Simplify ?! So einfach wie ....

… Facebook. So einfach soll eine Lernplattform funktionieren. Das ist der Wunschtraum vieler Nutzer.

Ich habe in den letzten Monaten zwei Dinge beobachtet:
- ein Teil der Nutzer findet die Nutzung derLernplattform als zu kompliziert
- ein anderer Teil der Nutzer staunt: so einfach geht das?

Dem bin ich auf die Spur gegangen. Ich habe dabei drei Dinge entdeckt:

1. Lehr-/Lernprozesse werden simplifiziert. Das klappt in der Praxis nicht. Wer einfach eine Powerpoint-Präsentation für ein Lernprogramm hält vergisst, dass die Folien nicht der Vortrag sind und der gehörte Vortrag noch lange nicht gelernter Inhalt.

2. Plattformen wie Facebook werden glorifiziert. Sie können bestimmte wenige Dinge, die zum Lernen sinnvoll wären, recht einfach wie liken, Statusstatements abgeben und kommentieren. Anderes können sie gar nicht, nur sehr seher mühsam oder nur durch Zusatzprogramme.

3. Lernplattformen werden zu selten individuell konfiguriert.

Ich hatte im Mai Gelegenheit im Rahmen der iMoot - einer internationalen online Moodle-Konferenz das Thema zu diskutieren.

Meine Folien dazu finden sich hier: http://eledia.de/de/content/simplify-moodle. Eine deutsche Version folgt in Kürze.

eLeDia Webseite neu gestaltet

Komplett neu aufgebaut wurde die Webseite von eLeDia - eLearning im Dialog. Unsere Firma bietet alle Dienstleistungen rund um den Einsatz von Moodle, das Community- und ePortfolio-System Mahara und OpenMeetings als LiveClassroom System.

Mehr unter http://eledia.de.

Facebook ergraut. Schüler-VZ am Ende.

Heute hatte ich schon gepostet, dass Schüler-VZ am Ende ist.  In den letzten Tagen hatte ich schon Daten gesehen, dass die Nutzerzahlen bei Facebook rückgängig sind. Dies  zeigt die Entwickler der Nutzerzahlen nach Altersgruppen im ersten Quartal 2013.  Interessanterweise ist der Trend in Deutschland und den USA gleichartig.

Bildquelle: Focus.de


Soziale Netzwerke sind kein Ersatz für Lernplattformen: Ende von Schüler-VZ

Es ist schon ein paar Tage her, da wurde das Ende der Lernplattformen vorhergesagt. Schließlich gäbe es ja soziale Netzwerek. Das mache viel mehr Sinn. Ich war dem gegenüber immer skeptisch und habe die Frage der Kontrollierbarkeit des Zugriffs als wichtiges Kriterien im Argumentarium gehabt.

Gerade macht Posterous ein amerikanisches Portal zu.

Und nun erwischt es den nächsten Schüler-VZ. Dort steht nun zu lesen (http://www.schuelervz.net/l/help) :

 

Liebe schülerVZ-Nutzer,

Wir machen’s kurz: Es ist vorbei. schülerVZ wird am 30. April 2013 geschlossen. Für immer. Deine Mitgliedschaft wird daher zum 30. April 2013 beendet. Und im Gegensatz zu den ganzen Kettenbriefen, die wir stets mit “Ist gar nicht wahr!” zurückgewiesen haben, stimmt diese Nachricht leider.

Wichtig ist: Mit der Schließung werden alle deine Inhalte und Daten vollständig und unwiederbringlich gelöscht.

Dies gilt für Bilder, Nachrichten, Links, Pinnwandeinträge und alle anderen Daten, die du bei uns gespeichert hast.

Wer jetzt also nicht manuell seine Daten dort kopiert und woanders hin packt, hat sie nicht mehr. Ade. Bei Lernplattformen wie Moodle hat die Bildungseinrichtung Zugriff auf die Daten. Auch sie entscheidet über Löschungen. Die Menschen kann man jedoch ansprechen und Dinge mit ihnen absprechen.

Mit Hilfe von e-Portfolios kann man Daten dauerhaft persönlich speichern. Auf http://Mahara.de kann man das exemplarisch sehen.

Wer wird nach Schüler-VZ der nächste sein? Studi-VZ? Mein-VZ? Gesichtsbuch? Xing?

OER Kurse: Content Sharing mit Moodle

Im Rahmen der diesjährigen Moodle-Moot haben sind fast zwanzig Akteure einen Tag lang getroffen, um zu überlegen wie Moodle-Kurse als OER erstellt und zugreifbar gemacht werden können.

Technisch ist das ganz einfach. Moodle hat seit ein paar Jahren eine Funktion zum Veröffentlichen von Kursen.  Sie ermöglicht es, Kurse in einem gesonderten Moodle-System, einem Hub zu hinterlegen. Die Kurse werden mit Metadaten ergänzt und sind über den Hub von anderen aufrufbar. Die Suche nach solchen Kursen erfolgt über einen Block innerhalb des eigenen Moodle-Systems mit dem Namen Community-Suche. Voraussetzung ist, dass die Funktion von der Administration freigegeben wurde.

Im Rahmen des OER Workshops auf der Moodle-Moot wurde über Strategien, Rechtliches und erforderliche Unterstützung nachgedacht. Die Arbeit wird fortgesetzt.

#coer13



eLeDia veröffentlicht über 30 Zusatzentwicklungen für Moodle

eLeDia entwickelt permanent neue Funktionen für Moodle. Mehrere Entwickler sind damit befasst eigene Projekte und kundenspezifische Anforderungen umzusetzen. eLeDia beginnt nun eine Vielzahl der Eigenentwicklungen öffentlich zu machen und weltweit im Plugin-Repository von http://moodle.org zu veröffentlichen.

Andre Krüger, CTO von eLeDia: “Wir versprechen uns davon nicht nur eine weitere Verbreitung von Moodle, sondern auch zusätzliche Anregungen zur Weiterentwicklung. Je mehr Nutzer in verschiedenen Siutuationen ein Werkzeug verwenden, desto mehr Anregungen und Verbesserungsvorschläge entstehen. Das nützt den Anwendern und unseren Kunden. Die intensivere Nutzung führt auch dazu, dass Fehler gefunden und gelöst werden können, die bislang nicht aufgetreten sind. “

Einige der Funktionen sind seit mehr als einem Jahr bei eLeDia Kunden im praktischen Einsatz erprobt. Die folgenden Tools werden im ersten Schritt veröffentlicht.

  • eledia_usercleanup: bereinigt automatisch Nutzer, die sich längere Zeit nicht eingeloggt haben. Sie  erhalten vorab eine Benachrichtigung per E-Mail. Das Werkzeug benachrichtigt seit zwei Jahren auf http://moodle.de alle Nutzer, die sich länger als ein Jahr nicht eingeloggt haben. Loggen Sie sich innerhalb von 14 Tagen nicht erneut ein, werden sie gelöscht.
  • eledia_cohortsgreeting: Bei Einschreibungen in Kurse mit globalen Gruppen (cohorts) kann ein Begrüßungstext per E-Mail versandt werden.
  • eledia_search: systemweite Suche nach Kursinhalten in verschiedenen Bereichen. Die Suche berücksichtigt noch nicht, ob der jeweilige Nutzer auch Zugriffsberechtigungen in dem Kurs oder auf die Aktivität hat.
  • eledia_demologin: Der Zugriff auf  Kurse in einer festgelegten Kategorie ist mit vollen Teilnehemerrechten anonym ohne Logindaten möglich. Die Funktion eignet sich gut für Testzugänge zum Ausprobieren.
  • eledia_usercount: Der Block zeigt dem Admin direkt wie viele Nutzer auf der Plattform registriert sind.

 

eLeDia wird in den nächsten Wochen in mehreren Schritten etwa dreißig Werkzeuge  ‘in die Freiheit entlassen’. Der Download wird unter https://moodle.org/plugins und https://github.com/eledia möglich sein. Die Plugins stehen in englischer Sprache zum Download zur Verfügung. Das deutsche Sprachpaket wird durch Update der Sprachversionen automatisch hinzugefügt. Weitere Übersetzungen erfolgen in der Sprachverwaltung von Moodle unter http://lang.moodle.org.

Meldungen zu Fehlern werden für jedes Modul über das Fehlermeldesystem angenommen: http://tracker.moodle.org.

MOOCs in Deutschland

Link: http://www.joeran.de/moocs-in-deutschland/

Jöran Muuß-Merholz hat eine sehr schöne Zusammenstellung über die deutschen Aktivitäten zu MOOCs, xMOOC und cMOOC, gemacht.

Übrigens: Es handelt sich - noch - nicht um eine Bildungslücke. MOOC ist die Abkürzung für Massive Open Online Courses.

 

Das Ende der Web 2.0 Tools ?!

Vor ein paar wenigen Jahren ist der Boom der Web 2.0 Tools losgegangen. Dabei gab es unterschiedliche Tools. Einerseits Dienste, die zentral betrieben wurden, andererseits Tools, die jeder selber installieren und betreiben konnte und drittens kleine hilfreiche persönliche Werkzeuge.

Über die Zeit sind ein paar Entwicklungen in diesem Bereich absehbar:

  • Ehemals kostenlose Angebote werden kostenpflichtig. Zum Teil kann man auf kostenpflichtige Pro-Accounts aufstocken, die zusätzliche Funktionen oder mehr Speicherplatz anbieten. In einigen Fällen wird der Leistungsumfang der kostenfreien Accounts beschnitten. Kürzlich stellte ich fest, dass bei Flickr das Uploadvolumen und die Dauer der Anzeige bei kostenfreien Accounts begrenzt sind.
  • Die Angebote werden um Werbung angereichert, ob ich will oder nicht.
  • Die Dienste werden eingestellt und die Daten gelöscht. Aktuelles Beispiel: Posterous und der RSS Dienst von Google.
  • Apps aus App-Stores werden gelöscht. eBooks auf dem Kindle werden von Amazon gelöscht.

Für mich ergeben sich daraus ein paar Probleme:

  • Bei allen Diensten, die wir nicht selber betreiben, sind wir nicht mehr Eigner der Daten. Jemand anderer entscheidet, ohne uns zu fragen, ob wir künftig noch auf unsere Daten zugreifen können.
  • Selbst bei scheinbaren Kaufverträgen, werden wir nicht Eigentümer einer dauerhaft nutzbaren Kopie der Software, des Buches, etc.

Alle Welt jubelt aktuell über die tollen einfachen und bequemen Cloud Dienste. Ich stelle mir jetzt vor, dass der Betreiber in der Cloud den Dienst einstellt und meine Daten löscht. Beim nächsten Online-Gang erfolgt die Synchronisation und meine lokalen Daten werden gelöscht, da ja die Cloud leergeräumt ist.

Für mich hat es zwei Konsequenzen:

  • Ich setze mehr auf selbst installierte Systeme bei denen ich persönliche die Kontrolle habe.
  • Bei der Nutzung von Cloud Diensten erstelle ich zusätzlich Sicherungen auf eigenen Datenträgern, ausserhalb der Verzeichnisse des Cloud-Dienst-Anbieters.

Wer hat andere Strategien?

MoodleMoot: Meine Traum-Moot

Es wird Zeit, den Blick nach vorne zu richten. Nach nunmehr zehn MoodleMoots an denen ich in irgendeiner Weise beteiligt war, kann ich mir weiterhin Dinge vorstellen, die man noch anders machen kann. Hier ein paar meiner “spinnerten Ideen":

  • mehr Aktionsorientierung. Kann eine Moodlemoot in Teilen einen Werkstattcharakter bekommen? Parallel zu Vorträgen und Diskussionen wird praktisch gearbeitet. Es entstehen neue Kurse und neue didaktische Szenarien.
  • weniger Präsentationsfolien. Wie gelingt es mehr dialogisch zu werden?
  • etwas Un-Konferenz. Nein, ich meine nicht, eine Moot solle ein Barcamp werden. Aber vielleicht in Teilen. In Österreich wurde in diesem Jahr zum - ich glaube  zweiten Mal am zweiten Konferenztag ein Barcamp durchgeführt. Dag Klimas hat in Berlin auf der Moot einen Open-Space-Tag angeboten und realisiert.
  • Offener Anfang und offenes Ende. Muß ein Konferenz am ersten Tag anfangen und am zweiten Tag enden? Könnte nicht auch die Konferenz ein Mittendrin sein? Die Konferenz fängt sechs Wochen vorher an und hört drei Monate danach erst auf.
  • Brauchen wir Keynotes? Es ist gar nicht so einfach, Keynote-Speaker zu finden, die gute Impulse setzen. Haben die Teilnehmer nicht auch gemeinsam Potenzial zu einer Eröffnungsveranstaltung. Max Woodtli hat in der Schweiz mal eine MootMoot mit einem World Cafe eröffnet. Was ist die Funktion einer Keynote und was ist die Funktion einer Eröffnungsveranstaltung?
  • Die Teilnehmer unserer Kurse einbeziehen. Wo ist die Lernerperspektive?
  • Anti-Buzz-Word-Moot. Durch das Dorf des Lernens wird jedes Jahr wieder eine neue Sau getrieben. Ein neues Schlagwort soll alles, was vorher war, innerhalb kürzester Zeit grundlegend ablösen. Lernen erfolgt nur über Wikis. Twitter als Lernplattform. Alles nur mobil. Nur noch Spielerisch lernen hat Zukunft.  E-Book-Lernen.  Web 2.0. MOOCH oder MOOC. Facebook ersetzt Lernplattformen. Informelles Lernen. Whiteboard statt LMS. Lernen mit Badges. … 
    Wer Aufmerksamkeit will muß erklären: ich bin die alleinige Zukunft. Alles andere  ist Vergangenheit. Mal eine eLearning Konferenz ohne Marketing-Geschwafel. Manche dieser Begriffe sind so heiße Luft, dass sie beim kondensieren nicht einmal am Boden ankommen, geschweige denn bei den Lernern.
  • Nachhaltigkeit. Vieles versendet sich. Auch die online gestellten Dokus guckt kaum jemand an. Liest noch jemand ein Buch? Etwas das mit Weitblick und Gültigkeit über den Tag hinaus zusammengestellt wird. Könnte aus ausgewählten Beiträgen der Moot mit weiteren Texten ein Moodle-Jahrbuch entstehen?

Träum weiter, Ralf. Na klar. Ich lass es mir nicht nehmen. Aber ich denke, es gibt viele weitere Menschen mit Ideen. Her damit. Jede nächste Moot kann anders werden.

In Leipzig 2014 wird es darum gehen nicht nur eine MoodleMoot, sondern eine MoodleMaharaMoot auf die Beine zu stellen. Damit wird das Thema Personal Learning Environment wichtiger. Sigi Jakob Kühn hat in den letzten Jahren das Thema Portfoliosoftware mit Mahara gepuscht. Auch eine Neuerung.

 

MoodleMoot: hinter den Kulissen

Dies ist nun nicht noch ein Blick zurück. Nein, diesmal eine Information darüber wie es hinter den Kulissen einer Moodlemoot zugeht.

  • Moodlemoots sind die zentrale dt. Anwenderkonferenz zur Lernplattform Moodle.
  • Moodlemoots finden jährlich an wechselnden Orten statt. Bisher: Köln, Berlin, Duisburg, Heidelberg, Bamberg, Berlin, Essen, Hamburg,  Elmshorn, Münster, München
  • Veranstalter sind die beiden dt. Moodle-Partner gemeinsam mit lokalen Partnern
  • Partner vor Ort ist eine Hochschule und ggfs. weitere Akteure.
  • Die Hochschule stellt die Räumlichkeiten und Mitarbeiter zur Vorbereitung.
  • Studentische Hifskräfte vor Ort werden bezahlt.
  • Die Veranstaltung wird nicht aus öffentlichen Mitteln bezuschusst (Ausnahme Raum und Hochschulmitarbeiter). Sponsoringversuche wahren bislang nur in ganz wenigen Ausnahmesituationen erfolgreich (Gestaltung Programmheft oder MüsliMoot).
  • Referenten zahlen wie Teilnehmer die Tagungsgebühr. Nur Keynotespeaker erhalten ein Honorar und Reisekosten. Vereinzelte Referenten werden eingeladen.
  • Die Veranstaltung muss sich aus den Teilnahmegebühren der Preconference und der Konferenz sowie den Ausstellergebühren finanzieren. Die Konferenz muss so kalkuliert werden, dass sie kein Defizit produziert.
  • Bei 80-110 € Teilnahmegebühr entfallen über die Hälfte der Einnahmen auf fixe Kosten für Teilnehmerunterlagen, Mittagessen und Getränke während der Konferenz.