eLeDia und Moodle auf der Learntec

In der kommenden Woche findet in Karlsruhe die Learntec statt. eLeDia steht für Gespräche zur Verfügung. Dag Klima, Gerald Hartwig und Ralf Hilgenstock  sind an den drei Tagen vor Ort.

Moodle:Kursdarstellung als Mindmap

Von Zeit zu Zeit verwende ich MindMaps  als persönliche Arbeitstechnik. Sie helfen mir Zusammenhänge zu strukturieren und nach und nach in eine Struktur weitere Aspekte einzuarbeiten. In einer MindMap behalte ich zugleich den Überblick.

MindMaps lassen sich auch im Lernzusammenhang gut verwenden: für den Einzelnen aber auch für eine Kleingruppe. Für Moodle hat es verschiedene Entwicklungen hin zu einem MindMap Modul gegeben.

Nun ist ein MindMap Kursformat veröffentlicht worden. Der Kurs wird als MindMap dargestellt. Die einzelnen Themen sind die Verzweigungen auf erster Ebene. Dem folgen die Aktivitäten und Materialien. In der MindMap werden zudem Bewertungen und nahe Termine dargestellt. Etwas verwirrend ist auf den ersten Blick die grafische Darstellungen von Abhängigkeiten unter den Lernaktivitäten.

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Ich bin gespannt, ob sich ein solches Format in der Praxis bewährt.

Hier ist der Link zum Plugin: https://moodle.org/plugins/view/format_mindmap

Lernzeit - 1 -

Das Thema Lernzeit hat mich immer wieder mal beschäftigt. Beim eLearning ist Lernzeit eine ganz zentrale Komponente. Ein wichtiger Vorteil von eLearning ist die Möglichkeit jederzeit zu lernen.

  • Dennoch ist die zeitliche Strukturierung der Bearbeitung wichtig, um die Selbstorganisation der Teilnehmer zu unterstützen. Aufschieberitis ist auch bei Online-Lernern verbreitet.  :-)
  • Manche Lerninhalte sollen zudem erst ab einem bestimmten Termin bereitstellen. Aufgaben sollen bis zu einem veröffentlichten Termin abgegeben werden. Ein Test soll innerhalb von zehn Minuten gelöst werden.
  • Eine weitere Dimension von Zeit ist der Nachweis von tatsächlich aufgewandter Lernzeit der Teilnehmer. Dieser Wunsch wird häufig für statistische Zwecke und für Zeitgutschriften in der Arbeitszeiterfassung gewünscht.

Im Rahmen eines Kundenprojektes tauchte im vergangenen Frühjahr ein neuer Aspekt auf: Wie kann die spätere Lernzeit bereits bei der Entwicklung eines Online-Kurses berücksichtigt werden? Wie viel Inhalt müssen die Fachautoren liefern, damit anschließend ein, zwei oder vier Stunden Lernzeit entstehen?

In diesem Fall war die Lernzeit wichtig, da die eLearning -Angebote Bestandteil der beruflichen Pflichtfortbildung sind. Die Berufsverbände verpflichten ihre Mitglieder zur kontinuierlichen Fortbildung. Dabei muss eine bestimmte jährliche Fortbildungsdauer nachgewiesen werden.

Eine erste Recherche zu dem Thema machte klar, dass das Thema Zeit im Rahmen der eLearning-Kursentwicklung ausschließlich unter dem Aspekt Projektmanagement für die Kursentwickler auftauchte.

Handelte es sich hierbei um einen (zu) wenig beachteten Bereich?

- wird fortgesetzt -

Was nach Moodle 2 kommt....

Am Montag wird Moodle 2.8.2 veröffentlicht. Die Version enthält Fehlerkorrekturen zur neuen Version 2.8. vom November. Die nächste Version mit neuen Funktionen wird Moodle 2.9 im Mai sein.

Und dann?

Dann kommt Moodle 3.0. So die Ankündigung von Mitarbeitern des Headquarters. Intensiv wird an Veränderungen derBedienung für verschiedene Funktionen gearbeitet. Das neue Dashboard rechts oben für Nutzer und die einfachere Bedienung des Testmoduls und des Bewertungsbereichs waren in Moodle 2.8 bereits eingeführt worden.

Moodle 3.0 wird kein so großer Schritt sein wie der Wechsel  von 1.9. auf Moodle 2.  Moodle 3.0 wird ganz einfach die Folgeversion zu Moodle 2.9 sein.  Welche Funktionen es dann geben wird, ist noch nicht bekannt.

Youtube-Video an festgelegter Stelle in Moodle starten

Eine Situation, die ich schon öfter erlebt habe: Ein 30-Minuten Video soll in einem Kurs ab Minute zwölf gezeigt werden. Der Teil davor ist nicht so wichtig. Nun kann man den Teilnehmern sagen, sie sollten vorspulen. Aber wer tut das schon. Hajo Henke - unser Mann in München - hat mir den Trick verraten wie man das bei Youtube-Videos ganz einfach machen kann.

Moodle Jahresbilanz 2014: unglaublich

Moodle schlägt immer wieder meine Erwartungen.

Aus über 230 Ländern der Welt sind Moodle-System registriert. Die Zahl der aktiven Moodle-Systeme ist nicht bekannt. Weltweit sind über 50.000 Systeme registriert. Das ist aber nur ein Bruchteil der betriebenen Systeme. Von den bei eLeDia betriebenen Systemen sind vermutlich weniger als 20 % registriert. Wenn ich diese Zahl hochrechnet sind über eine viertel Millionen Moodle-Systeme im Betrieb.

Moodle wird in sehr kleinen Systemen betrieben. Viele Systeme haben weniger als hundert Nutzer. Genauso sind aber auch Systeme mit über 500.000 Nutzern bekannt.

Moodle ist bereits im Grundpaket äußerst funktionsreich. Dennoch: inzwischen sind über 960 Zusatzplugins veröfentlicht.Alleine in 2014 sind mehr als 200 Plugins - im Schnitt alle 1,5 Tage ein Plugin - veröffentlicht worden.

Bevor Plugins veröffentlicht werden, werden diese von einem Team direkt bei Moodle durchgesehen. Dabei wird geprüft, ob die Programmierrichtlinien von Moodle zumindest weitgehend eingehalten werden.

Diese Plugins sind ein Zeichen für eine rege Entwicklergemeinde und dennoch ein zweischneidiges Schwert. Softwareanwendungen im Web bedürfen einer dauerhaften Pflege. Sicherheitsupdates müssen installiert werden. Andernfalls geht man über kurz oder lang Risiken ein. Bei Moodle erfolgt eine Pflege der aktuellen Moodle-Programmpakete. Dies umfasst auch Sicherheitsfragen.Fürdie Pflege der Plugins sind deren Entwickler verantwortlich.

Je mehr Zusatzpakete man installiert, desto abhängiger wird man auch von den Entwicklern dieser Pakete. Werden diese Pakete gepflegt? Erfolgt dies zeitnah? Werden Fehler in diesen Plugins beseitigt? Wenn dies nicht erfolgt, verhindert das ein Update oder verzögert es. Manchnmal wird es sogar erforderlich sein, das Plugin wieder zu deinstallieren.

Dennoch Moodle hat auch im letzten Jahr gezeigt, dass es in jeder Hinsicht ein Erfolgsmodell ist.

Moodle-Trainerhandbuch wird neu aufgelegt

Derzeit arbeite ich an der Neuauflage des Moodle-Trainierhandbuchs. Das Projekt lag einige Zeit brach. Inzwischen ist es jedoch gut vorangekommen.
Ich habe nachgesehen: Die erste Ausgabe ist 2005 erschienen. Dann gab es mehrere aktualisierte Neuauflagen. Damit wird die Neuauflage so etwas wie eine Jubiläumsedition.

Juristen schreiben verständliche Texte

Juristen sind dafür bekannt, schwer verdauliche Texte zu formulieren. Das Bundesarbeitsministerium hat in einer Verordnung zur Umsetzung des Mindestlohngesetzes festgelegt wer nicht verpflichtet ist die Arbeitszeiten der Mitarbeiter zu dokumentieren.

 Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung:

"Die Pflicht zur Abgabe einer schriftlichen Anmeldung nach § 16 Absatz 1 oder 3 des Mindestlohngesetzes, die Pflicht zur Abgabe einer Versicherung nach § 16 Absatz 2 oder 4 des Mindestlohngesetzes sowie die Pflicht zum Erstellen und Bereithalten von Dokumenten nach § 17 Absatz 1 und 2 des Mindestlohngesetzes werden vorbehaltlich des Satzes 3 dahingehend eingeschränkt, dass sie nicht gelten für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, deren verstetigtes regelmäßiges Monatsentgelt brutto 2.958,00 EUR überschreitet und für die der Arbeitgeber seine nach § 16 Absatz 2 des Arbeitszeitgesetzes bestehenden Verpflichtungen zur Aufzeichnung der Arbeitszeit und zur Aufbewahrung dieser Aufzeichnungen tatsächlich erfüllt. Für die Ermittlung des verstetigten Monatsentgelts sind ungeachtet ihrer Anrechenbarkeit auf den gesetzlichen Mindestlohnanspruch nach den §§ 1 und 20 des Mindestlohngesetzes sämtliche verstetigten monatlichen Zahlungen des Arbeitgebers zu berücksichtigen, die regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt sind. In Bezug auf die in Satz 1 genannten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen hat deren Arbeitgeber diejenigen Unterlagen im Inland in deutscher Sprache bereit zu halten, aus denen sich die Erfüllung der in Satz 1 genannten Voraussetzungen ergibt."

 Die beiden Sätze sind "so schön", dass ich den ersten einmal neu sortiere:

Die Pflicht
    zur Abgabe einer schriftlichen Anmeldung nach § 16 Absatz 1 oder 3 des Mindestlohngesetzes,
    die Pflicht zur Abgabe einer Versicherung nach § 16 Absatz 2 oder 4 des Mindestlohngesetzes sowie
   die Pflicht zum Erstellen und Bereithalten von Dokumenten nach § 17 Absatz 1 und 2 des Mindestlohngesetzes
werden
   vorbehaltlich des Satzes 3 dahingehend
eingeschränkt,
dass sie nicht gelten  für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, deren verstetigtes regelmäßiges Monatsentgelt brutto 2.958,00 EUR überschreitet
und für die der Arbeitgeber seine nach § 16 Absatz 2 des Arbeitszeitgesetzes bestehenden Verpflichtungen zur Aufzeichnung der Arbeitszeit und zur Aufbewahrung dieser Aufzeichnungen tatsächlich erfüllt.

Verständlich heißt es also: Für Arbeitnehmer, die mehr als 2.958 ? Brutto verdienen wird die Pflicht zu 1., 2. und 3. aufgehoben.  Die Satzkonstruktion hat die Juristen jedoch so gefordert, dass Ihnen entgangen ist, dass §17 Absatz 2, Satz 3 gar nicht existiert. Der Absatz umfasst nur 2 Sätze.  Gleiches gilt für alle anderen Absätze der § 16 und 17.

Der Vorbehalt des Satzes 3 kann sich nun natürlich auf den dritten Satz dieser Verordnung beziehen. Das würde dann heißen:

Die nicht zu erstellenden Dokumente sind in deutscher Sprache abzufassen und im Inland bereit zuhalten.

Das sollten nun unbedingt  zum Anlass genommen werden, die MiLoDokV-ÄV, also die Änderungsverordnung zur Mindestlohndokumentationspflichten-Verordnung, mit dem Ziel der Klarstellung des Inhalts von Satz 1 i.V.m. Satz 3 der MiLoDokV in den ministeriellen Entscheidungsprozes zu bringen.

Nur so nebenbei: das Ganze gilt nur dann wenn man als Arbeitgeber geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer einsetzt oder in Branchen tätig ist in denen Schwarzarbeit häufig angenommen wird.  Das eine steht im Sozialgesetzbuch IV, das andere im Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz.

Aufforderung:

Liebe Mitarbeiter im Bundesarbeitsministerium. Ich finde die Einführung des Mindestlohns gut und richtig. Die Einhaltung des Mindestlohn muss auch kontrollierbar sein. Die Auflagen zur Umsetzung eines Gesetzes müssen aber auch so formuliert werden, dass normal gescheite Menschen sie beim Lesen verstehen können.Ok, ok. Ich bin nicht eure Zielguppe. Oder doch?

Wie bin ich eigentlich darauf gekommen?

In verschiedenen Medien war zu lesen, dass seit vorgestern für Mitarbeiter, deren Lohn unter ~ 3.000 ? liegt, Arbeitszeitbeginn und -ende erfasst und zwei Jahre dies aufbewahrt werden muß. Als Arbeitgeber wollte ich nun wissen, ob ab Montag wir hier etwas  zu beachten haben. Ergebnis: wir sind nicht betroffen, da wir keine geringfügig Beschäftigten haben und nicht in den Schwarzarbeits-Branchen tätig sind.

Womit ich jetzt (nicht) rechne ...

.. dass irgendein Jurist mir erklärt, dass das alles so gar nicht verstanden werden kann und alles eine ganz andere Bedeutung hat.

Von Rechts wegen: Ausblick auf 2015

Anfang Dezember hat das Bundeskabinett den Entwurf eines IT-Sicherheitsgesetz verabschiedet. Dieses wird in den nächsten Monaten im Bundestag beraten.

Teil dieses Gesetzs ist eine Änderung des Telemediengesetzes. Betreiber einerLernplattform unterliegen auch diesem Gesetz.

Im Gesetzentwurf heißt es nun:

?(7) Diensteanbieter haben, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist, im Rahmen ihrer jeweiligen Verantwortlichkeit für geschäftsmäßig angebotene Telemedien durch technische und organisatorische Vorkehrungen sicherzustellen, dass
1. kein unerlaubter Zugriff auf die für ihre Telemedienangebote genutzten technischen Einrichtungen möglich ist und
2. diese
a) gegen Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten und
b) gegen Störungen, auch soweit sie durch äußere Angriffe bedingt sind,
gesichert sind. Vorkehrungen nach Satz 1 müssen den Stand der Technik be-rücksichtigen. Eine Maßnahme nach Satz 1 ist insbesondere die Anwendung eines als sicher anerkannten Verschlüsselungsverfahrens."

In meiner Lesart ergeben sich daraus für den Betrieb von Lernplattformen zwei Anforderungen:

  1. Lernplattformen müssen regelmässig upgedatet werden.
  2. https:// Verschlüsselung wird Standard.

Das regelmässig Update ist unabdingbar, da nur so die geforderten technischen Vorkehrungen zum Schutz der Daten gewährleistet werden. Der Betrieb von Lernplattform-Versionen für die keine Sicherheitsupdates mehr zur Verfügung gestellt werden, ist somit ein Gesetzesverstoss.

Die Datenverschlüselung wird ausdrücklich gefordert.

Auch wenn dies noch nicht verabschiedet ist, gehe ich davon aus, dass es in nahezu dieser Form im Bundestag verabschiedet wird.

Von Rechts wegen: Nachtrag zu 2014

In den letzten zwei Monaten gab es  zwei wichtige juristische Entscheidungen:

Der Europäische Gerichtshof hat festgestellt, dass öffentlich verfügbare YouTube-Videos durch einen Einbett-Code (embed) auf anderen Seiten genutzt werden und (!) dadurch keine Urheberrechtsverletzung stattfindet. Begründet wurde dies damit, es würde keine zusätzliche Öffentlichkeit geschaffen, denn die Videos seien ja bereits für Jedermann verfügbar.

Thomas Schwenke hat in seinem Blogbeitrag http://rechtsanwalt-schwenke.de/eugh-embedding-haftung-youtube/ dargestellt, dass man dieses Urteil nicht so interpretieren könne, auch andere Inhalte (z.B. Grafiken, Fotos oder Texte) dürften nun per Embed-Link eingebettet werden. Also Vorsicht bitte.

Urheberrecht: § 52a gilt jetzt unbefristet. Bundestag und Bundesrat haben Anfang Dezember die zeitliche Befristung des § 52a aufgehoben. Der Passus war in den letzten Jahren mehrfach zeitlich befristet worden und gilt nun (vorläufig) dauerhaft. Dies betrifft vorwiegend die Hochschulen.

§ 52a legt fest, dass urheberrechtlich geschützte Werke (ausgenommen Lehrwerke) in kleinen Teilen für Unterrichtszwecke genutzt werden dürfen (http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__52a.html). Diskussionspunkt war die Frage, was denn diese 'kleinen Teile' sein sollen. Nach einem Musterprozess zwischen der Fernuniversität Hagen und dem Kröner Verlag ist dies nun höchstrichterlich geklärt.

Kleine Teile sind maximal 12% eines Werkes bzw. max. 100 Seiten: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2013&Sort=3&nr=66067&pos=0&anz=193.

Nach dieser Klärung ist das Thema jedoch noch nicht ganz abgeschlossen. Das Landgericht Stuttgart wird im Januar noch über die Frage einer angemessenen Vergütung entscheiden. Dies hat grundsätzliche Bedeutung.

Der vierte Absatz von §52a UrhG geht auf die Vergütung dieser Nutzung ein. Wenn der Rechteinhaber (meist der Verlag) ein "angemessenes Lizenzangebot" bereitgestellt hat, entfällt das kostenfreie Nutzungsrecht. Nachdem bisher 'kleine Teile'  ein unbestimmter Begriff war, ist nun also  'angemessenes Lizenzangebot' zu klären.

Unter Führung des UTB-Verlages entsteht gerade eine Plattform 'Digitaler Semesterapparat': http://booktex.de. Hier soll es künftig möglich sein, sich schnell einen Überblick über Lizenzkosten in Abhängigkeit von der Dauer der Nutzung und der Zahl der Nutzer zu verschaffen. Zugleich soll einfach eine Lizenz abgeschlossen werden können.

Dr. Bertram Salzmann, der  Booktex leitet und bis zum Jahresende Geschäftsführer von UTB war, erläuterte mir bei einem Gespräch, dass man nun noch auf das Ergebnis der Gerichtsverhandlung in Stuttgart warte, um dann konkrete Angebote zu unterbreiten.