Moodle kann auch bunt.

Es kommt nicht auf Farbe an, aber auch Moodle kann bunt.

Technologiegestütztes "Lernen 1.0' bis 'Lernen 16.0'

Seit geraumer Zeit geht die Zahlenkombination ‘2.0′ durch die Welt. Sie bezeichnet ursprünglich die Veränderung in den Internettechnologien von den reinen Distributions-Systemen hin zu kollaborativen Softwaremöglichkeiten im Netz.

Es ging also darum, dass nicht mehr nur der Betreiber einer Webseite Informationen einstellt, sondern zugleich die Leser zu Schreibern werden. Wikis und Weblogs sind hierfür Beispiele.

Die Forderung Medien bidirektional zu gestalten ist übrigens wahrhaft nicht neu. Bert Brecht forderte den Hörfunk vom Distributionsapparat zum Kommunikationsapparat zu machen. Gegenöffentlichkeit der 70er, 80er Jahre eignete sich Medien an und öffnete sie breiteren Kreisen.

Ältere Technologien (z.B. Websites ohne Kommentarfunktionen) wurden konsequent dann als Web 1.0 bezeichnet. 1.0 und 2.0 bezeichnen somit durchaus unterschiedliche Paradigmen.

Inzwischen gibt es seit einiger Zeit auch die Begriff ‘Lernen 1.0′ und ‘Lernen 2.0′. Lernen 1.0 ist natürlich völlig ‘out-fashioned’ und ‘old-style’.

‘Lernen 2.0′ wird nicht wirklich sauber definiert. Es ist eine Gemengelage aus pädagogischen Konzepten (Konstruktivismus), zweitens Rollenveränderungen der Lehrenden und - häufig vergessen - der Lernenden (Lehrer als Lerncoach) und drittens dem Einsatz webbasierter Technologien.

Merkwürdigerweise werden die Modelle gegeneinander statt ergänzend diskutiert. Und ebenfalls auffällig, Lernen 2.0 wird als eine völlige Neuerfindung verstanden. Schaut man etwas genauer hin, findet man unter Auslassung von Technologiefragen sog. Lernen 2.0-Konzepte in der Reformpädagogik, bei Paolo Freire, bei Ivan Illich und vielen anderen. Geht man noch weiter in der Geschichte zurück so sind viele Privatlehrerkonzepte weniger drill-and-practice Modelle als vielmehr diskursive kommunikative Erarbeitungen von Inhalten.

Das meint also, kooperatives Lernen ist keine Erfindung des Internet-Zeitalters.

Lernen 2.0 suggeriert auch, davor habe es nur ein Paradigma im Lernen gegeben. Angesichts der langen Geschichte des Lernens, die so alt ist wie die Welt, ist das anmaßend. Lernen unter Nutzung des Internet ist also eher als ‘Lernen 356.2′ zu bezeichnen (ohne dass ich damit alle vorherigen Stufen beschreiben möchte).

Selbst im Bereich technologiegestütztes Lernen ist Lernen 2.0 in der Zählweise falsch. Ich versuche mich mal mit einer Auflistung:

Lernen 1.0: Erzählen (ok, nicht direkt Technologie, aber irgendwo musste ich anfangen)
Lernen 2.0: temporäre Visualisierung mit dem Stock im Sand/auf Tafel
Lernen 3.0: Lernen im Klassenverbund statt einzeln oder in der Kleingruppe
Lernen 4.0: dauerhafte gemalte/gedruckte Plakate/Karten
Lernen 5.0: räumlich mobiles Lernen mit gedruckten Lernbüchern
Lernen 6.0: Lernen mit audiovisuellen Medien (Tonband, Cassette | Dia | Film)
Lernen 7.0: Fernlernen mit Lernbriefen und Aufgabenkorrektur
Lernen 8.0: Strukturierte gedruckte Lernunterweisung
Lernen 9.0: Lernen mit technischen Medien mit ‘mechanischer’ Interaktion (Sprachlabor, Sprachkassetten)
Lernen 10.0: Blended Learning Generation 1: Funkkolleg
Lernen 11.0: Computer Based Training bis zur Lern-CD
Lernen 12.0: Webseite mit Lerninformationen
Lernen 13.0: Web Based Training|WBT (SCORM) strukturierter Lernpfad zum Durchklicken
Lernen 14.0: WBT plus Kommunikation in Foren
Lernen 15.0: Blended Learning Generation 2: Lernplattform
Lernen 16.0: kollaboratives (un)gelenktes Lernen in geschützten/offenen Gruppen

Nicht zuordnen möchte ich hier die Debatte über ‘informelles Lernen’, da es immer schon passierte und ‘Personal Learning Environments = Persönliche Arbeits-und Lernumgebung (PAUL)’, da sie zunächst nicht mehr ist als der webbasierte Schreibtisch mit Regalablage.

Moodle: Problem beim Wiederherstellen von Kursen

Mit der Funktion der Sicherung und des Wiederherstellens kann man Kurse leicht zwischen Moodle-Systemen übertragen. Bei der Sicherung wird ein Datenbankauszug des einen Systerms gemacht und beim Wiederherstellen erfolgt eine Integration in das aktuelle System.

Wenn die Versionen beider Systeme identisch sind, funktioniert dies in der Regel reibungslos.

In manchen Situationen bleibt der Wiederherstellungsprozess ohne erkennbaren Grund nach sehr kurzer Zeit stehen. Eine Fehlermeldung wird nicht ausgegeben.

Ursache ist hier häufig ein Versionsproblem. Wenn die Version auf der die Sicherung erfolgte höher ist (z.B. 1.9.3.), als die Version in die wiederhergestellt wird (z. B. 1.9.2), verweigert sich das System. Genauer kann man das durch einn Abgleich der Versionen prüfen. Im eigenen System befindet sich die Information auf dem Modle-Logo am Fuß der Startseite (Maus darüber bewegen und den erscheinenden Text lesen). In der Kurssicherung findet man die Information am Anfang der in der Zip-Datei enthaltenen xml-Datei. Sie enthält die Auszüge aus der Datenbank. Geöffnet werden kann die Datei z.B. mit Wordpad oder einem Editor.

Ist die Moodle-Version der Sicherungsdatei nur unwesentlich älter als die genutzte Version können wir meist durch einfache Veränderung der Sicherung hilfreich werden.

Fragen Sie uns. Geben Sie die Version Ihres Moodle-Systems und derSicherungsdatei, sowie die Art der verwendeten Lernaktivitäten an.

Moodle-Kurse nutzen, ohne sich registrieren zu müssen

Verschiedene Bildungseinrichtungen sind auf uns zugekommen und hatten folgenden Wunsch:

Teilnehmer sollen bestimmte Kurse durcharbeiten können und darin z.B. Selbsteinschätzungstests durchführen, ohne sich zuvor registrieren oder anmelden zu müssen.
Dies ist z.B. bei Sprachkenntnistests häufig sehr sinnvoll.

Gemeinsam mit einem Kollegen haben wir hierfür eine Lösung gefunden, die mittlerweile auch den Praxiseinsatz mit Bravour bestanden hat.
Unter http://content.moodle.de können Sie es ausprobieren. Klicken Sie rechts auf Demozugang: Mathematik. Sie werden automatisch eingeloggt und können als Teilnehmer in den Kurs.

Wir können die entsprechende Anpassung an Ihrem Moodle-System durchführen. Bitte fragen Sie uns dazu konkret an. Wir senden Ihnen ein Angebot. E-Mail an info@eledia.de

Deutscher Bundestag nutzt Moodle

Link: http://www.mitmischen.de/lernplattform/

Im Projekt Mitmischen zur Bundespräsidenten und Bundestagswahl wird Moodle eingesetzt.

E-Learning Industrie verschläft innovative Ansätze in der Pädagogik

Link: http://www.weiterbildungsblog.de/2009/05/26/die-e-learning-industrie-hinkt-den-potenzialen-innovativer-padagogik-deutlich-hinterher/

Erst in allerjüngster Zeit, gestützt auf Social Software, Community-Erfahrungen im Web und auf Open Source-Plattformen wie Moodle, machen sich Industrie und Anwender Gedanken über ein stärkeres Miteinander von Bildungsmanagement (top down) und Lernerfahrungen (bottom up).

Mehr im Beitrag von Jochen Robes und der Quelle auf die er sich bezieht.

Moodle Bewertungsbereich

Der Moodle-Bewertungsbereich ist für viele ein Buch mit mehreren Siegeln.

Es gibt in Moodle kaum einen Bereich, der derart leistungsfähig ist wie die Bewertungsübersicht. In Kürze wird mit der Version 1.9.5. eine grafische Überarbeitung und eine deutliche Verbesserung bei der Handhabung erreicht werden.

Dies ist ein guter Zeitpunkt, um eine kleine Handreichung zu erstellen, die die Funktionen darstellt und die Bedienung erläutert.

Ich suche daher eine kleine Gruppe 3-4 Leute, die Interesse haben, hier tiefer einzusteigen.
Am Ende soll eine kleine Broschüre stehen, die das Konzept, die Begriffe und an Hand von Beispielen den Einsatz verdeutlicht.
Auf dem Weg dahin können wir vermutlich die Übersetzung ein wenig optimieren.

Wer Interesse hat, dies bis September 09 zu tun, möge isch bitte bei mir melden.

Über das Richtigkeitsproblem bei Wikis im Unterricht

Es ist schon einige Zeit her, als eine Lehrerin mich zum Nachdenken brachte mit der Frage, wie sie denn gewährleisten könnte, dass in einem von Schülern erstellten Wiki alle Informationen immer richtig seien.

Nach kurzem Nachdenken kam ich zur Einschätzung, dass die Grundeinstellung dahinter erst zu dem Problem führt und man anders zu guten Lösungen kommen kann.

Man kann im Schülerwiki genauso wenig sicherstellen, dass alle Texte immer richtig sind wie man auch nicht sicher stellen können, das alle Lehrertexte immer richtig von der Tafel abgeschrieben werden oder alle Hausaufgaben immer richtig gemacht werden.

Wie kann man nun eine gute Lösung finden? Zentral ist die Festlegung des Lernziels: Am Ende haben wir ein Ergebnis mit richtigen Inhalten. Vom Beginn bis zum Ende findet ein mehrstufiger Prozess statt.

1. sammeln
2. strukturieren, gliedern
3. aufbereiten
4. verifizieren = Richtigkeit inhaltlich prüfen
5. Formulierung, Sprachstil optimieren
6. Rechtschreibung optimieren.

Die Stufen 1-3 können gut in Gruppen erarbeitet werden. Stufe vier kann eine gruppenübergreifende Arbeit sein. Stufe 5 und 6 sind optionale Schritte je nach Lernziel.

Stufe 4 enthält zugleich verschiedene Metalernziele, Inhalte im Web kritisch zu hinterfragen, ein Peerfeedback so zu geben, dass die anderen es annehmen können und unterschiedliche Sichten zu diskutieren.

Entscheidend für das Gelingen des Prozesses ist die Klarheit beim Lehrenden, welche Ziele in Vordergrund stehen und wie die eigene Rolle verstanden wird.
Selbst wenn sich einem die Fußnägel kringeln und der Rotstift heftig zuckt, um Rechtschreibfehler anzustreichen, ist dies in den Phasen 1-4 eher störend, da die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema behindert wird.

Zehn Stufen des E-Learnings (2)

Link: http://dialoge.info/b2/index.php/2009/04/11/zehn-stufen-des-e-learnings

Mit zehn Stufen des E-Learnings beschreibt Martin Dougiamas Phasen der Nutzung von Moodle durch Trainer. Beginnend mit der Bereitstellung von Content (Dateien und SCORM-Lernpakete) und endend mit dem Teilen von Ideen und der kooperativen Arbeit.

Wie sieht es in der Praxis aus?
Wie viele Trainer nutzen Moodle auf welcher Stufe?

Martins Einschätzung ist ernüchternd. Er sagt 90 % der Trainer nutzen die ersten drei Stufen: Content bereit stellen, passive Foren sowie Aufgaben und Tests.

Warum ist das so?
Zum einen finden Lernplattformen ihren Einsatz häufig in Blended-Situationen. Daher übernimmt die Lernplattform nur einen Teil der Lehr-/Lernsituation als Instrument. Andere Teile werden in der Präsenzsituation umgesetzt. Andererseits ist dies ein Spiegel der Lehrrealität. Immer wieder kann man feststellen, dass der Frontalunterricht noch immer in Schule und Hochschule sehr verbreitet ist.

Andererseits steht der Einsatz von Lernplattformen unter der Kritik der Web 2.0 Apologeten, die die offenen kooperativen Lernsituationen im Web favorisieren. Gerade hier ist aber noch mehr Loslassen des Lehrers von seiner klassischen Rolle gefordert. Ist Web 2.0 Lernen vielleicht eher technikgetrieben als realistisch? Immer wieder ist die Rede von den Digital Natives, die aufgrund der alltäglichen Gegenwart des Web wie selbstverständlich mit StudiVZ, ICQ und anderen Medien online arbeiten und daher genau das auch vom Unterricht erwarten.

Ich bin da bekanntermaßen skeptisch. Einerseits glaube ich nicht, dass der Net-Generation, so es sie denn gibt, wirklich in der Breite so autonom und konstruktiv mit Webmedien arbeitet. Andererseits würde die Nutzung der ‘Jugend’-Medien für Lehrzwecke z. T. lächerlich wirken (wie frühere Versuche Unterrichtsinhalte in Action-Comics zu integrieren).

Wann kommt Moodle 2.0?

Die Frage wird immer häufiger gestellt. Martin Dougiamas hat in den letzten Wochen hierzu mitgeteilt, dass es wohl erst zum Jahresende der Fall sein werde. Unklar bleibt dabei bisher, ob dies der Zeitpunkt für eine gute Beta-Version oder eine erste stabile Version sein wird.

In den letzen Wochen haben sich bei der Planung der Funktionen der neuen Version noch sehr viele Veränderungen ergeben. Diese sind noch nicht alle in der Roadmap integriert. Eine Roadmap bezeichnet üblicherweise ein Dokument mit den Planungen der Softwareentwickler.

Die Version 2.0 hat sehr viele Änderungen im gesamten Programmkern. Daher ist hier mit einer sehr umfassenden und intensiven Testphase zu rechnen.

Erfreulicherweise gibt es nun einen Entwickler für das Workshop-Modul. Damit besteht gute Aussicht mit einer neuen Version weiter Funktionen wie Selbstbewertung und Peer-Bewertung nutzen zu können.

In den letzten Wochen sind zudem intensive Diskussionen über Designfragen geführt worden. Es sieht aktuell so aus, als würde ein Templatemodell eingeführt mit dem eine wesentlich flexiblere Gestaltung aller Elemente möglich wird.

Einige Funktionen, die in der Entwicklung weit vorangeschritten sind:
- Conditional Activities -> Lernpfade
- Markierung von Inhalten als bearbeitet
- Optimierung des Bewertungsbereichs (vermutlich schon in 1.9.5)
- Systemweite Gruppen
- neue Dateiverwaltung
- neuer Editor
- vereinfachte Videointegration
- Integration externer Dateiablagen (Repositories), z.B. direkter Zugriff auf Flickr-Bilder oder Google-Docs-Dateien
- Anbindung an Mahara, um Kursinhalte ins eigene Portfolio zu übertragen