich geregelt oder pauschal abgegolten werden. Am bekanntesten ist hier die Urheberrechtsabgabe auf Kopierer/Drucker/Festplatte (Speichermedien).  § 54c regelt nun zusätzlich dass Bildungseinrichtungen als Betreiber von Ablichtungsgeräten gelten und Urheber einen Vergütungsanspruch gegenüber diesen Bildungseinrichtungen haben. Die Vergütungsansprüche können nur durch Verwertungsgesellschaften (VG Wort, VG Bildkunst, VG Musikedition) geltend gemacht werden. Die Verlage sind dazu nicht direkt berechtigt.
  • Die Höhe der Vergütung hängt von Art und Umfang der Nutzung ab. Urheber haben ein Recht, die Betriebs- und Geschäftsräume zu betreten, um vor Ort den Umfang der Nutzug zu ermitteln um die Höhe der Vergütung zu ermitteln.

Um die aktuelle Diskussion zu verstehen ist es wichtig zu wissen, dass die Ausnahmeregelung des § 52a zur Nutzung von Teilen von Werken in bestimmten Bildungseinrichtungen zeitlich befristet ist und ab jetzt neu verhandelt wird.

In diesem Jahr gab es nun zwei Gerichtsurteile. Es ging einerseits um den Umfang des Vervielfältigungsrechts. Der Begriff “kleine Teile eines Werkes” ist dabei mit 10% bestätigt worden. Der klagende Verlag möchte dies auf drei Seiten begrenzt wissen und geht ggfs. in Revision. Von Verlagsseite gab es nun auch Forderungen bei der Neuverhandlung des Urheberrechts die Sonderklausel für Bildungseinrichtungen gänzlich zu streichen, da nur dadurch die Herausgabe aktueller qualitativer Werke gesichert werden könne.

Zur Regelung der Vergütung im Bildungsbereich gibt es zwei Verträge.

  1. Pauschalvergütung für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke an Bildungseinrichtungen. Die Kultusministerkonferenz hat diesen Vertrag 2007 mit den Verwertungsgesellschaften geschlossen. Er deckt jedoch nicht  eine Nutzung von Werken, die für Unterrichtszwecke erstellt wurden ab. (Quelle: http://www.kmk.org/no_cache/presse-und-aktuelles/pm2007/rechtssicherheit-fuer-schulen.html?sword_list%5B0%5D=urheberrecht)
  2. 2008 wurde im Urheberrecht die Regelung eingeführt, dass Werke zu Unterrichtsgebrauch separat geschützt sind und eine Nutzung immer eine Rechteeinholung erfordert. In einem Vertrag zwischen der Kultusministerkonferenz, den Verwertungsgesellschaften und dem Verband der Schulbuchverlage (VdS) wurde auch hierfür eine Regelung geschaffen und eine Pauschalvergütung vereinbart. (Quelle: http://www.kmk.org/no_cache/presse-und-aktuelles/meldung/fotokopieren-an-schulen-neu-geregelt.html?cHash=e441c50f1c&sword_list%5B0%5D=urheberrecht). Dieser Vertrag wurde 2010 verlängert. Vertrag und FAQ des VdS.

Bei dem Thema Vergütung gibt es u.a. einen ganz schwierigen Teil: die Ermittlung des Umfangs der Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke und die Ermittlung einer angemessenen Entschädigung. Da man bei der Erstellung einer Fotokpie nicht in eine Liste die Nutzung des Werkes einträgt und diese meldet ist man auf Schätzungen angewiesen. Naturgemäß entbehren diese Schätzungen zunächst einmal der Validierung.

Der Vertrag von 2010 enthält nun auch eine Festlegung zur Stichprobenprüfung des Umfangs der Nutzung. Dazu soll bei einem Prozent der Bildungseinrichtungen eine Software installiert werden, die die abgespeicherten Inhalte mit einer Datenbank der Schulbuchverlage abgleicht. Die Ergebnisse dieses Abgleichs werden den Schulträgern gemeldet werden. Die Bundesländer werden verpflichtet, weitere Verfahren festzulegen. Der Vertrag schließt aus, dass konkrete Daten an Verlage weitergeleitet werden.

Diese Stichprobenprüfung kann man als Ausgestaltung der Auskunftspflicht (§ 54f UrhG) und des Kontrollbesuchs (§ 54g UrhG) interpretieren. Sie ist damit gesetzlich legitimiert. Das Gesetz regelt ebenfalls, dass ausschließlich die Verwertungsgesellschaften  (§54h UrhG) zur Geltendmachung von Ansprüchen berechtigt sind. Weder die Urheber (Autoren) noch die Inhaber der Verwertungsrechte (Verlage) können dies tun.

Die Softwarelösung ist nun mit den Begriffen ‘Schultrojaner’ und ‘Schnüffelsoftware’ in die öffentliche Diskussion gebracht worden.  (Ausgangspunkt war ein Beitrag bei Netzpolitik.org. )

Ich hoffe hiermit die Gesamtzusammenhänge einigermassen verständlich dargestellt zu haben. Falls Fehler drin sind, bitte anmerken. Ich bin kein Jurist.

Nun zu meinen persönlichen Einschätzungen:

  • Es sollte von Seiten der Lehrenden klar anerkannt werden, dass Urheber und Verlage eine Leistung erbringen, die nicht durch kopieren ‘geklaut’ werden dürfen.
  • Der Tatbestand des Kopierens von Unterrichtsmedien in Schulen ist so alt wie Fotokopierer das schnelle Erstellen von Klassensätzen ermöglichen, also etwa seit Mitte der 7oer Jahre. Seit einigen Jahren gibt es Pauschalvergütungen für diese Nutzung. Dies erfolgte zunächst über die Urheberrechtsabgabe bei den Kopierern und Festplatten, dann über die Verträge mit der Kultusministerkonferenz. Die Verlage werden also nicht (mehr) ‘beraubt’.
  • Die Ausstattung der Bildungsträger mit Mitteln zur Beschaffung von Unterrichtsmedien ist gelinge gesagt mangelhaft. Eine Ausweitung der Budgets scheint angesichts der öffentlichen Haushalte jedoch wenig aussichtsreich.
  • Es gibt eine weltweite Diskussion über die Erstellung, Verbreitung und Nutzung von frei verfügbaren Bildungsressourcen (OER = Open Educational Ressources). Diese ist ernstzunehmen und sollte gezielt gefördert werden. Diese Medien werden von Lehrenden selber erstellt und unter einer freien Lizenz meist über das Internet anderen zur Verfügung gestellt. Auch der Austausch selbst erstellter Unterrichtskonzepte/medien in einer Schule in der Lehrerbibliothek oder über das Intranet verteilten gehörten dazu. Die Verbreitungsmöglichkeit über das Intranet macht es extrem leicht, dieses Material mit anderen zu teilen. Schwierig ist bislang jedoch der Such-, Finde-  und Auswahlprozess für solche Medien.
  • Aus meiner Sicht haben sowohl meist von Lehrenden erstellten und die von Verlagen produzierten Medien ihre Existenzberechtigung. Die von Lehrern erstellten Medien sind manchmal authentischer, häufig jedoch nur einzelen Teile von Curricula abdeckend. Die von Verlagen bereitgestellten Medien decken häufig komplette Ausbildungsjahre vollständig ab und zeichnen sich oft durch konsistente didaktische Modelle  durch aufwendige visuelle Umsetzungen aus.  Zudem verwenden sie urheberrechtlich geschütztes Material und haben die Dienstleistung der Rechteeinholung übernommen.
  • Der Versuch Lehrer in die Rechtsbrecher’ecke’ zu stellen oder den Druck durch Kontrolle zu erhöhen wird nicht zu mehr Rechtsbewusstsein führen. Statt dessen wird er die Bestrebungen zum Verzicht oder zur selteneren Nutzung von Schulbüchern und hin zu freien Bildunsgressourcen als Gegenbewegung stärken.
  • Die Verlage haben in den letzten Jahren mit dem Vertrag eine zusätzliche Einnahmequelle erschlossen. Bei einem Schulbuchumsatz von 350 Millionen € (2007) sind die 7-9 Millionen aus dem Vertrag zwar eine ernstzunehmende Größe jedoch nicht entscheidend. Ob durch Ermittlung des Umfangs der Vervielfältigung eine Erhöhung der Zahlungen durchzusetzen sind halte ich für zweifelhaft. Vielleicht geht es mehr um die Ermittlung eines Verteilungsschlüssel zwischen den Verlagen.
  • Die Debatte lässt einen Punkt vollständig aus. Die zunehmende Nutzung von Lernplattformen macht digitale Medien erforderlich. Die Digitalisierung von Unterrichtsmedien ist jedoch durch die Verträge und Vereinbarungen nicht abgedeckt und damit weiterhin nicht zulässig. Wenn hier keine Regelung getroffen wird, die eine Nutzung ermöglicht, bleibt nur der Ausweg, Medien selber zu produzieren und als Open Educational Ressource zu veröffentlichen.

Das Thema wird uns weiter beschäftigen. Die Zuspitzung der Diskussion wird jedoch die Chancen für OER und Tauschplattformen von digitalen Inhalten intensivieren und hierfür den Markt bereiten. Wir erörtern dieses Thema an verschiedenen Stellen schon seit Jahren.  Es ist nun an der Zeit, praktisch zur Tat zu schreiten.

Moodle bietet hierfür fantastische Optionen. Jedes Moodle-System kann an (de-)zentrale Contentpools aus anderenMoodle-Systemen angeschlossen werden. Damit wird die Bereitstellung und der Zugriff auf Kurse anderer Ersteller leicht.

Social Media und Lernen

In den letzten Wochen habe ich immer wieder mal für mich versucht, dem Begriff ‘Social Media’ und seiner Verwendung nachzugehen. Ehrlich gesagt, er erscheint mir immer mehr als ziemlich aufgeblasene Hype-Konstruktion hinter der man alles und jedes verstecken kann.

Was sind Social Media? Wikipedia leitet den Beitrag ein mit “Social Media bzw. Soziale Medien bezeichnet digitale Medien und Technologien (vgl. Social Software), die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten.”

Mein aktueller Stand ist nach einigen Wochen folgender:

  1. Medien sind veröffentlichte Texte, Bilder, Grafiken, Audios, Videos etc.
  2. Social meint zweierlei

    • Eine Kommunikation über diese Medien ist möglich.
    • DerInhalt wird gemeinsam erarbeitet oder überarbeitet.
  3. Social Media werden meist mit Hilfe von Software (Foren, Wiki, Blog, Content Management, Lernplattformen, etc.) ‘verteilt’. Der Aspekt der Kommunikation findet nur bei einem geringen Teil der Angebote statt. Der Aspekt der gemeinsamen Produktion ist noch seltener anzuteffen.
  4. Auf den ersten Blick ist immer von offenen Zugriffsmöglichkeiten im Internet die Rede. Tatsächlich gibt es derartige Funktionen auch häufig für begrenzte Nutzergruppen (unternehmensintern, verbandsintern, Intranet, etc.)

Mich interessiert besonders der Zusammenhang von Social Media und Lernen. Hierzu ein paar Szenarien:

  • Ein Lehrender bereitet einen Lerninhalt auf, stellt ihn den Lernenden vor und diskutiert ihn mit diesen.
  • Ein Lehrender entwickelt neuen Lerninhalt und diskutiert ihn mit anderen Lehrenden, um ihn zu optimieren und setzt ihn dann im Unterricht ein.
  • Ein Lernender (oder eine Gruppe) erarbeitet sich selber Lerninhalte, bereitet sie auf und präsentiert sie anderen Lernenden und dem Lehrenden.
  • Ein erfahrener Mensch bereitet sein Wissen auf und stellt es anderen noch nicht so Erfahrenen zur Verfügung.
  • Ein nicht so erfahrender Mensch, fragt nach Wissen, erhält eine Antwort von einem  oder mehreren Personen, die erfahrener sind, und kann danach schlauer weiter arbeiten.

Ich habe bei dieser Aufzählung bewusst die Sprache der Social Media Apologeten entfernt und die Prozesse auf  ihre Kerne reduziert. Was ist daran eigentlich neu? Es beschreibt Situationen in formellen und informellen Lernprozessen, in Prozessen der Informationsaufbereitung, -verteilung und -weiterentwicklung. Alter Wein in neuen Schläuchen.

Dennoch gibt es Aspekte, die sich ändern oder die nicht ausreichend differenziert oder reflektiert werden. Ich erwähne sie hier nur mit Stichworten.

  • Formelle und informelle Lernprozesse werden nicht differenziert.
  • Die Begriffe ‘Lernen’ und ‘Informationsbeschaffung’ werden nicht differenziert.
  • Es gibt implizite Annahmen, jeder (!) wäre motiviert selber Lernsituationen zugestalten, Lernstoff bereitzustellen.
  • Die Veranwortung für Lernen wird unreflektiert auf das Individuum verlagert. Die institutionelle Verantwortung (Führungskraft, Personalabteilung, Bildungsanbieter) wird nicht angeschaut.
  • Die Rolle von Lehrenden wird nicht betrachtet. Ich verstehe sie als jemanden, der im Hinblick auf ein Lernziel wichtige von weniger wichtigen Aspekten trennt, Lernmedien aus einer Fülle von Angeboten auswählt, einen Weg zur Erschließung des Lerninhalts durch Lernende anbietet und Lernende begleitet und mit ihnen den Fortschritt reflektiert.

Die immer wieder zu lesende Aussage “Wir brauchen keine Lernumgebungen, wie brauchen nur noch Social Media” halte ich für unreflektierten Unfug.

Unbestritten ist für mich jedoch, dass im Bereich der lebenslangen Lernsituationen mehr konzeptionelle Gedanken um die Frage des adhoc-Lernen gemacht werden müssen. Die klassischen Angebote einer wochen- oder tagelangen Qualifizierung müssen sorgfältig ergänzt werden um kurze Einheiten, die jeder Nutzer sich  auf Nachfrage abrufen kann. Die Nutzung dieser Einheiten setzt ein ausreichendes Vor- und Zusammenhangswissen und eine intrinsische Motivation der Nachfrager zusammen. Ohne Motivation, keine Nachfrage. Ohne Vorwissen keine Einordnung des neuen stückhaften Wissens.

Bei meiner Befassung mit dem Thema bin ich auch auf den Gedanken gestossen, bei ‘Social Media’ handele es sich nicht um Tools, sondern um einen kulturellen Veränderungsprozess. Dieser Überlegung kann ich nun wieder gut folgen.Wenn ich ihn auf die Lehrenden übertrage, bedeutet das, kollaborative Lernsituationen müssen (kulturell) erst noch immer in der DNA der meisten Lehrenden undder Lernabteilungen verankert werden. Bis dahin bleibt ein weiter Weg.

 

 

Reaktivierung des Blogs

Dieser Blog hat eine unangekündigte Pause seit Juni erlebt. Das Blogsystem hatte ein paar technische Probleme im Zusammenspiel von Blogsoftware und deren Sicherheitsanforderungen sowie mehrfachen Serverumzug. Zudem war mein Zeitvolumen an anderen Stellen gebunden, so dass ich den Blog vernachlässigen muste.

Nun klappt alles wieder und es geht nicht von der Sommerpause in den Winterschlaf, sondern frohen Muts in neue Posts.

 

Euer Ralf  Hilgenstock

Spannende Seminare von eLeDia: Rollen und Rechte bei Moodle und Entwicklerworkshop

eLeDia führt in den nächsten Wochen zwei spannende Schulungsangebote in Berlin durch.

Rollen und Rechte - Tagesseminar  31. August 2011

Um gezielt und effektiv die Rollen und Rechte ändern zu können, besuchen Sie das Seminar Moodle 2 – Rollen und
Rechte. Sie erhalten Erläuterungen zu den Basisrollen und Informationen zu bewährten Verfahren für ein individuelles Rollen- und Rechtesystem. Damit Sie Fragen Ihrer Kursverwalter/innen und Trainer/innen beantworten oder diese offensiv beraten können, lernen Sie auch die Möglichkeiten von Rollen und Rechten innerhalb eines Kursraumes kennen.
Nur noch wenige Restplätze.

Moodle Entwicklerworkshop - Anfang Oktober

Der zweitägige Entwicklerworkshop führt in die Entwicklung von Moodle  ein. Referent wird David Mudrak  oder Petr Skoda sein. Beide sind seit Jahren Core Entwickler für Moodle im Headquarter  und weltweit die besten Kenner der letzten Details in Moodle. Diese Schulung setzt umfassende Kenntnisse in PHP-Softwareentwicklung  und Datenbanken, sowie gute Kenntnisse der Moodle Funktionen voraus. Das Training erfolgt in englischerSprache. Interessenten erhalten weitere Informationen unter info@eledia.de.


MoodleMoot in Ilmenau 30.-31. August 2011

Link: http://moodlemoot.moodle.de/course/view.php?id=141

Moodle 2.0 wird ganz sicher im Mittelpunkt der Diskussionen auf der MoodleMoot in Ilmenau Ende August 2011 stehen. Vom 30.-31.  August wird es an der Technischen Universität viel Neues und Interessantes rund um Moodle geben.

Der Call for Paper ist gestartet und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.  Wir freuen uns auf Ihre Beiträgen und laden Sie zur Mitgestaltung der Konferenz ein.

Weitere Informationen gibt es hier.

Die Entwicklung der Lernplattform Fronter wird eingestellt.

Link: http://intern.newsletter.univie.ac.at/interner-newsletter-neu/mai-2011/

Die Universität Wien hat in den letzten Jahren zwei Lernplattformen parallel betrieben. Neben Moodle kam auch Fronter zum Einsatz. Nun berichtet die Universität Wien auf Ihrer Webseite, dass sie den Betrieb von Fronter auslaufen lässt und ab kommendem Wintersemester keine neuen Kurse mehr auf Fronter eröffnen wird.

Grund hierfür ist nicht nur die hohe Akzeptanz für Moodle im alltäglichen Betrieb, sondern auch die Einstellung der Weiterentwicklung von Fronter.

Fronter war in Norwegen entwickelt und vor einigen Jahren von der Pearson Verlagsgruppe aufgekauft worden. Indizien für Probleme gab es bereits im letzten Jahr als Fronter vom amerikanischen Markt genommen wurde.

Hinweis: eine Bestätigung der Information zur Einstellung der Entwicklung von Fronter an anderer Stelle konnte noch nicht gefunden werden.

Google finanziert drei Entwickler für Moodle

Link: http://moodle.org/mod/forum/discuss.php?d=174129

Im Rahmen des jährlichen Google  Summer of Code Projektes werden in diesem Jahr drei Moodle-Entwickler für mehrere Monate von Google finanziert.

Zwei der Projekte befassen sich mit der Weiterentwicklung der SCORM Funktionen. Dabei geht es um die Verbesserung des Testfragenberichts bei SCORM Paketen und eine Prüfroutine für SCORM Spezifikationen.

MoodleMoot in Elmshorn

 

Die MoodleMoot in Elmshorn ist nun schon wieder eine Woche vorbei.  Dreihundert Teilnehmer haben an zwei Tagen Preworskhops und an weiteren Tagen die Konferenz mit über 100 Einzelbeiträgen besucht. Die Beiträge, das gute Wetter und eine phantastische Atmosphäre haben diese Konferenz zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

 

Die Keynotebeiträge von Steve Wheeler, Martin Dougiamas und Max Woodtli waren Höhepunkt der Konferenz und haben viel Stoff zur Diskussion geboten.

 

Wir bedanken uns bei der Nordakademie für die Bereitstellung von Räumen und Mitarbeitern für die Konferenz.
Die Konferenz wurde nicht zuletzt durch den unermüdlichen Einsatz von Jan Bartelsen (im Bild oben) und Sigi Jakob-Kühn (unten) zum Erfolg.  Die beiden haben die Hauptlast der Organisation getragen.

 

Derzeit wird die Dokumentation der Konferenz vorbereitet.

Am Ende der Konferenz werden die nächsten Termine bekanntgegeben. Weiter geht es Ende August 2011 in Ilmenau, im März 2012 in Münster und im Frühjahr 2012 in München.

Moodle & Usability

Weder ist das Thema Usability neu, noch ist es für Moodle ein Fremdwort.  Dennoch ist es für eine Lernumgebung eine besondere Herausforderung. Diese Woche führten die Technische Universität Ilmenau, das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien und eLeDia einen Moodle Usability Workshop. Mit dabei weitere Vertreter von der Universität Bremen, der Hochschule Offenburg und der Fernfachhochschule der Schweiz.

Ich werde in Kürze ausführlicher über die Ergebnisse berichten.

Für heute nur ein kurzer Einstieg: Warum ist Usability bei Lernplattformen recht komplex? Die Zahl derer, die aktiv Usability  beeinflussen ist groß. Bei einer Software, die ich auf meinem PC installiere erstellen Softwareentwickler ein Programm und ichinstalliere es. Vielleicht mache ich noch ein paar Einstellungen.

Bei einer Lernplattform wie Moodle gibt es auch den Softwareentwickler und einen Endanwender, den Teilnehmer an einem Kurs.  Dazwischen gibt es nun jedoch noch den Übersetzer der Oberfläche, den Administrator, den Oberflächendesigner und den Trainer, der einen Kurs einrichtet.

An Hand von eindrucksvollen Beispielen, Diskussionen und eigenen Versuchen konnten wir nicht nur Probleme, sondern auch Lösungsansätze zur Verbesserung  herausarbeiten.

Die Usability Diskussion wird im Rahmen der MoodleMoot im Programm und am Rande in einer Arbeitsgruppe fortgesetzt werden. Derzeit wird ein Kursraum mit Ergebnissen und zur weiteren Diskussion auf http://moodle.de vorbereitet.