Neue Website des deutschen Moodle-Partners

März 16th, 2009

Passend zur Moodle-Konferenz ist die Webseite von eLeDia komplett neu gestaltet worden.

Ausführlich werden Leistungen für verschiedene Zielgruppen dargestellt. Hosting, Schulungen und Handbücher können direkt online gebucht, bzw. bestellt werden.

Viel Spaß

auf http://eledia.de

Die Zeiten ändern sich

März 16th, 2009

Mit jeder neuen Technologie gehen Lernprozesse einher. Nicht immer versteht man auf Anhieb was wie funktioniert.

Während im Mittelalter das gebundene Buch die Papierrolle ablöste und zu einigem Unverständnis geführt haben könnte zeigt dieses norwegische Video (mit deutschen Untertiteln)

… und die Probleme der Netgeneration sind nicht wirklich anders gelagert, wie dieses Video über den Umgang mit den in Bälde antiquierten gedruckten Medien zeigt.

The google video service is not available anymore.

"Vorsicht Moodle"

März 14th, 2009

Moodle hat sich weltweit im Markt der E-Learningplattforen in allen Bildungsbereichen durchgesetzt. Das ist erfreulich, zugleich aber auch Last.

Moodle ist kein Hype. Unter Hype verstehe ich Produkte und Trends, die hochgepuscht werden, viel öffentliche Aufmerksamkeit erleben, aber sich nicht tatsächlich durchsetzen.

Erst Moodle hat z. B. in Deutschland dazu geführt, dass tausende von Bildungseinrichtungen Lernplattformen zur Unterstützung des Präsenzlernens einsetzen. Der hohe Bekanntheitsgrad von Moodle und die Flexibilität haben zugleich den Erwartungsdruck erhöht und unrealistische Vorstellungen entstehen lassen.

Einige Beispiele:
‘Moodle verbessert den Unterricht.’
Das ist tatsächlich richtig, wenn der Lehrer Moodle dazu benutzt. Moodle bietet ein gut geeignetes Werkzeug dies zu tun. Der eigentliche Verbesserer ist und bleibt aber der Lehrende. Moodle schafft das nicht automatisch und das ist auch gut so.

‘Moodle ist einfach zu nutzen.’
Auch das ist tatsächlich der Fall. Wenn man es vergleicht mit anderen Werkzeugen. Man muss sich jedoch auch auf eine Systematik einlassen. Ein Test ist per se keine einfache Sache. Lehrende entwickeln ihn häufig intuitiv. Die einzelnen Schritte verlaufen nicht unbedingt bewusst reflektiert. Beim Anlegen eines Tests muss man sich die formalen Schritte (Einsatzszenario, Fragentyp, Fragentext, Antworten, Feedback, Bewertung, Zusammenstellung, Auswertungen und Gesamtfeedback) klar machen. Diese sind dann in Moodle zu hinterlegen. Im Alltag eines Lehrers werden diese häufig zeitversetzt gemacht. Bewertung und Feedback werden meist erst während der Bewertung selber entwickelt. In Moodle erscheint daher die Erstellung eines Tests aufwendig.
P.S.: Ganz sicher sind Formulare in Moodle für Aufgaben und Tests optimierungsfähig und gerade daran wird aktuell auch heftig gearbeitet.

Simple-Moodle vs. Funktionserweiterung
Auf der einen Seite wird erwartet, dass man Moodle auf wenige Funktionen beschränken können solle, da Moodle viel zu umfangreich sei. Andererseits wird argumentiert, man könne Moodle überhaupt nur dann nutzen wenn diese und jene zusätzliche Funktion genau auf diese oder jene Art und Weise zur Verfügung stünde. Das Phänomen ist, dass diese Aussagen u. U. in der gleichen Institution gestellt werden. Entweder geht es um eine gruppendynamische Auseinandersetzung in einem Kollegium mit ganz anderen Zielen oder um mangelnde Fähigkeit, nicht genutzte Funktionen einfach zu ignorieren. (Verweigern die Simplifizierer eigentlich auch den Einsatz einer Textverarbeitung, weil sie selber nur 5 % der Funktionen nutzen? Oder warum sind die ‘Funktionsforderer’ nicht mit Workarounds zufrieden, wenn diese das angestrebte Ziel erreichen?) Übrigens viele der Simplifizierungen sind durch die einfache einmalige Konfiguration von Moodle (Abschalten von Lernaktivitäten und Blöcken, anderer Aufbau neuer Kursräume) leicht gestaltbar. Manchmal muss man halt jemanden fragen, der isch damit auskennt.

Moodle erreicht heute Personen, die wenig Kenntnisse in der Medienentwicklung haben.
Heute arbeiten Menschen mit Moodle, die bisher mit Fotokopierer und Klebstoff Lernmaterialien zusammengebastelt haben. Manche von Ihnen schaffen es gerade eben, in eine Word-Datei ein Bild einzufügen. Ganz zu schweigen davon, in Powerpoint eine wirkungsvolle, nicht überladene, Animation zu erstellen. Die gleichen Menschen erwarten nun, dass sie mit Moodle Seiten und Inhalte hochprofessionell erstellen und das natürlich einfach von der Hand geht, sich selbst erklärt, weder Schulung noch Übung erfordert.

Manche dieser Forderungen sind schlicht unrealistisch. Andere sind Herausforderungen bei der Weiterentwicklung von Moodle.

Aktuell findet eine sehr engagierte Diskussion um Nutzerführung und Design in Moodle statt. Dabei geht es genau um solche Fragen der Orientierung und der Nutzerführung, aber auch um die visuelle Identität und Anpassbarkeit. Die Diskussion findet im Wesentlichen unter http://moodle.org - Kursraum Using Moodle im Developerforum, im Forum Theme und im Quiz-Forum statt.

Moodle: solide wirtschaftliche Basis

März 14th, 2009

Vielen ist nicht bekannt wie sich ein Open Source Produkt wie Moodle eigentlich finanziert. Es ist ja schon merkwürdig: Da kann man ein hochprofessionelles Produkt kostenlos herunterladen und nutzen. Es gibt festangestellte Mitarbeiter und eine weltweite Koordination der Arbeiten. Wo kommt das Geld dafür her?

Gestern fand ich zufällig diese Grafik.

Vergleich Sakai-Moodle Finanzierung

Sakai ist eine in Deutschland kaum bekannt open source Plattform. Sie wird ganz wesentlich aus Stiftungsmitteln der Carnergie Mellon Foundation und einem Netz aus Hochschulen finanziert. Die Grafik zeigt, dass Sakai im Unterschied zu Moodle massiv durch Stiftungsmittel gepäppelt wurde.

Viele Lernplattformen fristen ihre Existenz aus öffentlichen (Förder-)Mitteln oder haben diese immer wieder angezapft. Ilias und Metacoon sind zwei Beispiele dafür. Sie wurden neben einer Reihe von anderen Projekten, die mittlerweile das zeitliche gesegnet haben, aus den Förderprogrammen des BMBF finanziert. Selbst kommerzielle Produkte haben häufig eine öffentliche Förderung im Hintergrund oder als Basis. Beispiele hierfür sind u.a. die SAP Learning Solution, die aus einem öffentlichen Forschungsprojekt hervorging, Clix, das immer wieder in größeren EU-Programmen involviert ist, und Edunex von T-System, das eine Fortführung der von mehreren Kultusministerien finanzierten, letztlich aber erfolglosen, Plattform einzelner Schulbuchverlage ist.

Öffentliche Förderung ist nicht gut oder schlecht. Entscheiden ist jedoch, ob es gelingt, eine nachhaltige Akzeptanz am Markt und eine solide wirtschaftliche Grundlage zu entwickeln. Dies wird m.E. bei öffentlichen Förderprogrammen immer wieder unterschätzt. Das aktuelle Förderprogramm der Bildungsministeriums in Deutschland setzt den Focus wiederauf reine Technologieentwicklung und vernachlässigt die nachhaltige Markteinführung mit einer soliden wirtschaftlichen Grundlage.

Kann Moodle ohne solche eine Förderung leben? Und was steckt wirtschaftlich hinter Moodle?

Tatsächlich ist Moodle nicht aus einer öffentlichen oder Stiftungsfinanzierung hervorgegangen. In den letzten Jahren hat es tatsächlich Auftragsentwicklungen von Microsoft (MS SQL) oder der Open University (z.B. neues Gradebook) gegeben.

Der wesentliche wirtschaftliche Background ist jedoch ein weltweites Netz von Supportunternehmen, den Moodle-Partnern. Diese refinanzieren durch eine Umsatzabgabe und Partnergebühren die weitere Entwicklung. Inzwischen fast 40 Unternehmen auf allen Kontinenten bieten professionelle Dienstleistungen an. Dies sichert Moodle einen kontinuierlichen Mittelzufluss und Unabhängigkeit von sporadischen und zeitlich befristeten Förderungen.

Letztlich profitieren die deutschen Behörden und Ministerien davon in enormer Weise, da ihnen ein Werkzeug an die Hand gegeben wird für das keine Lizenzkosten anfallen. Nur auf diesem Wege können derzeit in vielen Bundesländern Schulen (nahezu) kostenfrei eine Lernplattform nutzen. Ein Geschenk, das ihnen letztlich nur deshalb zur Verfügung steht, weil andernorts Dienstleistungen bezahlt werden.

Ich betone dies deshalb so deutlich, weil in manchen Foren etwas unwirsch darauf reagiert wird, wenn bestimmte Supportleistungen nur gegen Entgelt angeboten werden oder Handbücher
und Lernvideos auch verkauft werden.

Innerlich geht mit manchmal die - nicht vorhandene - Hutschnur hoch wenn mal wieder gefordert wird, alles müsse kostenfrei sein. Aus der Sicht eines Lehrers, der keinen Zugriff auf Budgets hat, kann ich das verstehen. Nur ist Moodle oder ein Dienstleister nicht der passende Adressat einer solchen Forderung. Vielmehr sind dort dann Schulträger oder Ministerien der richtige Anlaufpunkt. Weder Schulbuchverlage noch Ausstatter von Schulräumen verschenken ihre Leistungen, auch Lehrer sind nicht ehrenamtlich, wenn auch unterbezahlt, tätig. Wir als eLeDia sind Anbieter professioneller Dienste rund um Moodle. Zusätzlich bieten wir auf moodle.de und moodle.org deutschsprachigen Support in Foren und beantworten täglich ohne Berechnung Nutzeranfragen. Viele Rückmeldungen schätzen besonders, dass wir noch dazu außerordentlich schnell Support bieten. Wo gibt es das schon sonst.

Letztlich machen nur bezahlte Leistungen insgesamt die Entwicklung und Pflege von Moodle möglich.

P.S. Eine Moodlekonferenz wie in Bamberg mit über 400 Teilnehmern 100 Vorträgen, 50 Helfern, Gästen aus Australien, Neuseeland, England, Belgien, Österreich und der Schweiz erfordert etwa zehn Monate Vorbereitung. Wir danken der Universität Bamberg für die Bereitstellung der Räume und von Mitarbeitern, die unermüdlich im Hintergrund alles vorbereitet haben. Wir danken den Teilnehmern und den Ausstellern, deren Teilnahme- und Ausstellergebühren diese Veranstaltung ermöglichen. Etwaige Überschüsse fließen ebenfalls in die Entwicklung von Moodle zurück.

T-System lässt Schulen T-Online.de sperren

März 11th, 2009

Ok. Die Überschrift ist etwas verwirrend. Um was geht es?

T-Systems versucht seit einiger Zeit die Schulministerien davon zu überzeugen, dass die Lernplattform der Zukunft ein Konzept von vorgestern braucht. Der Name: Edunex. Eine alte Plattform der Schulbuchverlage, die bereits in den Versuchen einiger Bundesländer nur mäßig angenommen wurde, wurde in wenig aufgepeppt.

Mit dem Argument, dass die Plattform bereits die Inhalte der Schulbuchverlage enthalte, wird auf Kundenfang gegangen. Tatsächlich wurden einzelne wenige Inhalte der Schulbuchverlage, die bereits vor Jahren entwickelt wurden, eingestellt. Wie mir ein Mitarbeiter eines der beteiligten Verlage erzählte, handele es sich um die alten Materialien, die nicht an neue Curricula oder bundesländerspezifische Anforderungen angepasst wurden.

Weitere Inhalte der Verlage bestehen aus Verlinkungen auf die Angebote der Verlagswebseiten mit der Option des käuflichen Erwerbs. Diese Materialien sind jedermann bereits heute über die Webseiten zugänglich.

Werner Grafenhain (lo-net) kommentierte nun den neuesten Clou von T-Systems zum Verkauf seines Ladenhüters. Auf der Cebit stellte T-Systems den narrensicheren Schutz der Schüler vor. “Edukey ist ein kleiner Kasten mit integriertem Fingerabdruck-Leser und WLAN-Modul, der an den USB-Port eines Rechners angeschlossen wird, der von USB aus booten kann. Im 8 Gigabyte großen Flash-Speicher befindet sich ein bootfähiges Windows XP Embedded, dazu eine komplettes Microsoft Office und ein Browser.”

Sicher ist sicher. Warum?

1. “Außerdem forderten Eltern von den Schulen, dass sie sicherstellen, dass ihren Kindern im Internet “nichts passiert". Vom großen Internet sind nur die Seiten verfügbar, die die jeweilige Schule auf eine White-List gesetzt hat.”
Damit sollten als erstes die Seiten des eigenen Konzern unter http://t-online gesperrt werden. Erstens wegen penetranter Werbung und zweitens wegen der Eroti k-Seiten. Damit soll die Notwendigkeit des Jugendschutzes nicht in Abrede gestellt werden.

2. “Mit Edukey habe der Schüler keine Möglichkeit, Webseiten zu besuchen, die ihn von seinem Lernerfolg abhalten, heißt es bei T-Systems. Hat sich der Schüler mit seinem Fingerabdruck identifiziert, bootet der Edukey direkt über den Browser in die Edunex-Schulumgebung, wobei schon der Verbindungsaufbau verschlüsselt ist.” Toll!

3. Besonders klever an dem Ganzen ist, dass zugleich ein wirksamer Schutz vor Pfuschen eingebaut wird und damit online sicher eine Klassenarbeit geschrieben werden kann. “Während einer solchen Klassenarbeit soll der Schüler bei jeder Aufgabe per Fingerabdruck bestätigen, dass er selbst die Aufgabe gelöst hat. Zusätzlich soll dabei eine Prüfung per Webcam erfolgen, dass nicht geschummelt wird.”
Davon wird sicher sicher jeder Schüler abhalten lassen, den Spickzettel selber zu nutzen oder den Nachbarn heimlich selber zu fragen. Welche Schule an jedem PC nun eine Webcam integriert hat und was Datenschützer von solchen Formen von Kontrolle halten und wer dann bei 33 Schülern 33 Webcam-Aufzeichnungen über 45 Minuten auswertet, dafür hat T-System sicher auch schon eine technische Lösung. Zumindest braucht man wohl nur nebenan im Konzern mal nachzufragen wie man Überwachungen von Mitarbeitern im großen Stil rational durchführt. Erfahrungen gibt es da wohl reichlich.

Übrigens: Das ganze System funktioniert natürlich nur mit dem Internet Explorer als Browser. Dieser Browser wird an immer mehr PCs ausgemustert, das sagen die Auswertungen der Zugriffe auf die meisten Webseiten. Offensichtlich scheint er aber für Kontrollzwecke besonders gut geeignet zu sein.

Zitate von heise-Online

11. März: Tag des Digitalen Lernens

Februar 28th, 2009

Tag des digitalen Lernens: Was ist das?

Der Tag des digitalen Lernens wurde im letzten Jahr erstmals von verschiedenen Organisationen deutschlandweit ausgerufen. Zahlreiche Schulen haben sich daran beteiligt und mit Aktionen und Veranstaltungen Möglichkeiten des digitalen Lernens in der Schule aufgezeigt. In diesem Jahr rufen die digitale Schule Bayern (www.digitale-schule-bayern.de), die Zentralstelle für Unterrichtsmedien (www.zum.de), die religions-pädagogische Internetplattform rpi-virtuell (www.rpi-virtuell.net), das Portal Innovative Teachers (www.innovative-teachers.de) von Microsoft, die Initiative n21 in Niedersachsen (www.n21.de), die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen (www.alp.dillingen.de), das Landesinstitut für Pädagogik und Medien Saarland (www.lpm.uni-sb.de) sowie die E-lisa-academy Österreich Schulen in Deutschland und Österreich auf, sich am Tag des digitalen Lernens zu beteiligen.

Dr. Moodle: Assistenzärzte gesucht

Februar 23rd, 2009

Auf der Moodlekonferenz in Bamberg wird es wieder ambulante Hilfe für größere und kleinere Moodle Wehwehchen geben. Neben den Konferenzbeiträgen gibt es die offene Sprechstunde. Mehr und minder erfahrende Moodle-Anwender helfen anderen bei Fragen weiter.

Häufig geht es um kleine einfache Tipps … und schon kommt man wieder weiter.

Wir suchen dafür gerade noch ein paar Freiwillige ,die stundenweise aushelfen und mitmachen. Heute haben Petr Skoda (Moodle Chefentwickler) und David Mudrák (Entwickler verschiedener Module) ihre Mitarbeit zugesagt. Sie können auch kniffligste Probleme lösen.

Wir suchen noch Freiwillige für andere schwere und viele leichte Problemfälle.

Meldestelle für Freiwillige ist die E Mailadresse: dr.moodle@moodle.de

In medias res: Was Moodle kann und was nicht ...

Februar 22nd, 2009

So langsam nimmt die pädagogische Debatte rund um Moodle Fahrt auf. Das ist gut so.

Es ist nicht Moodle, das den Unterricht verändert. Moodle ist ein Instrument unter vielen in der Hand des Lehrenden, das das Potenzial hat Unterricht zu verändern. Aber es geht nicht von alleine.

Mathias Funk und Sven Gänger berichten in einem Beitrag über die Ergebnisse eines hessischen Modellversuchs zu e-Portfolios (Das E-Portfolio als Werkzeug zur Förderung selbstbestimmten Lernens? in:Zeitschrift für e-learning, 2-2008). Im Fazit schreiben sie u.a. “dass die Nutzung einer strukturierten E-Portfolio-Plattform nicht der Garant dafür ist, dass sich Unterricht in Richtung Selbstbestimmung und Individualisierung entwickelt.”
Hintergrund ist die Fallstudie dreier Lehrer, deren Einsatz von E-Portfolio zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führt und die Lehrpraxis und die Haltung der Lehrer entscheidend ist. Abschließend formulieren Sie, dass die Veränderung der Lernkultur bereits eingeleitet, zumindest aber ein erklärtes Ziel darstellen solle wenn E-Portfolios eingeführt würden.

Letztlich wird damit betont, nicht das Werkzeug ist das Ziel.

In der Taz findet sich am 28.1.2009 ein Beitrag über Blogs für das Lernen 2.0. Darin wird Kritik über Moodle laut:

Prinzipiell ist Scheppler mit Moodle nicht unzufrieden. Anderswo heimste die Plattform dagegen jede Menge Kritik ein und gilt unter Lehrern vielfach als das viel geförderte Tool, das niemand benutzen möchte. Vielen ist es zu kompliziert. Unterrichtsblog-Pionier Thomas Rau ist es zu hässlich, zu wenig öffentlich - und es fehlt die Möglichkeit, Schüler zur Heimarbeit mit Moodle zu verpflichten. Auch weil eben noch immer nicht davon ausgegangen werden kann, dass jeder Schüler einen Computer mit funktionierendem Internetanschluss zu Hause stehen hat.

Drei Stichworte liefert uns Lehrer Rau:
kompliziert: Die wesentlichen Dinge sind einfach. Man kann die einfachsten Dinge sehr effektiv nutzen. Man muss nicht alles haben. Es wird kein Tool geben, dass alle Lehrer lieben. Das ist Gesetz.
hässlich: Moodle kann angepasst werden. Es gibt viele Beispiele, die zeigen dass Moodle ganz anders aussehen kann, wenn man will. z.B: http://ecdl-moodle.de oder http://playpen.riverview.nsw.edu.au/moodle19/ oder http://quantum.riverview.nsw.edu.au/. Alles Moodle-Systeme, jedoch mit grafischen Anpassungen. Dass Schulen häufig die altbackensten Oberflächen auswählen, liegt nicht unbedingt an Moodle.
zu wenig öffentlich: Dies ist eine Frage des Öffnens und des Wollens. Da das Internet ein Gedächtnis hat, das nicht kontrollierbar ist, ist die Nicht-Öffentlichkeit ein ganz wesentlicher Schutzraum. Dennoch ein Lehrer kann jederzeit seinen Kurs für Gäste öffnen und damit öffentlich machen. Viele in der Lehre genutzte Blogs setzen aus meiner Sicht Schüler und Studenten einer Öffentlichkeit schutzlos aus.

Und nochmal Lehrer Rau aus der taz zitiert:

Nicht das Einzige, was Rau, der selbst an seiner Schule “Moodle-Beauftragter” ist, stört. “Das selbstorganisierte Lernen läuft damit auch nicht optimal", mäkelt er und gibt aber dennoch zu: “Aber es ist besser als gar nichts.”

Fink und Gänger (s.o.) machen sich in ihrem Beitrag eine Begriffsunterscheidung von Thomas Häcker zu eigen.

Von selbstgesteuertem Lernen spricht er, wenn die Lernenden lediglich bei den regulativen Prozessen des Lernens mitentscheiden können, also bei der Auswahl von Lernformen und Methoden. Von selbstbestimmten Lernen ist dagegen erst zu sprechen wenn … auch die Mitbestimmung bei den Inhalten und Lernzielen sowie bei der Einschätzung und Bewertung des Lernprozesses und der Lernergebnisse eine Bedeutung erhält.

Was ist nun selbstorganisiertes Lernen? Gabi Reinmann hat kürzlich in zwei Aufsätzen kritisiert, dass es in der Debatte an begrifflicher Klarheit fehlt.

Maik Rieken zieht nun eine persönliche Bilanz seiner Arbeit mit Moodle (hier und hier)

# Moodle muss den Lernenden (denen in der Teilnehmendenrolle) noch weit mehr Möglichkeiten geben, an der inhaltlichen und strukturellen Ausgestaltung von Kursinhalten zu partizipieren. Das geschieht bereits in einigen Lernaktivitäten, aber dieser Weg muss für mich noch konsequenter fortgeführt werden. Die Kommentarfunktion wäre da ein Beispiel. Ein individell frei gestalbarer Bereich für jeden Teilnehmenden - wie etwa durch Portfoliosystem (exabis) sind da für mich ein Schritt in die richtige Richtung, wenn diese Portfolios auch verschiedengradig öffentlich gemacht werden können: z.B. Gruppe, Kursbereich, Moodlesystem, Welt. Mahara macht es für ich in diesem Bereich exzellent vor.
# Inhalte aus Moodlekursen müssen losgelöst von personenbezogenen Daten für jedermann von überall auf der Welt recherchierbar sein. Nur so würde für mich die Schaffung von Kursinhalten effizient. Ich nutze die Inhalte in meinem Unterricht und bekomme von außerhalb meines Unterrichts dazu zusätzlich als Input. Mit “außerhalb” meine ich dabei nicht andere Lehrer oder Schüler.
# Moodle ist ein Unterrichtsinstrument, eine für mich geniale Zusammenführung verschiedener Methoden, von denen keine neu ist - ein Instrument verändert Unterricht durch die Art seiner Benutzung. Es ist für mich fahrlässig zu behaupten, dass ein Instrument von sich aus Unterricht verändert - wie es allgemeinen Hype um Moodle manchmal geschieht. Ohne eine Einführung in das Prinzip, welches hinter dem Kontruktivismus steht, wird Moodle m.E. keinen wirklichen Fortschritt bringen können, sondern lediglich bestehende Strukturen virtuell abbilden.

Ich stimme Maik an vielen Stellen zu. Ich finde eine Differenzierung besonders wichtig: Was schafft Moodle und was schaffen die Menschen, die mit Moodle arbeiten (wollen). Die Aussage ‘Moodle muss..’ ist für mich falsch. Hier ist zu allererst der Lehrende zu sehen. Er kann diese Rechte an vielen Stellen in Moodle schon längst vergeben. Man muss es halt geschickt kombinieren. Der Moodle-Weg erlaubt verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. Würde Moodle überall die Kommentierung und Gestaltung zulassen, dann wäre ein lehrerzentrierter Unterricht mit Moodle kaum mehr möglich. Und auch er hat seine Berechtigung.

Inhalte aus Moodlekursen müssen losgelöst von personenbezogenen Daten für jedermann von überall auf der Welt recherchierbar sein.” Hier bin ich mir nicht sicher, wie weit das denn wirklich gewollt ist. Wenn ein Lehrender das will, dann kann er es auch tun. Aber wollen die Lehrer das?

Ohne eine Einführung in das Prinzip, welches hinter dem Kontruktivismus steht, wird Moodle m.E. keinen wirklichen Fortschritt bringen können, sondern lediglich bestehende Strukturen virtuell abbilden.” Und da sind wir bei der Integration in Unterrichts- oder Schulentwicklungsprozesse. Aber das ist nicht die Verantwortung von Moodle.

Und nochmal Maik Rieken:

Viele meiner Konsequenzen sind bereits heute mit Moodle umsetzbar, wenn ich als Lehrender bereit bin, den Lernenden mehr zu vertrauen und ich den Mut aufbringe, mich ihrer wichtigen Kritik bzw. Rückmeldung auch auszusetzen. Ich wünschte mir in diesem Bereich mehr “Best-Practise”-Beispiele - völlig unabhängig von Moodle.

Und da, Maik, bin ich voll bei dir. Danke für deine kritische Sicht.

Einfach nur Fun oder wirklich sinnvoll? Twitter-to-Moodle

Februar 21st, 2009

Twitter ist ein sog. Micro-Blogging-Dienst. Man kann kurze Nachrichten im Browser oder am Handy schreiben und diese werden automatisch veröffentlicht. Freunde oder Abonnenten können sich über diese Nachrichten wiederum informieren lassen.

Obama hat Twitter im Wahlkampf eingesetzt. Bei verschiedenen Naturereignissen wurden über sog. Twitter-Feeds weltweit Nachrichten abgesetzt - schneller als jede Nachrichtenagentur.

Auf verschiedenen Konferenzen werden Twitter-Feeds live auf einen Bildschirm projiziert. Damit wird sichtbar, was Konferenzteilnehmer während der Konferenz zur Konferenz schreiben. Eigentlich ist das schon ein wenig merkwürdig. Da gibt man dann seinen Kommentar zu einer Präsentation per Twitterfeed auf der Konferenz ab und der Nebenmann liest dies. Man könnte das gleiche ja auch direkt sagen.

Martin Butz war so nett einen Versuch zu starten, Twitterfeeds für die Moodlekonferenz in Bamberg ins Spiel zu bringen. Probieren wir es einfach mal.

Jeder Inhaber eines Twitter-Accounts |http://twitter.com| kann einen Beitrag veröffentlichen. Dieser wird einfach mit einem Tag (Schlagwort) versehen. Anschließend erscheint der Beitrag nicht nur bei den eigenen Abonnenten, sondern zudem mit leichter Verzögerung auch auf http://moodlemoot.de rechts in der Spalte.

Das Schlagwort lautet #moodlemootbb

Sicherheitsupdates für Moodle

Februar 16th, 2009

“Unser Moodle-System läuft zuverlässig und wir arbeiten damit intensiv.” So soll es sein. Dennoch darf man sich als verantwortlicher Administrator des Systems nicht darauf ausruhen. Jegliche Software ist heute dem Versuch des Angriffs von außen ausgesetzt. Gerade gestern hörte man in den Fernsehnachrichten, dass Bundeswehr-PCs in großen Stil durch Schadsoftware verseucht waren und aus dem Netz genommen werden mussten, um weitere Probleme zu vermeiden.

Auch Moodle-Systeme sind das Ziel von Angriffen. Dabei hat sich in den letzten Monaten gezeigt, dass besonders versucht wird, an drei Stellen Zugriff auf Moodle-Systeme zu bekommen:

- Einschleusen von Schadcode über Texteingaben von Nutzern
- Anlegen von Nutzeraccounts zu Spamzwecken, um dann in Nutzerprofilen Werbung zu hinterlegen
- Versuch, Programmdateien zu manipulieren.

Die Moodle-Entwickler waren bisher den Angreifern immer ein Stück voraus. Potenzielle Gefahren konnten früh erkannt und Lücken geschlossen werden. Wenn dennoch Moodle Systeme angegriffen wurden, so lag dies meist daran, dass die Systeme nicht aktualisiert und damit nicht geschützt worden waren, bzw. in der Konfiguration des Systems Einfallstore aufgemacht worden waren.
Interessant ist, dass z.B. die laufend aktualisierten Systeme von unseren Kunden, faktisch nicht betroffen waren. In den letzten Wochen haben wir vermehrt Moodle-Systeme, die nicht von uns gehostet werden, upgedatet, bzw. entstandene Probleme gelöst. Die von uns betreuten Systeme werden automatisch mit Sicherheitsupdates versehen.

Wie kann man sich schützen?
- Abschalten der E-Mail-basierten Selbstregistrierung oder aktivieren von Recaptcha.
- Aktivieren der Prüfung geänderter Mailadressen.
- Nutzerprofile nur nach Login sichtbar machen.
- Sicherheitseinstellungen in Rollen nicht leichtfertig ignorieren.
- Spamcleaner regelmässig benutzen. Dieses Tool erlaubt ein gezieltes Durchsuchen von Profileinträgen auf typische Begriffe, die von Spammern genutzt werden.

Die Grundkonfiguration von Moodle ist heute so eingestellt, dass Sicherheitsrisiken reduziert sind. Wer seine Haustür jedoch offen stehen lässt, muss sich nicht wundern, wenn plötzlich ungebetene Besucher im Flur stehen. In unseren Schulungen zur Administration oder den Beratungen vor Ort zeigen wir wie Sie Sicherheit optimieren oder Risiken vermeiden.

Wir beraten Sie gerne bevor Probleme auftreten. Wir helfen natürlich auch wenn Probleme aufgetreten sind.

Fragen Sie uns eMail: info@eledia.de