1. Dezember 2012: Dateien per drag-and-drop in den Moodle Kursraum verschieben

 

Noch immer gehören Dateien zu den meist genutzten Lernmedien überhaupt. Deshalb sind die ersten  Tipps in der Adventszeit auch zu diesem Themenbereich.

 

Seit dem Sommer 2012 können Dateien einfach per drag-and-drop (anklicken-ziehen-loslassen) vom eigenen PC in den Kursraum geschoben werden.

Und so geht es:

  • Im Kurs Bearbeitungsmodus einschalten.
  • Den Dateiverwaltungsexplorer des PC und Ordner mit der gesuchten Datei öffnen.
  • Die Datei anklicken und bei gedrückter linker Maustaste im Moodle-Kurs an die Stelle schieben an der sie eingefügt werden soll.
  • Linke Maustaste loslassen.

Das Verfahren klappt auch mit mehreren Dateien.

Wenn Ihre Dateien sehr groß sind benötigt der Upload natürlich auch etwas Zeit.  Das neue Arbeitsmaterial erhält  automatisch den Dateinamen als Titel.

Leider unterstützt der Internet Explorer dieses Verfahren nicht.  Mit Firefox und anderen Browsern klappt es aber. Ob Ihr Browser dies unterstützt wird nach dem Aktivieren des Bearbeitungsmodus durch eine Textzeile am oberen Bildschirmrand angezeigt.

Moodle Adventskalender im eLeDia Blog

Heute startet hier im Blog ein Adventskalender mit täglichen Tipps rund um Moodle für Beginner und Experten von eLeDia dem deutschen Moodle-Partner.

Moodle: weltweit populärste Lernplattform

Capterra ist ein amerikanisches Softwareberatungsunternehmen. Sie haben die Marktzahlen der wichtigsten Lernplattformen zusammengestellt. Hier das Ergebnis.

The Top 20 Most Popular LMS Software Solutions

© 2012 Capterra, Inc.

Braucht eine Lernplattform einen 'like-it' Button?

Immer wieder frage ich mich, was eine relevante Funktion für Lernprozesse, was ein sinnvoller Bestandteil eines Marketings fürs Lernen ist, was eitler Tand, was modisches Abgucken und Kopieren und was einfach Unsinn ist.

 

 

Facebook hat vor ein paar Jahren den Like-Button eingefügt. Seidem wird ge’likt’, was das Zeug hält.  Es ist aber gar nicht eindeutig, was das Anklicken eines Inhalts überden Like-Button bedeuten soll:

  • Ich finde es originell.
  • Ich habe es verstanden.
  • Ich stimme ihm zu.
  • Ich empfehle es anderen.
  • In unterstütze es.

In den letzten Wochen war ich auch mit der Frage konfrontiert, ob man nicht Moodle-Kurse auch mit Like-Buttons ausstatten könnte. Zunächst: diese Funktion gibt es (noch?) nicht.

Es gibt jedoch in Kursen ähnliches. Noch nicht bemerkt? In Facebook werden Posts ge’likt’. In Moodle kann man Forenposts ebenfalls bewerten. Die Bewertung könnte ‘Like’ heißen. Danach wird angezeigt, wie viele Personen etwas ‘liken’. Seit einiger Zeit kann man auf einer Seite auch Kommentare zulassen. In einem Block werden dann Texteinträge gemacht.  Das finde ich wesentlich qualifizierter und für die Lesenden hilfreicher.

Die Frage ist nun ja auch, welche sinnvolle Bedeutung kann ein Like-Buttton im Lernzusammenhang haben.

  • Ich habe die Erklärung verstanden.
  • Mir ist der Zusammenhang klar geworden.
  • Meine Frage an den Stoff wurde behandelt und beantwortet.
  • Ich kann den Gegenstand nun in meinem Alltag umsetzen.
  • Die Aufgabe hat mich im guten Sinne herausgefordert.

Die Frage mit der ich konfrontiert war bezog sich weniger auf den einzelnen Inhalt eines Kurses, als auf den Kurs selber. Noch-nicht-Teilnehmer sollen darüber eine Information zum Kurserhalten.

Es gibt sicher einige Kurssituationen bei denen, ein solches Empfehlungsmarketing hilfreich ist. Ich denke jedoch gleich auch an die Wirkungen bei anderen Kursangeboten:

  • Dieser Kurs ist ein jährlich sich wiederholendes Pflichtritual. Das mag ich nicht.
  • Der Kurs ist schlicht notwendige Routine.
  • Like sagt nichts über dieFrage, ob der Kurs für mich geeignet ist. Vielleicht fehlen mir Vorkenntnisse oder vielleicht kenne ich schon 90% des Stoffs. Was sagt mir dann ein Like-it von anderen Besuchern.
  • Wie viele Kursbesuche basieren auf Empfehlungsmarketing im Unterschied zu Entwicklungsprogrammen.

 

 

Wenn es einen Like-Button gibt, sollte es dann nicht auch einen Dislike_Button geben?

Was würde das bei einem Bildungsangebot heißen?

Urheberrecht: Bildungsprivileg wird über den Jahreswechsel gerettet

In der letzten Woche ist in Sachen Bildungsprivileg im Urheberrecht einige Bewegung entstanden. Im Bundestag wurden Anträge beraten. Demnach sieht es nun so aus, als würde die zeitliche Befristung um weitere zwei Jahre verlängert.

Das Aufatmen darf aber nicht von Dauer sein. Zum einen steht der Entscheid eines Musterprozess vor der Tür, der die Frage ‘kleine Teile’ auslegen wird. Zum anderen ist in dem Verfahren auch über die Frage der Ausdruckbarkeit zu entscheiden. Das erstinstanzliche Gericht hatte entscheiden, dass die Zahl der ausdruckbaren Seiten beschränkt werden müsse.

Für die Hochschulen heißt dies, dass Sie sich mit den Verwertungsgesellschaften auf einen Vergütungsvertrag einigen müsen. (Anm.: Man könnte den Satz auch umdrehen.) Andererseits kann man den Zwei-Jahreszeitraum auch nutzen, um die Frage des Open-Access zu regeln.

Die Auseinandersetzung geht weiter. Es ist in den nächsten Wochen zunächst zu schauen, ob die Beratungen im Parlament tatsächlich abgeschlossen werden.

Vielen Dank an Andreas Vollmer und Michael Wuttke für folgende Link - Link - s.

Mir fällt dabei auf, dass inzwischen der §52a UrhG als eLearning-Paragraph bezeichnet wird. Diese Bezeichnung war mir früher nicht begegnet.  Ich bin mir nicht sicher, ob diese Bezeichnung hilfreich ist.  Einerseits bezieht sich §52a auch auf Fotokopien, andererseits wäre mal genauer hinzuschauen, ob es eLearning nicht weiterer Schranken im Urheberrecht bedürfe.

 

Moodle: den Texteditor anpassen

 

In Kürze wird Moodle 2.4 erscheinen. Eine Funktion, die komplett neu ist, ist die Anpassungsmöglichkeit für den Texteditor. Der Screenshot zeigt oben eine reduzierte Form, unten die Standarddarstellung.

 

 

In welchen Situationen ist es sinnvoll, Funktionen zu reduzieren und welche sollten am besten wegfallen?

 

Nachtrag:

Sabine hat in den Kommentaren gefragt. Die horizontale Linie  und der Blocksatz kann auch aktiviert werden. Der Screenshot zeigt es:. Das geht ohne Änderung des Programmcodes. Ich werde mal Versuche herauszubekommen, welche Funktionen mit welchen Kürzeln im Standard verfügbar sind.

 

Nach etwas Suchen habe ich nun auch eine (vermutlich) komplette Liste der Funktionen gefunden und eingefügt:

 

Heute mal ein Stellenangebot für Berlin: Moodle-Linux Server Administration

Link: http://eledia.de/docs/server_admin_de.pdf

Als Moodle Partner betreuen wir aktuell mehrere hundert Moodle-Systeme auf eigenen Linux-Servern und in kundeneigenen Strukturen. Diese wollen gehegt und gepflegt…. Stopp: Nein, das nennt man … administriert werden.

Wir bauen unser Team aus. Daher wollen wir zwei weitere Stellen schaffen mit dem Schwerpunkt Linux-Server-Administration.

Details gibt es hier in deutscher oder englischer Sprache.

If you like to work in Berlin and speak English your are welcome in our team.

Learning analytics und Moodle

Seit einiger Zeit geistert ein Stichwort durch die internationale eLearning Landschaft: learning analytics.

Dahinter steckt die Idee, die von Lernern in Lernumgebungen im Hintergrund erzeugten Daten über Nutzung und Lernfortschritt, aber auch über Lernhindernisse auzuwerten, um daraus Hinweise zur Kursoptimierung oder zur verbesserten Lernerunterstützung zu gewinnen. Learning analytics ist kein klar abgegrenzter Begriff. Daher werden mit ihm noch rechtunterschiedliche Ideen verbunden.

Tatsächlich sind es zumeist noch Ideen und häufig ist wenig konkretes zu erkennen.

Wenig beachtet lauft seit 2011 das Projekt Lernprozessmonitoring - Monitoring von Lernprozessen in personalisierenden und nicht
personalisierenden Lernplattformen der Beuth Hochschule für Technik zusammen mit eLeDia und anderen Partnern.

Ich hatte heute Gelegenheit den aktuellen Projektstand zu sehen und bin beeindruckt.

In stark vereinfachter Darstellung übernimmt LEMO die Datenbank und die ServerLog-Daten aus der Moodle-Lernplattform, anonymisiert diese vollständig und wertet sie dann mittels Data-Warehouse-Methoden  aus.

Aktuell sind u.a. folgende Auswertungen möglich:

  • Zahl und Häufigkeit des Zugriffs auf Lerninhalte im Kurs
  • Zugriffsreihenfolge auf Lerninhalte (tatsächlich genutzte Lernpfade)  einzelner Nutzer oder wiederholte Kombinationen von Aktivitätsaufrufen
  • Zeitreiheneinschränkung
  • Nutzergruppenauswertung
  • Vergleiche (in Vorbereitung)

Die Darstellung der Daten erfolgt in unterschiedlicher grafischer Weise als Balkengrafik oder Netzgrafiken, die sich dynamisch anpassen. Derzeit ist das Tool in einer Entwicklungsphase und kann als alpha-Prototyp bezeichnet werden.

Die heutige interne Diskussion in Berlin hat gezeigt, dass die Auswertung der Daten durchaus Erkenntnisse zur Lernprozessanalyse liegert, gleichwohl weder eine eierlegende Wollmichsau ist, die Antworten auf alle Fragen liefert, noch ganz einfach zu interpretierende Daten liefert. Eine Erkenntnis war, dass es durchaus einer umfassenden Erläuterung bedarf wie manche Daten aus dem Rohmaterial herausgenommen und analysiert werden, um die Ergebnisse interpretien zu können.

Von einem Projekt mit dem Ziel, einen Prototyp zu entwickeln kann man sicher nicht erwarten bereits eine perfekte Lösung bereitzustellen. Man kann jedoch bereits jetzt konstatieren, dass eine gute Basis gelegt ist, auf der man weitere Arbeiten aufbauen kann.

Am 30. November wird es in der Beuth Hochschule in Berlin eine öffentliche Präsentation des Arbeitsstandes geben. Interesenten wenden sich bitte an info@eledia.de.

Urheberrecht § 52 a: wer ergreift die Initiative.

Manchmal hat es den Eindruck, man schaut einem ‘Katz und Maus’-Spiel zu.  Beim § 52a scheint das der Fall zu sein.

Der § 52a des Urheberrechts sieht vor, dass öffentliche Bildungseinrichtungen (Schulen, Hochschulen) urheberrechtlich geschützte Werke in kleinen Teilen nutzen können. Diese Regelung ist nach mehrmaliger Befristung nun erneut kurz vor dem Auslaufen. Ende 2012 wird sie ungültig, sofern bis dahin nicht jemand das Gesetz ändert.

Die Zuständigkeit für den Bildungsbereich liegt bei den Bundesländern. Die Zuständigkeit für das Urheberrecht liegt beim Bundestag. Das zuständige Ministerium ist das Bundesjustizministerium.

Juli 2012: Das Bundesjustizministerium hat dem zuständigen Ausschuß des Bundestages einen Bericht über die dritte Evaluierung von §52a des Urheberrechtsgesetzes vorgelegt (Ausschussdrucksache 17(6)201). [Danke an Michael Wuttke für den Hinweis auf diese Information der Linken]].  Darin empfiehlt das Ministerium die Verlängerung der bisherigen Regelung.

Oktober 2012: Der Bundesrat befasst sich mit dem Thema und empfiehlt dem Bundestag, die Befristung im Urheberrecht ganz aufzuheben.

Und nun? In zwei Monaten ist Stichtag. Wer hat denn nun den Ball zum Handeln in der Hand? Die Parteien im Bundestag. Sie können eine Gesetzänderung einbringen. Die Bundesrregierung über das Bundesjustizministerium: sie können dem Bundestag einen Gesetzentwurf vorlegen. Die Mitglieder des Rechtsausschuß des Bundestages: sie können im Rahmen der Gesetzesberatung die Änderung des Gesetzes einbringen. Mitglieder mehrerer anderer Ausschüsse des Bundestages, die eine Mitberatung in Urheberrechtsfragen haben. Die Mitglieder des Bundestages: im Rahmen der letztlichen Beratung des Gesetzes können sie noch Änderungen einbringen.

Derzeit wird eine andere Änderung des Urheberrechts noch im Bundestag beraten. Dabei geht es um das Leistungsschutzrecht für Verleger. Es wäre nun ein Leichtes in dem Rahmen gleich den 52a zu erhalten.

Nun denn mal los.

Bundesrat beantragt § 52a des Urheberrechts zu entfristen, statt auslaufen zu lassen.

Mein Kollege Gerald Hartwig hat mich auf ein paar Neuigkeiten aufmerksam gemacht.  Wesentlich dabei ist, dass der Bundesrat Mitte Oktober vorgeschlagen hat den § 52a des Urheberrechts von seiner Befristung zu befreien. Darüber ist interesanterweise nicht öffentlich berichtet worden.

Es ist jedoch eien Blamage, dass das zuständige Bundesjustizministerium in dieser Frage nicht selber tätig geworden ist. Auch das Bundesbildungsministerium hätte hir im Rahmen der interministeriellen Abstimmung die Bildungsinteressen erkennen und einbringen müssen.

Hier der Text der Beschlussfassung. 514-12B.pdf

Der Ball dürfte damit im Fachausschuß des Bundestages und dann im Bundestag  liegen.